Donnerstag, 24. Mai 2012

500 Liter Wein im Spätlesebereich




Für den Wein der Stadt Vaihingen werden Trauben aller Rebsorten in einen Bottich geworfen und gemeinsam gekeltert. Fotos: Elsässer
Für den Wein der Stadt Vaihingen werden Trauben aller Rebsorten in einen Bottich geworfen und gemeinsam gekeltert. Fotos: Elsässer

Horrheim (elf) – Insgesamt acht Ar Weinbergfläche bewirtschaftet die Stadt Vaihingen. Über eine Länge von rund 600 Metern erstrecken sich die städtischen Reben entlang des Weinlehrpfades am Panoramaweg in den Horrheimer Weinbergen. Gestern Vormittag waren Mitarbeiter des Bauhofs damit beschäftigt, die Trauben zu ernten.
Erst am Dienstagnachmittag haben die Leute vom Bauhof erfahren, dass sie am nächsten Morgen zur Lese des städtischen Weins ausrücken sollen. Den Termin legte Dieter Faigle vom gleichnamigen Weingut in Horrheim fest. Er wird den Wein ausbauen und abfüllen und muss darauf achtgeben, dass der Lesetermin der Stadt nicht mit seiner eigenen Lese kollidiert.
Mit der Qualität des aktuellen Jahrgangs kann die Stadt Vaihingen zufrieden sein. Insgesamt 91 Oechslegrade zeigte das Refraktometer an. Da hat die Sonne der letzten Tage offenbar ihren Teil zur Qualität beigetragen. Auch der Ertrag kann sich durchaus sehen lassen. Rund 700 Kilo Trauben ergeben etwa 500 Liter Wein im Spätlesebereich. Damit ist der Weinkeller im Vaihinger Rathaus mit den 470 Flaschen (0,7 Liter) des Jahrgangs 2007 und den 560 Flaschen von 2008 künftig wieder üppig gefüllt. Vom Jahrgang 2006 sind nach Auskunft von Martina Fischer, Pressereferentin der Stadt Vaihingen, nur noch wenige Flaschen übrig.
Beim Vaihinger Stadtwein handelt es sich um einen Cuvée, also einen Wein der aus einer Mischung verschiedener Rebsorten besteht. Wenn der Kellermeister einen Cuvée herstellt, so ist am Ende ein Wein mit bestimmten gewünschten Eigenschaften das Ziel. Nicht so beim Wein der Stadt Vaihingen. Da hier pro Rebsorte nicht genügend Trauben zusammenkommen, wird eben alles in einen Topf geworfen – Rot und Weiß, Dornfelder und Riesling. Ausgeschenkt wird der Wein bei Empfängen der Stadt, wie beispielsweise dem Neujahrsempfang des Oberbürgermeisters.
Um acht Uhr haben sieben Mitarbeiter des städtischen Bauhofs aus Vaihingen und Horrheim mit der Lese angefangen. Dabei handelte es sich um ein eingespieltes Team, das Jahr für Jahr für den Einsatz gebucht ist. Das Problem, das sich alljährlich wiederholt: Die Frühsorten sind bereits hinüber und die Spätsorten noch nicht vollständig ausgereift. Egal. Es wird alles abgeerntet und in den Bottich geworfen. Kurz nach dem Mittagessen sind die zwei Frauen und fünf Männer fertig und haben das Lesegut bei Dieter Faigle abgeliefert.
Für die Pflege der Reben über das Jahr hinweg ist der Rentner und ehemalige Bauhofmitarbeiter Karl Hügele zuständig. Er erledigt die Reberziehung und sorgt für Qualität durch den richtigen Schnitt. Für die restlichen Arbeiten über das Jahr hinweg kommen die Horrheimer Bauhofmitarbeiter auf: Mähen, Drahtanlagen richten, Gehölze zurückschneiden und vieles mehr. Ob da für die Bauhofmitarbeiter auch ein paar Flaschen abfallen?




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