Samstag, 04. Februar 2012

Dunkle Jahreszeit ist Saison für Einbrecher


Dunkle Jahreszeit ist Saison für Einbrecher
Die Polizei warnt davor, es den Eindringlingen zu einfach zu machen. Schon einfache Mittel schrecken ab

Vaihingen (rkü) – Die dunkle Jahreszeit begünstigt Einbrüche in Häuser und Wohnungen. Auch im Bereich Vaihingen ist ein rasanter Anstieg der Einbruchszahlen festzustellen, wenn die Tage kürzer werden: Die meisten ungebetenen Besucher steigen in den Monaten Oktober bis März in fremde Wohnungen ein. Der Schreck bei den Geschädigten sitzt zumeist tief.

„Manche Leute ziehen nach einem Einbruch aus, sie wollen nicht mehr in ihrer alten Wohnung bleiben.“ Gerd Esenwein, der am Mittwoch als Leiter des Polizeireviers verabschiedet wurde, weiß um das Leid der Betroffenen. Fremde Eindringlinge in den eigenen vier Wänden, vielleicht sogar im Schlafzimmer – diese Vorstellung ist für viele Menschen zur erschreckenden Wahrheit geworden. Einige hätten sich mit relativ einfachen Mitteln davor schützen können.

Besonders gefährdet seien Gebäude, die von Hecken oder Gebüsch umgeben seien, hinter denen potenzielle Einbrecher Deckung finden, sagt Esenwein. Sein Kollege Michael Kuhne ergänzt: „Wenn Einbrecher mehrere Minuten lang brauchen, um Türen oder Fenster zu öffnen, suchen sie sich lieber ein Objekt, in das sie leichter hinein kommen.“

Also gilt als Devise zur Abschreckung von Einbrechern: Der Zugang ins Gebäude muss möglichst erschwert werden und zugleich sollten Nachbarn oder Passanten freie Sicht haben. Auf welche Weise diese Ansprüche erfüllt werden können, erklären die Fachleute der Polizei.

„Manchmal wäre es schon gut, wenn die Leute beim Bau rechtzeitig mit unseren Beratern Kontakt aufnehmen würden“, sagt Esenwein. „Die Beratung durch die Polizei ist grundsätzlich kostenlos. Wir beraten nur, wir verkaufen und vermitteln nicht.“ Auch Eigentümer bestehender Gebäude sind gut beraten, wenn sie ihr Heim gemäß den Tipps nachrüsten und es damit für Einbrecher möglichst unattraktiv machen. Dafür gibt es viele Möglichkeiten. „Aber es wird auf dem Markt auch so manches angeboten, was sein Geld nicht wert ist.“ Andreas Berberich, der sich auf die Einbruchsicherung spezialisiert hat, hält viele Hilfsmittel bereit, mit denen Häuslebesitzer ihr Heim vor ungeliebten Besuchern schützen können. „Wichtig ist, dass die Komponenten aufeinander abgestimmt sind.“ Es bringe nichts, wenn eine Haustüre zwar mehrere Bolzen habe, die in den Türrahmen greifen, doch das Schloss nur eine minderwertige Qualität habe. Auch billige Tresore würden einem Fachmann unter Umständen nur wenige Sekunden lang Widerstand leisten. Zeitverzögerung beim Aufbrechen sei jedoch das Wichtigste.

Immerhin ein Drittel der Einbrüche bleibe im Versuchsstadium stehen, sagt die Polizeistatistik aus. Oft sind es die einfachen Dinge, die eine große Wirkung entfalten: Fenster nicht gekippt zu lassen und Türen abzuschließen, gehört zu den Sicherheitsmaßnahmen, die ohne jegliche Kosten umgesetzt werden können. Die Installation von abschließbaren Fenstern, gesicherten Rollläden und Außenlampen mit Bewegungsmeldern ist ebenfalls ein probates Mittel. Hauptsache, der Einbruch lässt sich nicht in Sekundenschnelle bewerkstelligen. Darum rät die Polizei auch: „Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.“

Für den Fall, dass Einbrecher in die Wohnung vorgedrungen sind, empfiehlt es sich, Wertsachen gut geschützt untergebracht zu haben. Wichtig ist außerdem ein detailliertes Verzeichnis der wertvollsten Gegenstände, am besten mit zusätzlichen Fotos. Falls einmal ein Einbrecher auf frischer Tat ertappt werden sollte, rät die Polizei zu einem schnellen Notruf. „Auf keinen Fall den Helden spielen“, sagt Michael Kuhne. Der Wert eventuell gestohlener Gegenstände sei meist versichert. Wie sich ein Straftäter aber verhalte, wenn er an der Flucht gehindert werde, lasse sich niemals voraussagen. „Wir sind immer erreichbar, rund um die Uhr.“

Weitere Informationen gibt es bei der Polizei. Die Beratungsstelle in Ludwigsburg ist erreichbar unter (07141) 185122, die entsprechende Einrichtung in Pforzheim unter (07231) 1863610. Im Polizeirevier Vaihingen erteilt Andreas Gruber Auskünfte unter Telefon (07042) 9411300. Außerdem gibt es umfangreiche Informationen im Internet unter www.einbruchschutz.polizei-beratung.de


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