Donnerstag, 24. Mai 2012

Abschied vom Revierleiter


Abschied von Revierleiter Gerd Esenwein. Nachfolger ist Markus Bauder. Foto: Bögel
Abschied von Revierleiter Gerd Esenwein. Nachfolger ist Markus Bauder. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Der Kontakt nach Vaihingen wird so schnell nicht abreißen: Erster Polizeihauptkommissar Gerd Esenwein wurde vom Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch zu einer Kanutour auf der Enz eingeladen. „Da gibt es vielleicht noch manches unbekannte Plätzchen zu entdecken.“ Gestern wurde Esenwein in der Aula von Schloss Kaltenstein nach 13 Jahren als Revierleiter in Vaihingen in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist Polizeirat Markus Bauder (41).
Bei der Feierstunde würdigte Ministerpräsident Günther Oettinger Esenwein als „Botschafter für eine angesehene Landespolizei“. Esenwein (60) sei wohltuend ruhig und engagiert zugleich gewesen, er habe besonnen und souverän das Revier in der Heilbronner Straße geleitet. Der in Markgröningen wohnhafte Polizeibeamte sei nach innen ein kollegialer Dienstvorgesetzter gewesen, nach außen habe er die Polizei hervorragend repräsentiert, ein regelrechtes Netzwerk aufgebaut. Das Schimpfwort „Bulle“ sei unter der Ägide von Esenwein verschwunden – Oettinger, der nach einem Israel-Aufenthalt extra nach Vaihingen gekommen ist: „Die Polizei genießt in Vaihingen Ansehen. Die Präsenz wird von den Bürgern nicht als Gängelung empfunden, sondern als mehr Sicherheit verbucht.“
Durch die Lobbyarbeit von Esenwein sei beispielsweise auch die Generalsanierung des Vaihinger Polizeireviers erfolgt. „Heute haben wir hier ein Schmuckstück für die intakte Unterbringung der Landespolizei“, lobte der Ministerpräsident gestern Mittag.
Oettinger versprach in der Aula von Schloss Kaltenstein, dass der digitale Polizeifunk im Land so rasch wie möglich eingeführt werden soll. Auch müsse sich die Besoldung und die Aufstiegsmöglichkeiten bei der Polizei verändern. „Es kann nicht sein, dass Polizisten gegenüber einer Sparkasse, einer Stadtverwaltung oder Bosch unterlegen sind.“
Polizeipräsident Konrad Jelden erinnerte sich in seiner Ansprache an seine einzige Straftat, der er begangen habe. Als Schulbub habe er 1956 in der Friedrichstraße in Vaihingen Eisenbahnschwellen weggenommen und verkauft. „Von der Polizeigewalt sind wir damals in Grund und Boden geschmettert worden. Wir hätten uns aber eine menschliche Hand gewünscht, so wie sie Gerd Esenwein Jahrzehnte später hatte.“ Jelden lobte Esenwein als „feinen Menschen“. Er habe Führung im Dialog praktiziert.
Für Polizeirat Markus Bauder, den neuen Revierleiter in Vaihingen, gab es von Jelden einen Willkommensbatsch“. Bauder, verheiratet, vier Kinder, wohnhaft in Ditzingen, engagiert in der evangelischen Jugendarbeit, wurde im September 1988 als Polizeianwärter bei der Bereitschaftspolizei Biberach eingestellt. 1996 legte er die Staatsprüfung zum gehobenen Polizeivollzugsdienst ab, wurde 1997 zum Polizeikommissar ernannt. 2006 wurde Bauder zum Polizeirat befördert, dann zwei Jahre zum Innenministerium Baden-Württemberg als Referent für Waffentechnik versetzt. Oettinger: „Das ist eine unglaubliche Karriere in jungen Jahren.“
Der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch empfand den Abschied von Gerd Esenwein als „Stunde der Dankbarkeit“. Esenwein habe dem Staatsorgan Polizei ein menschliches Maß gegeben. „Die Polizei in Vaihingen genießt ein große Akzeptanz.“ Das sei auch das Verdienst von Esenwein, der ein Uniformträger ohne uniformiertes Denken gewesen sei. Maisch lobte die kommunale Kriminalprävention seit 1998, „ein Joint venture zwischen Stadt und Polizei“. In Vaihingen sei ein hohes Maß an gefühlter Sicherheit erreicht.


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