Vaihingen (aa) – Die Vaihinger Hobbyausstellung erlebt eine Renaissance. Dieser Eindruck drängte sich am Wochenende bei der Schau in der Stadthalle auf. Mit 52 Ausstellern war die gute Stube der Stadt am Rande ihrer Kapazität. Da mussten sogar Foyer und Nebenräume als Ausstellungsfläche herhalten.
Gegenüber dem vergangenen Jahr ist die Zahl der Teilnehmer um sechs angewachsen. Und auch die Besucherzahlen haben sich im vierstelligen Bereich eingependelt. Ein Vorteil in diesem Jahr war aber auch, diesmal eine Woche nach vorne zu rutschen und damit die Kollision mit der Illinger Ausstellung am ersten November-Wochenende zu vermeiden.
„Es war sicher die richtige Entscheidung, dass wir 2005 auch den Sonntagsverkauf zugelassen haben“, sagt Oberbürgermeister Gerd Maisch bei der Begrüßung, „damit sind wir auf einem guten Kurs.“ Manchem sei sicher das Herz übergelaufen bei der Fülle der Angebote, meinte der OB.
Das Aufleben der Hobbyausstellung, die einst auf Anregung des damaligen Oberbürgermeisters Gerhard Palm ins Leben gerufen wurde, hat sicher auch etwas mit der rührigen Organisatorin Margot Bauer aus Enzweihingen zu tun, die zum vierten Mal für die Schau verantwortlich zeichnete. Sie geht ihre Aufgabe mit viel Herzblut an. Und sie stuft einen Faktor als ganz wichtig ein: „Es ist eine absolute Ausnahme, dass eine solche Veranstaltung für die Teilnehmer kostenlos ist. Die Stadt Vaihingen übernimmt die Kosten. Dafür muss ich mich im Namen aller Aussteller bedanken.“
Um die zehn Hobbyisten waren neu in der Runde. Gleich am Eingang zum Beispiel der Horrheimer Walter Furch. Der gelernte Spengler bastelt als Rentner unter anderem Ritterrüstungen aus Schwarzblech. Seine Erzeugnisse waren ein echter Blickfang. Ob die Rüstungen einen Pfeil seines Gegenübers Konstantinos Koutsugiannis (Riet), der seine Bogen ausstellt, aushalten würde, wurde nicht getestet. Premiere hat auch die Malerin Janine Lipinski aus Ensingen gefeiert. Mit frischen Acrylbildern wartet sie auf. Eine Ausstellerin aus Ötisheim freut sich über die Möglichkeit, ihre Handarbeiten in Vaihingen präsentieren zu dürfen. „Hier herrscht eine so nette Atmosphäre. Und es ist vor allem auch warm in der Halle. In Sersheim bin ich im letzten Jahr im Parkdeck fast erfroren.“Immer wieder stößt man auch auf bekannte Gesichter. Otto Gröger aus Vaihingen ist mit seinen Intarsienbildern wohl der Mann, der die meisten Ausstellungen mitgemacht hat: 26 sind es nach seinen Schätzungen gewesen. Auch Sophie Erika Greschner, die Kunststrickerin aus Eberdingen, ist schon bestimmt 20 Mal dabei. Und Karl Truckses aus Vaihingen findet man in seiner Traditionsecke mit gedrechselten Arbeiten.
„Wird auch etwas verkauft?“ Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Alwin Baumgärtner, gelernter Wagner aus Ensingen, hat 2007 mit seinen geschnitzten Engeln, den Kerzenhaltern oder Krippen gerade das eingenommen, was er an der Theke, diesmal übrigens vom kroatischen Verein betreut, liegen ließ. „Verschenken kann man die Arbeiten doch nicht“, meint er. Seine Nachbarin Brigitte Schäuble aus Sachsenheim kann mit ihren Gipsschnitzereien dagegen auf gute Erfahrungen zurückblicken („Ich war total überrascht“) und ist gerne wieder gekommen.
Wie sah es mit den Besuchern aus? 1250 Gäste wurden gezählt. Der Samstag lief schwach, doch mit dem Sonntag war man zufrieden.
