Donnerstag, 24. Mai 2012

EPS-Kompromisstrasse akzeptiert


Der neue Pipeline-Verlauf bei Gündelbach (gelb). Foto: p
Der neue Pipeline-Verlauf bei Gündelbach (gelb). Foto: p

Vaihingen (aa) – Das Dauerthema Ethylen-Pipeline kann bei der Stadt Vaihingen zu den Akten gelegt werden – falls die Trasse so gebaut wird, wie es in zähen Verhandlungen fixiert wurde. Der Gemeinderat hat einer Kompromisstrasse auf den Markungen Horrheim und Gündelbach einhellig zugestimmt. Sie bringt gegenüber der Antragstrasse deutliche Verbesserungen.
„Es ist eine gute Lösung“, fand Oberbürgermeister Gerd Maisch. Bürgermeister Wilfried Nestle hob vor allem das Engagement der Ortsvorsteher von Gündelbach (Thomas Fritzlar) und Horrheim (Stefan Wasserbäch) heraus: „Beide haben sich stark eingebracht.“ Die Stadt werde ihre Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss zurücknehmen, wenn die Kompromisstrasse genehmigt werde.
Die Ethylen-Pipeline, die von Münchsmünster in Bayern nach Ludwigshafen führen soll, durchquert von Sersheim kommend das Gebiet der Stadt Vaihingen auf den Markungen Horrheim und Gündelbach. Im Bereich Horrheim wurde erreicht, dass die Trasse jetzt unmittelbar entlang der Straße (Umgehungsstraße) geführt wird. Der Wunsch, sie an die Transalpine Ölleitung (TAL) anzuhängen, war vor allem aus Natur- und Landschaftssschutzgründen nicht zu erfüllen gewesen. Im Bereich Gündelbach verläuft die Kompromisstrasse nun ab der Deponiezufahrt parallel zum Waldrand.
Im Rahmen der Verhandlungen mit dem Trassenbetreiber (Ethylen-Pipeline Süd, EPS) konnte erreicht werden, dass die EPS auf ihre Kosten ein Leerrohr für eine Verbesserung der Breitbandkabelversorgung der Stadtteile Horrheim und Gündelbach einlegt. Die Materialkosten für das Leerrohr hat die Stadt zu tragen.
Eberhard Zucker (FW, Vaihingen) zeigte sich auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes froh über den Kompromiss, bat aber darum, dass während der Bauphase pfleglich mit den Grundstücken umgegangen wird und auch Entschädigungen bezahlt werden. Friedrich Wahl (FDP, Vaihingen) hatte von einer „grobschlächtigen“ Vorgehensweise in Bayern (wo schon gebaut wird) gehört und sich auch am schnoddrigen Auftreten der EPS-Herren gestört. „Welches Mandat hat die Stadt?“, wollte Michael Braun (Grüne, Aurich) wissen. Antwort des OB: „Natürlich muss sich die EPS mit allen privaten Grundstücksbesitzern einigen.“


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