OBERRIEXINGEN (vg) – Dass heutzutage mit reinen Chorvorträgen kein Vulkan mehr zum Kochen gebracht werden kann, haben die Verantwortlichen des Oberriexinger Gesangvereins schon vor vielen Jahren erkannt. Deshalb wussten die meisten Besucher, die am Freitag- und Samstagabend zum Herbstkonzert in die Festhalle strömten, dass auch diesmal wieder einige Überraschungen und viel Unterhaltsames auf sie warten würden.
Nach dem Einzug zu Dalli-Dalli-Klängen, die zumindest dem Publikum jenseits der 40 noch gut bekannt sind, lautete der erste musikalische Beitrag zur Melodie von Maffays „Sieben Brücken“: „Über Ori's Wege wirst du geh'n, wirst viel Alt' und Neues heute seh'n, Dalli-Ori soll das Motto sein. Hab viel Spaß mit uns und lass dich darauf ein!“ So ging es dann auch dalli weiter mit Liedern der Vulkids und des Jugendchors Magma, bevor drei Kandidatenpaare für den Showteil vorgestellt wurden. Nominiert waren am Freitag das Team „Kammertheater“ mit Stadtkämmerer Werner Somlai und Andrea Banse als Vertreterin des Theaters unter der Dauseck, das „Musikfeuerwerk“ mit Stadtkapellen-Vorsitzendem Holger Veit und Feuerwehrkommandant Martin Schray sowie die „Herbstkur“, die von Hans Bruderreck vom Goldenen Oktober und Günther Ditthard vom Krankenpflegeverein gestellt wurde. Am Samstag dagegen wetteiferten Bürgermeister Willi Baur zusammen mit Pfarrerin Elke Gratz als „Stadtkirche“ gegen die Mannschaften „(R)Hasensport“ mit den Vorsitzenden von Kleintierzuchtverein und TSV, Achim Hohn und Stefan Krüger, sowie „Erntedank“ mit Lorenz Brett vom Obst- und Gartenbauverein und Pfarrer Ulrich Gratz.
Zu den kurzweiligen Wort- und Aktionsspielen für die Kandidaten gab es die jeweils passenden Liedbeiträge. So musste die Oberriexinger Prominenz zum Beispiel nach dem Magma-Song „Wie vom Traum verführt“ im Partnerwechsel in 15 Sekunden möglichst viele Details zu ihrem Nachttischinhalt liefern oder im Anschluss an „99 Luftballons“ der Vulkids eben diese Ballons per Schubkarren im Saal einsammeln. Auch beim beliebten Dalli-Klick-Bilderrätsel waren Schnelligkeit und Kombinationsgabe gefragt, um den Bogen vom Sombrero zu Rex Gildo und „Fiesta Mexicana“ zu schlagen, an dessen Anschluss um die Wette Urlaubswäsche auf die Leine gehängt werden musste. Doch die Spieler meisterten jede Prüfung bravourös, so dass Moderator Axel Hohn alias Hans Rosenthal des Öfteren zum Ausruf „Sie sind der Meinung, das war Spitze!“ einen Luftsprung machte.
Insgesamt kamen die Schlager der 70er und 80er Jahre sehr gut bei den Gästen an und so mancher stimmte bei „Sierra Madre“ vom Gemischten Chor, bei Lavas „Rote Lippen soll man küssen“ oder bei „99 Luftballons“ mit den Vulkids in den Refrain mit ein. Viel Applaus gab es auch für die Soli von Anna Fandrich aus dem Jugendchor, für Hermann Stengel als Rex Gildo und Jürgen Klein als Howard Carpendale, der zusammen mit einer Kleinformation „Tür an Tür mit Alice“ zum Besten gab. Ein weiterer Höhepunkt war die melancholische „Bohemian Rhapsody“ von Queen, die der Junge Chor zur Verabschiedung des ersten ausscheidenden Teams eindrucksvoll präsentierte. Aber auch das lustige Duett „Im Wagen vor mir sitzt ein junges Mädchen“ mit Brigitte Klein und Manfred Hetterich in den Hauptrollen begeisterte die Zuschauer und wurde nur vom anschließenden Bobbycar-Rennen der Kandidaten noch übertroffen. Da war es am Ende fast egal, wer die Sieges-Trophäe in Form einer Dalli-Ori-Uhr mit nach Hause nehmen durfte. Am Freitag war dies das Team „Musikfeuerwerk“, dem sich die „Vitalkur“ knapp geschlagen geben musste; am Samstag zog der „Erntedank“ dank einer sehr detailreichen Traumpartner-Zeichnung in letzter Sekunde am „(R)Hasensport“ vorbei. Spaß gemacht hat es offensichtlich allen Beteiligten.
Somit konnte die Vulkania erneut mit einem ungewöhnlichen Konzept punkten. „Während bei uns Gesang und Show ja schon lange Konzertzutaten sind, haben wir mit der Einladung von bekannten Oberriexingern als Kandidaten doch Neuland betreten“, so der Vorsitzende Jürgen Klein. Um so erleichterter sei man gewesen, als nach und nach ihre Zusagen eintrudelten und sich die einzelnen Projektteams unter Leitung von Tanja Klein um die Details kümmern konnten.
Besonderer Dank erging an Musikdirektor Martin Falk, der erneut die musikalische Gesamtleitung über die rund 90 Sängerinnen und Sänger zwischen 5 und 80 Jahren hatte und zusammen mit Andreas Hertzberg für die Instrumentalbegleitung sorgte. Auch für ihn hielt die Vulkania noch eine Überraschung bereit, als sie kurzerhand am Samstag ein weiteres Dalli-Klick mit Falks Konterfei ins Programm nahm, um ihm mit allen Konzertbesuchern ein Geburtstagsständchen zu singen.
