Die wichtigsten Fragen und Antworten aus der VKZ-Telefonaktion
Vaihingen (phs) – Die Vaihinger Kreiszeitung hat eine Telefonaktion zum Thema Gefäße veranstaltet. Hier die wichtigsten Fragen unserer Leser und die Antworten von Dr. Johannes Gahlen, Dr. Thomas Klötzer und Dr. Ekkehard Spohr.
- Meine Venen an der Wade treten hervor und ich habe das Gefühl, dass sie verstopfen. Zwei- bis dreimal pro Jahr werden sie dick. Habe ich Krampfadern?
Ja, der beschriebene Fall spricht für Krampfadern. Das Anschwellen der Venen ist außerdem ein Hinweis darauf, dass ein fortgeschrittenes Stadium vorliegt. Zu empfehlen ist unbedingt eine Ultraschalluntersuchung. Ein frühes Stadium kann mit Stützstrümpfen behandelt werden, im fortgeschrittenen kann es sein, dass operativ eingegriffen werden muss. Eventuell kommen auch moderne Behandlungsmöglichkeiten, wie Laser oder eine Radiofrequenztherapie in Betracht.
- Meine Füße sind manchmal pelzig. Außerdem habe ich am Unterschenkel ein Geschwür. Liegt eine Durchblutungsstörung vor?
Die pelzigen Füße haben als Ursache wahrscheinlich keine Durchblutungsstörung. Schuld könnten ein Bandscheibenvorfall oder eine Erkrankung der Wirbelsäule sein. Das Geschwür deutet jedoch darauf hin, dass zusätzlich etwas mit der Durchblutung nicht stimmt. Es ist ratsam sofort zu einem Arzt zu gehen. Das Krankheitsbild muss behandelt werden.
- Ich habe beim Spazierengehen Schmerzen in der Wade. Außerdem bin ich Diabetiker und habe früher geraucht. Muss meine Wade behandelt werden?
Es liegt eine Durchblutungsstörung vor. Es könnte eine Verengung im Gefäßsystem sein. Die Wadenmuskulatur benötigt Blut. Durch die Verengung kommt aber nicht genug beim Muskel an. Er kann nicht richtig arbeiten, beginnt zu schmerzen. Das muss behandelt werden. Der Arzt sollte zuerst prüfen, ob an anderen Stellen Verengungen vorliegen. Zum Beispiel am Herzen. Dieser Bereich muss vorrangig behandelt werden, denn an Wadenschmerzen stirbt man nicht – bei einem Herzinfarkt ist das Risiko größer. Die Schmerzen können mit einem Gehtraining behandelt werden: Man läuft immer wieder an die Schmerzgrenze heran und trainiert somit die Wade. Das funktioniert nicht immer. Eine Alternative könnte eine Operation sein.
- Ich hatte zwei Bypassoperationen wegen Durchblutungsstörungen. Jetzt sind die Gefäße wieder zu und ich kann nur noch 200 Meter schmerzfrei gehen. Muss ich zum Arzt?
Wenn die Gehstrecke deutlich kürzer wird, muss etwas getan werden. Es würde sich zum Beispiel ein Gehstreckentraining anbieten. Außerdem sollten die Medikamente überprüft werden.
- Vor 20 Jahren habe ich einen Ersatz für die Aorta bekommen. Muss ich jetzt noch zu Nachuntersuchungen?
Ja, eine Untersuchung ist regelmäßig notwendig. Die Nähte, mit denen die Prothese befestigt sind, könnten zum Beispiel ausleiern. Zu empfehlen wäre eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomographie (CT).
- Ich kann manchmal für ganz kurze Zeit mit der linken Hand nicht mehr schreiben. Wenige Minuten später ist wieder alles in Ordnung. Ist das bedenklich?
In diesem Fall fällt der Verdacht auf einen Schlaganfall. Einen Schlaganfall muss man nicht unbedingt sofort bemerken. In dieser Situation sollte unbedingt eine neurologische Untersuchung durchgeführt werden. Dabei ist es wichtig, dass die Halsschlagadern auf Verkalkungen geprüft werden.
- Bei der Fußpflege wurde ich an einer Zehe verletzt. Die Wunde heilt nicht und die Zehenkuppe ist schwarz. Ich bin Diabetikerin. Was soll ich tun?
Es liegt ganz klar eine Durchblutungsstörung vor. Bei jeder Art von Wundheilungsstörung kann man darauf schließen. Der Hausarzt muss oft nur die Pulse ertasten, um Genaueres sagen zu können. Nur wenn diese Untersuchung zu keinem Ergebnis führt, sind weitere Untersuchungen nötig: Zum Beispiel Röntgen mit Kontrastmittel. Eine Therapie ist mit dem Arzt abzusprechen.
- Ich hatte vor fünf Jahren eine Thrombose. Seitdem muss ich Marcumar zur Blutverdünnung nehmen. Ist das ein Leben lang erforderlich?
Das Marcumar schützt in der ersten Phase der Thrombose vor einer Lungenembolie und vor einem weiteren Fortschreiten der Thrombose. Diese Gefahren sind in den meisten Fällen nach einem halben Jahr sehr gering, sodass auf eine weitere Blutverdünnung in der Regel verzichtet werden kann.


