Vaihingen (ub) – Im April war die Welt noch in Ordnung. „Wir sind sehr zufrieden“, kommentierte damals gegenüber der VKZ Schulleiter Hans-Günter Peisch den Betrieb der offenen Mensa im Vaihinger Stromberg-Gymnasium. Heute muss Peisch diese Aussage revidieren. Gestern fand ein Krisengespräch zwischen Schule, Stadt, Familien-Bildung und der Catering-Firma, die das Essen liefert, statt.
Der Grund für den Ärger: An manchen Tagen ist einfach zu wenig Essen für die hungrigen Schüler da. Wer zur zweiten Schicht kommt, wird unter Umständen mit zu kleinen Portionen abgespeist. Peisch: „Das kann nicht sein. Wir erwarten, dass genügend Essen da ist, wir erwarten, dass das Personal zügig arbeitet und wir erwarten, dass die Qualität stimmt.“ Immerhin sei die Firma Sander Catering aus Wiebelsheim, Rheinland-Pfalz, ein professioneller Anbieter. „Und da muss dann auch professionelle Arbeit geleistet werden, das wird von uns schließlich auch verlangt“, sagt Peisch.
Montags, dienstags und donnerstags gibt es am Stromberg-Gymnasium bei zwei Schichten pro Tag nach der 5. und 6. Schulstunde die warme Verpflegung für den Einheitspreis von 3,50 Euro. Dafür wird ein Hauptgericht inklusive wahlweise Salat oder Nachtisch über die Theke gereicht. Eine Vorbestellung gibt es nicht, abgerechnet wird mit elektronisch lesbaren Chips, die in einer Art Schlüsselanhänger verpackt sind. Auf den Chips ist ein Guthaben gespeichert, welches die Eltern überwiesen haben. Die Eltern wiederum können via Internet mit ihrem Passwort den Kontostand des Chips abrufen und einsehen, wann ihr Kind gegessen hat. Montags kommen derzeit rund 100 Schüler zum Essen, dienstags sind es zwischen 60 und 80 und donnerstags zwischen 130 und 160.
Kurzfristig führten die Engpässe beim Mensa-Betrieb im Stromberg-Gymnasium auch zu Boykottmaßnahmen der Schülerschaft. Das habe sich jetzt aber wieder gelegt. Schulleiter Peisch: „Wir haben schließlich alle ein Interesse daran, dass die Sache funktioniert.“ Zwar sei die Qualität des ausgegebenen Essens im Prinzip in Ordnung, aber es könne nicht sein, dass das Essen ausgehe. „Es ist schon vorgekommen, dass 150 Kinder essen wollten, aber nach 120 Portionen die Vorräte aufgebraucht sind. Entweder wurde der Rest mit anderen Menüs abgespeist oder es gab nichts mehr.“
Peisch: „Das System ist verbesserungsfähig, aber wir hoffen, dass die Firma das hinkriegt.“ Der Vertrag mit der Catering-Firma aus Rheinland-Pfalz läuft noch bis Ende des Schuljahres, dann wird neu ausgeschrieben.
Das warme Essen im Stromberg-Gymnasium wird seit dem 11. März angeboten. Die Mensa wurde mit Fördergeldern aus dem Ganztagesbetrieb gebaut. Die Firma aus Wiebelsheim beliefert auch eine Schule in Mühlacker. Bei einem Probeessen in der Senderstadt haben sich Eltern und Schüler aus Vaihingen für diesen Anbieter ausgesprochen.
