Donnerstag, 24. Mai 2012

Entspannung auf dem Ausbildungsmarkt


Auf der Suche nach Ausbildungsplätzen. Foto: VKZ
Auf der Suche nach Ausbildungsplätzen. Foto: VKZ

Ludwigsburg (oh) – Die stabile Konjunktur und die positive Stimmung am Arbeitsmarkt haben sich auf die Lehrstellensituation günstig ausgewirkt. Die Unternehmen investieren weiter verstärkt in die Ausbildung. So lautet das Fazit der Agentur für Arbeit zum jetzt abgelaufenen Beratungsjahr der Berufsberatung.
Das Beratungsjahr der Berufsberatung geht vom 1. Oktober des Vorjahres endet mit dem 30. September. Die Agentur für Arbeit zieht jetzt eine positive Bilanz. „Fast alle gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber konnten versorgt werden. Die meisten Unternehmen fanden den geeigneten Nachwuchs“, kommentiert Johannes Klapper, Leiter der Ludwigsburger Arbeitsagentur das Ergebnis. Das Ausbildungsangebot sei stabil, die Zahl der Ausbildungsinteressenten dagegen rückläufig. Positiv stellt er die Zusammenarbeit mit den am Ausbildungsmarkt beteiligten Partnern heraus.
„Alle ziehen am
selben Strang“
„Ob Schulen, Kammern oder Arbeitsagentur – wir ziehen alle am selben Strang und bewegen was“, so Klapper. Hier spanne sich der Bogen von der gemeinsamen Berufsausbildungsmesse bis zu gemeinschaftlichen Nachvermittlungsaktionen. Zudem sei die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen in der Region hoch. „Man weiß dort, dass die Azubis von heute die Fachkräfte von morgen sind und dass in den nächsten Jahren geburtenschwächere Jahrgänge die Schulen verlassen“, betont Klapper.
Stabiles
Ausbildungsangebot
 Der Berufsberatung wurden 2202 Ausbildungsstellen gemeldet, 91 oder 4,0 Prozent weniger als im vorangegangenen Jahr. Erfreulicherweise gab es darunter bei den betrieblichen Ausbildungsstellen (1956) ein Plus um 37, während lediglich bei den außerbetrieblichen Ausbildungsstellen (246) ein Rückgang um 128 zu verzeichnen war. „Die Zahlen stammen aus unserer Geschäftsstatistik. Sie bilden nicht den gesamten Ausbildungsstellenmarkt ab, da der Berufsberatung nicht alle Lehrstellen gemeldet werden. Eine endgültige Bewertung ist erst am Jahresende möglich, wenn die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge feststeht. Dennoch lassen die Daten auf ein stabiles, wenn nicht gar verbessertes Ausbildungsangebot schließen“, äußert sich Johannes Klapper zuversichtlich.
Im Laufe des Beratungsjahres haben sich 3035 Jugendliche als Bewerber um Ausbildungsstellen bei der Berufsberatung der Ludwigsburger Agentur vormerken lassen, 785 oder 20,5 Prozent weniger als vor im Vorjahr. Viele von ihnen hatten sich parallel zur Lehrstellensuche auch für eine weiterführende Schule, eine schulische Ausbildung wie auch um einen Studienplatz beworben.
Ende September waren noch 35 von ihnen als unversorgt registriert. Dies waren 102 oder 74,5 Prozent weniger als im letzen Beratungsjahr.“ Die Aufmerksamkeit gilt weiterhin diesen Bewerbern. Mit ihnen werden in den nächsten Wochen Beratungsgespräche geführt, in denen Vorschläge und Alternativen unterbreitet werden. Unser Ziel ist es, dass jeder dieser Jugendlichen ein Angebot erhält“, erklärt Klapper das weitere Vorgehen.
Zum Abschluss des Beratungsjahres waren noch 99 der gemeldeten Lehrstellen unbesetzt, 14 mehr als im Vorjahr. „Offene Ausbildungsplätze und unversorgte Bewerber sind nicht ungewöhnlich, denn nicht in jedem Fall passen die Berufswünsche und die Ansprüche der Unternehmen zusammen“, erläutert Klapper.
Die Hälfte der Bewerber
mit Hauptschulabschluss
1516 der gemeldeten Bewerber und damit exakt die Hälfte wiesen einen Hauptschulabschluss nach. 1086 oder ein gutes Drittel besuchten die Realschule, 221 und damit annähernd ein Fünftel hatten die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Insbesondere für Haupt- und Realschüler mit schwächeren Leistungen gelang der Einstieg ins Berufsleben nur schwer. Klapper: „Hier greifen die Hilfen aus dem Ausbildungspakt wie beispielsweise Praktikaplätze zur Einstiegsqualifizierung und das Maßnahmepaket der Arbeitsagentur in Form von berufsvorbereitenden Förderlehrgängen.“


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