Vaihingen (aa) – Keinen Anlass zur Änderung der Geschwindigkeitsregelung in der Grabenstraße, Friedrichstraße und Heilbronner Straße sieht der Vaihinger Stadtteilausschuss. Mit 11:4 Stimmen wurde der Antrag der Bündnis-Grünen abgelehnt, hier Tempo 30 vorzugeben. In der kommenden Woche wird der Technische Ausschuss das Thema noch abschließend beraten.
Die Testergebnisse, die von Sachbearbeiter Eugen Weiß vorgelegt wurden, waren offensichtlich überzeugend. In den betreffenden Straßen wird ohnehin kaum schneller als 30 „Sachen“ gefahren. Und zu Schulschlusszeiten kommt der Autoverkehr wegen der Masse der Schüler fast zum Erliegen. „Mit einer Tempo-30-Zone würde sich wohl auch nichts ändern“, meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch. Bei der Stadtverwaltung sehe man die Sache leidenschaftslos, war die Ansicht von Bürgermeister Wilfried Nestle, man habe vor dem Hintergrund der Messergebnisse keinen Handlungsbedarf ausgemacht.
Armin Zeeb (Bündnis 90/Die Grünen) wollte allerdings nicht so schnell aufgeben. Seine Frau Susanne hatte im Februar den Antrag mit Tempo 30 im Gemeinderat eingebracht. In allen Wohngebieten und in der Kernstadt hätten sich die Tempo-30-Zonen bewährt. Die Verkehrssicherheit für die Bewohner und vor allem für Kinder habe sich erheblich verbessert. Die Grabenstraße, Friedrichstraße und Heilbronner Straße würden vor allem von Schülern stark frequentiert, daher sei es zwingend notwendig, auch hier die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h zu reduzieren. Man mache damit auch deutlich, dass die Innenstadt, die Wohnstadt, beginne. Weniger Tempo bedeute auch weniger Lärm. Und man komme ohne zusätzliche Schilder aus.
Ursula Reitter-Bellini (CDU) zeigte sich geradezu erschüttert von der Menge der Fahrzeuge in der Grabenstraße (zwischen dem 11. und 16. Juni wurden 18884 notiert) und in der Heilbronner Straße (11. bis 19. Juni: 28055). Das schreie geradezu nach einer Untertunnelung, schmunzelte dazu Bürgermeister Nestle. „Aber es zeigt auch, dass die Leute in die Stadt kommen“, war die Bewertung von OB Maisch. Zwischenruf aus dem Saal: „Und alle einen Parkplatz brauchen.“
Jürgen Rapp wertete die Geschwindigkeiten als „erträglich“ und warnte davor, diejenigen, die zwischen 30 und 49 fahren würden, zu kriminalisieren. Für Rapp gehören zum Beispiel auch die Franckstraße und die Stuttgarter Straße zur Innenstadt. Ulrich Grau (Freie Wähler) sah absolut keine Probleme: „Lassen wir es, wie es ist.“ Für Peter Schimke (SPD) sollte in Innenstädten dagegen generell Tempo 30 gelten, „denn weniger Geschwindigkeit bedeutet auch kürzere Bremswege und damit mehr Sicherheit“.
In der Grabenstraße und in der Heilbronner Straße waren im Juni 24-Stunden-Messungen durchgeführt worden. In der Grabenstraße lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 30,9 km/h. 85 Prozent der Fahrzeuge waren langsamer oder maximal 39 km/h schnell. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei 76 km/h. In der Heilbronner Straße lag der Durchschnitt bei 35,4 km/h und der Spitzenwert bei 90 „Sachen“. 85 Prozent der Fahrzeuge waren maximal 44 km/h schnell oder waren langsamer unterwegs. Vorgelegt wurden dem Ausschuss auch Detailmessungen zum Ende der fünften bzw. sechsten Schulstunde (die VKZ hat am Samstag die Ergebnisse vorgestellt).
