Enzweihingen (aa) – 13 Löcher müssen sie bohren. Das ist der Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart. 13 Löcher, die Aufschluss über den Untergrund im Enztal bei Enzweihingen geben sollen. Man muss nicht lange fragen, was der Hintergrund für die Aktion ist: Es geht um die Planungen für die Umgehungsstraße.
Marcus Ulrich ist ein alter Hase in Sachen Bohrtechnik. Seit 17 Jahren ist er im Geschäft und treibt für die Firma Goller (Brunnenbau, Baugrunduntersuchungen, Erdwärmenutzung, Umweltsanierung) aus Kirchentellinsfurt bei Tübingen Löcher in den Boden. Zusammen mit Brunnenbau-Azubi Björn Berner erkundet er in diesen Tagen den Untergrund zwischen dem Steinbruch an der Bundesstraße 10 und der Enzbrücke.
Zwischen sechs und 20 Meter tief treiben die beiden ihren Bohrer in die Tiefe. Oben geht es durch eine Kiesschicht, der Bohrer frisst sich durch Tonlagen und stößt dann auf Muschelkalk. Alltagsgeschäft für das Goller-Duo. Acht Bohrstellen haben sie inzwischen abgehakt. Am Dienstag haben sie ihre Maschine, eine Bohranlage auf Ketten, in der Leinfelder Straße postiert. Die Stadt hat eigens eine halbseitige Sperrung angeordnet.
Auf ein Neues! Die Maschine steht über dem festgelegten Punkt. Das Rohrgestänge liegt bereit. 178 Millimeter Durchmesser hat der Bohrkopf, der sich durch den Asphalt und dann in den Untergrund frisst. Meter für Meter geht es voran. „Eineinhalb Meter schaffen wir im Fels“, schreit Ulrich gegen die laute Maschine an. Schon bei 2,40 Meter stoßen die beiden Arbeiter auf Grundwasser. Die braune Brühe schwappt im Rhythmus der Maschine oben aus der Öffnung. Kommando zurück! Der Bohrer wird wieder hochgehievt. In Meter-Segmenten wird der Bohrkern entleert und der Inhalt in spezielle Kisten gepackt Sie wandern in ein geologisches Institut und liefern den Experten die Basisdaten für die geplante Umgehung.
Die nächste Bohrstelle liegt im ehemaligen Blum-Areal. „Der neue Besitzer freut sich nicht gerade“, meint Ulrich. Aber das ist nicht sein Problem. Er erledigt hier nur einen Auftrag.
Und wie sieht es bei den Planungen insgesamt aus? Der Vorentwurf – er sollte bis im Sommer fertig sein – liege noch nicht bei den Ministerien, war aus dem Regierungspräsidium zu erfahren. Es gebe noch einige Details zu klären. Pressesprecher Marc Frank: „Aber unsere Leute arbeiten mit Hochdruck.“
