Vaihingen (ub) – „Wachstum und Gedeihen liegen nicht allein in unserer Hand. Und es ist nicht selbstverständlich, dass genug für alle da ist.“ Mit mahnenden Worten brachte gestern Stadtpfarrer Thomas Moser den „Erntedank“ in die Erinnerung. Der Gottesdienst in der Vaihinger Stadtkirche wurde von Kindern des Franck-Kindergartens mit gestaltet.
Zum Thema passend haben sich die Buben und Mädchen mit der Speisung der 5000 beschäftigt: Brot wurde gebacken, rund 5000 Menschen gemalt, Fische ausgeschnitten und ein Spruch gelernt. Fünf Brote und zwei Fische – und alle werden satt. Als die Jünger das wenige Brot unter den Menschen verteilen, sind sie zum Schluss überwältigt, dass noch so viel übrig bleibt. So möchte Gott, dass wir das, was wir bekommen haben, nicht nur für uns behalten, sondern mit anderen teilen.
Vor dem mit den Schönheiten der Natur reich geschmückten Altar – die Gaben kommen dem Tafelladen in der Heilbronner Straße zugute – stellte Pfarrer Moser beim Erntedankgottesdienst das Brot in den Mittelpunkt seiner Predigt. Brot diene oftmals nur als Unterlage für Käse, Schinken oder Nutella, aber obwohl es rund 100 Brotsorten in Deutschland gebe, schmecke man heraus, welches Brot passend sei. Brot werde gedankenlos gegessen, aber man müsse sich den Konsum auch bewusst machen.
So sei das Brot nicht nur bei der Speisung der 5000 das wichtigste Nahrungsmittel, sondern vor der Ernte der Körner müsse erst einmal gesät werden. Moser: „Mit den Körnern ist es wie mit dem Wort Gottes: Es kann aufgehen und Früchte bringen oder es kann auch verkümmern.“ In einem reichen Land wie Deutschland falle es manchmal schwer, die Arbeit in der Natur ernst zu nehmen. „Aber wir müssen daran erinnert werden, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, was wir vor uns haben.“ Dankbarkeit könne man zeigen, wenn man – wie bei der Speisung der 5000 – etwas abgebe.
Kritik übte Moser in seiner Predigt an der Zweckentfremdung der Lebensmittel. „Ich glaube, dass es kein guter Weg ist, wenn Lebensmittel zu Kraftstoffen für Maschinen und Autos werden.“ Auch sei es nicht der richtige Weg, einfach Milch wegzuschütten. „Es fehlt uns an Dankbarkeit zu sehen, dass das alles nur ein Geschenk Gottes ist.“
