Oberriexingen (elf) – Wer hat behauptet, dass Rasenmäher nur für einen einzigen Zweck gebaut werden? So trafen sich am Wochenende auf einer Wiese am Oberriexinger Ortsausgang Richtung Sachsenheim zahlreiche PS-Freaks, um den Schnellsten in ihren Reihen zu ermitteln.
Brüllende Motoren, driftende Fahrer und fliegende Dreckklumpen – auch die dritte Halloween Race-Party, die nach 2001 und 2002 in Pulverdingen nun erstmals in Oberriexingen stattfand, war nichts für zartbesaitete Gemüter. Dafür kamen Freunde des eher außergewöhnlichen Motorsports voll auf ihre Kosten.
Ansonsten vor allem zur Pflege von grünen Wiesen in Parkanlagen verwendet, haben die Fahrzeuge mit normalen Gartenmaschinen nicht mehr viel am Hut. So dürften dem passionierten Landschaftsgärtner die Haare zu Berge gestanden haben. Denn mit einem gepflegten Rasenschnitt hat das Rasenmäherrennen wahrlich nichts zu tun. Mit aufgemotzten Aufsitzrasenmähern galt es, einen abgesteckten Rundkurs so schnell wie möglich zu durchfahren – Rempler und Ausflüge ins Gebüsch inklusive.
Die beiden einzigen Bedingungen: Die Optik eines Rasenmähers musste gewährleistet sein und Federn durften auch keine verwendet werden. Ansonsten hatten die Fahrzeuge alles zu bieten, was ein guter Rasenmäher heutzutage so alles benötigt: So zum Beispiel einen 120 PS starken Motor einer Kawasaki 900 GBZ oder einen 500er Honda V2-Motor mit 55 PS. Sehens- und hörenswert auch der Zweitakter mit 490 Kubikzentimeter und 70 PS von Organisator Frank Reichert aus Oberriexingen. Er lieferte vor einigen Jahren die Idee zum ersten Halloween-Race, das 2001 erstmals in Pulverdingen stattfand. In einer Truckerzeitschrift hat er damals von einem Rasenmäherrennen gelesen, das in Brandenburg stattfand. Also den Motor eines Motocross-Gespanns ausgebaut, mit einem Rahmen versehen und auf dem Pick-up nach Brandenburg zum Rennen gekarrt. Der Spaß war groß genug, dass Reichert der Meinung war, dass die hiesige Region auch so ein Rennen verdient hat.
So fand gestern das dritte Rennen statt. Nach dem Qualifying, bei dem die Startreihenfolge ermittelt wurde, kam es zum Rennen in drei verschiedenen Klassen: No-Speed-Klasse (Originale bis 10 km/h), Low-Speed-Klasse (Originale bis 20 km/h) und High-Speed-Klasse (ohne Geschwindigkeitsbegrenzung). Kleiner Nachtrag: Bei den Originalen musste das Mähwerk entfernt werden…
Um den Parcours interessant und gleichzeitig sicher zu machen, wurden viele Kurven und kurze Geraden eingebaut. So wurden Höchstgeschwindigkeiten von „nur“ 60 Stundenkilometern erreicht. Passend zur Veranstaltung wählte Organisator Frank Reichert übrigens auch die Bewirtung: So gab es Essen und Trinken nicht an einem normalen Stand, sondern vom Gastrobus des Oberriexingers Andreas Heinz.
