Winfried Abicht siegt bereits im ersten Wahlgang
Mühlacker (os) – Vom Stadtbaumeister zum Bürgermeister: Der Leiter des Bau- und Planungsamts in Mühlacker, Winfried Abicht, ist zum neuen Beigeordneten in der Senderstadt gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Hans-Jürgen Pisch an, der sich nach 16 Jahren nicht mehr beworben hatte. Der „Platzhirsch“ bekam 25 Stimmen.
Der 43-jährige „Platzhirsch“ setzte sich gleich im ersten Wahlgang gegen drei in der Endrunde verbliebene Mitbewerber durch. Ursprünglich hatten sich 13 Kandidaten gemeldet. Davon hatten fünf ihre Bewerbung zurückgezogen, nachdem der Amtsleiter aus dem Mühlacker Rathaus seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Nach einer nicht öffentlichen Vorstellung der verbliebenen Bewerber wurden vier zur Wahl eingeladen.
Irritationen hatte es in den vergangenen Wochen diesbezüglich gegeben, weil in der Stellenausschreibung explizit ein Diplom-Verwaltungswirt oder ein Jurist gesucht worden war, die Gemeinderatsfraktionen von CDU, SPD und Freien Wähler sich aber schnell auf Abicht festgelegt hatte, der mit diesem Anforderungsprofil als Architekt und Stadtplaner freilich nicht aufwarten konnte. Regierungspräsidium und Innenministerium signalisierten jedoch, den Widerspruch zwischen Ausschreibung und sich abzeichnender Festlegung auf den Kandidaten aus dem eigenen Haus nicht beanstanden zu wollen.
In seiner Vorstellungsrede hatte der Wahlsieger auf die zahlreich noch anstehenden Prozesse zur Weiterentwicklung der Stadt verwiesen, die „in immer enger Abstimmung mit dem Stadtrat“ zu erarbeiten seien. Er konnte in seiner Argumentation mit den Pfunden eines profunden Kenners der Materie wuchern. Sein fehlendes juristisches Fachwissen könne mit Hilfe „verlässlicher Partner“ in der Verwaltung ausgeglichen werden, äußerte sich der Bau- und Planungsexperte überzeugt. Als ein persönliches Anliegen formulierte er zudem, die Ausrichtung der Stadtverwaltung nach außen zu verbessern.
Abicht, der ursprünglich aus Hessen stammt, ist Bauingenieur mit einem Ergänzungsstudium zum CAD-Techniker. Nach seinem zweiten Staatsexamen führte er im baden-württembergischen Landesdienst den Titel eines Regierungsbaumeisters. In Mühlacker ist der in Wössingen verheiratete künftige Stellvertreter des Oberbürgermeisters seit sieben Jahren Chef des Stadtbauamts. Die Frage, die die Grünen-Fraktion allen Kandidaten stellte, wie sie’s im Falle ihrer Wahl mit einem Wohnsitz in Mühlacker halten wollten, beantwortete Abicht ausweichend: Langfristig wolle er es nicht ausschließen, kurzfristig sei dies aber nicht realisierbar, da seine Frau in Karlsruhe Mitinhaberin einer Zahnarztpraxis ist, die „von heute auf morgen“ aufzugeben, unmöglich sei. Überdies pendle er in kurzer Fahrzeit zwischen Wössingen und seiner Dienststelle.
Auf Abicht waren in der geheimen Wahl 25 Stimmen entfallen. Seine Mitbewerber Clemens Fritz aus Bretten, Sabine Reiff aus Kassel und Mario Metzger aus Pirna (Sachsen) erhielten zwischen fünf und einer Stimme. Ein Stadtrat enthielt sich der Stimme. Abichts Aufstieg vom Stadtbau- zum Bürgermeister vollzieht sich zum Jahreswechsel.
