Donnerstag, 09. Februar 2012

Vaihinger Weihnachtsmarkt






Stimmung beim Weihnachtsmarkt. Foto: Arning
Stimmung beim Weihnachtsmarkt. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Er dauert zwar nur einen Tag, der Vaihinger Weihnachtsmarkt. Doch er ist alle Jahr wieder ein Anziehungspunkt vor dem 1. Advent. Waren es diesmal weniger Besucher? Die Meinungen gehen auseinander. Es gab durchaus auch „schwache" Zeiten. Wer Auskunft gegen kann, sind die Kassen der teilnehmenden Gruppen…
Auf dem Vaihinger Marktplatz wuselt es schon in der Dämmerung. Ein Weihnachtsmarkt will vorbereitet sein. Es wird geschafft und viel gelacht. Gute Aussichten für den 35. Markt der gemeinnützigen Gruppen, Schulen und Vereine. Die ersten Kunden kommen schon mit den Aufbautruppen. Beim evangelischen Jugendwerk zum Beispiel ist es fast schon Tradition, dass einige Adventskränze aus dem Auslieferfahrzeug heraus verkauft werden. Die Farben der Kerzen auf den Kränzen sind in diesem Jahr etwas poppig geraten, doch das stört offenbar nicht groß. Pfarrer Thomas Moser, der natürlich auch wieder als Verkäufer fungiert, hat sich schon mal einen für sich ausgeguckt, doch wenn der weg ist, ist er auch nicht traurig. Nebenan verkauft Karl-Heinz Gulich in seinem Maientagsgewand für die Hobbygruppe Vaihingen (HGV) Raketen: Billy Boy für 10 Euro neunzig. Es müssen ja nicht immer Kerzen oder Adventskränze sein. Der Ritter in seiner Rüstung klagt etwas über Jetlag; er ist erst Ende der Woche aus den Staaten gekommen. Doch beim Weihnachtsmarkt will er wieder dabei sein. Ein Blick ins Vorlesezelt des Bezirksjugendwerks. Das Angebot kommt gut an. Im Halb-Stunden-Takt gibt es hier Geschichten. Wie in einer Höhle sitzen die Kinder auf Strohballen und hängen den Vorleserinnen an den Lippen.
Sprung auf die andere Seite des Marktplatzes. Da lädt die Jugend der Grünen (erstmals dabei) zur Vernichtung von Atomkraftwerken ein. Die Mohrenkopf-Biskuit-Kombination schmeckt nicht schlecht. Gegenüber gibt es Rote Würste und Engel. Die Jedermänner des TV Vaihingen, ebenfalls Markt-Neulinge, haben ihre NVA-Gulaschkanone, die sie ja schon beim Badplatzfest in Betrieb hatten, noch einmal angeworfen und bieten einen Serbischen Bohneneintopf an. Daneben werben die Kleinglattbacher Posaunenbläser mit einer genialen Notenklammer. Darf es ein Los für die Lebenshilfe sein? Erika Gässler dreht unermüdlich ihre Runden. Ihr kann kaum jemand widerstehen. Der Handarbeitskreis der evangelischen Kirchengemeinde hat das Jahr über wieder gestrickt,. dass die Nadeln gequalmt haben. „Sie brauchen doch sicher auch ein paar warme Socken? Größe 45?“ Schulklassen bessern sich die Kassen fürs Schullandheim auf. Die Tierschützer haben gebastelt, die helfenden Mütter haben sich wieder besonders angestrengt mit der Dekoration ihrer Marmelade. Und selbst der Glühwein „läuft“, obwohl es eigentlich zu warm ist an diesem Samstag.
Ein besonderes Augenmerk wird beim Vaihinger Markt auf das Rahmenprogramm gelegt. Das Organisationsteam (Marianne Weikert, Petra Buchfink, Wolfgang Kapp und Rudolf Kinscher) bietet am Brunnen und vor dem Weihnachtsbaum Gastspiele im Halb-Stunden-Rhythmus an, wobei der Auricher Eintracht-Kinderchor mit der quirrligen Dirigentin Susanne Kilpper immer die Ehre des ersten Auftrittes hat. Da werden sogar die Zaungäste zum Wedeln im Schnee und zur Schussfahrt animiert. Noch trubeliger wird es beim Gastsspiel des neuen Vereins Drehscheibe Jugend & Kultur. Wen wundert’s, da ist Georgie Hocker dabei, der natürlich Instrumente an die Besucher austeilt und heftig einheizt. Und ganz zum Schluss sorgt in der Dunkelheit der Fakir mit seiner ewig gleichen Schau, die aber jedes Jahr wieder staunendes Publikum findet, für den feurigen Endpunkt des Marktes.
Eh’ wir es vergessen. Gesprochen und gedankt wurde natürlich auch. Marianne Weikert hat die Aufgabe im Namen der Org-Gruppe erledigt. Und Oberbürgermeister Gerd Maisch hat ihr kräftig gedankt. „Ich freue mich, dass dieser besondere Markt jedes Jahr stattfindet.“ Als Besonderheit in Vaihingen gilt ja die Spende der Teilnehmer. 2008 kamen fast 2000 Euro zusammen, die unter anderem an die Diakonie und an das Jugendamt beim Landratsamt gingen. Dort werden für bedürftige Familien Weihnachtsgeschenke gekauft. Marianne Weikert: „Ich bin jetzt mal gespannt, was wir diesmal übergeben können.“


Seitenanfang