Kleinglattbach (sr) – D! kommt nach Vaihingen! Besonders bei jungen Tanzbegeisterten dürfte diese Nachricht Herzrasen auslösen. Detlef D! Soost und sein Team werden morgen in der Kleinglattbacher Halle im See beim Workshop die Tanzschüler seiner D!s Dance-Club Partnerschulen – darunter Conny Boobs DLC aus Aurich – sowie Besucher in Wallung bringen. „Wir werden alles anbrennen, was geht“, sagte der 39-Jährige beim VKZ-Gespräch.
Wie geht’s Ihnen heute?
Mir geht’s gut, aber das Wetter in Berlin ist nicht so toll. Ich fliege aber gleich nach München, vielleicht ist’s da besser. Wir können ja ein sonniges Interview führen.
Wie soll ich Sie anreden?
Wir können uns gerne duzen, wenn das in Ordnung ist.
Was bedeutet eigentlich das D! in Deinem Namen?
Das bedeutet Dance. Das Tanzen hat meinen Lebensweg beeinflusst.
Die Leidenschaft für das Tanzen kam, als Sie „Thriller“ von Michael Jackson im Fernsehen gesehen hatten. Wie alt waren Sie damals und wie fühlen Sie sich nach Jackos Tod?
Wir wollten uns doch duzen...
Stimmt.
Ich war zwölf Jahr alt. Gott hab’ ihn seelig, die Nachricht von seinem Tod hat mich wirklich geschockt. Für mich war er bis zum Schluss der Impulsgeber für mein Leben. Sonst wäre ich vielleicht Müllfahrer geworden, was auch nicht schlimm wäre. Aber dann könnte ich diese Leidenschaft für das Tanzen und das Selbstbewusstsein jetzt nicht in dieser Art und Weise an die jungen Leute weiter geben. Michael Jackson hat dafür den Impuls gegeben.
Hast Du als Jugendlicher Deine Ausbildung zum Werkzeugmacher abgeschlossen?
Ja, das war in der DDR so üblich. Aber einen Tag nach dem Abschluss habe ich gekündigt und gesagt, dass ich nur noch Tanzen werde.
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Stichwort DDR: Wie hast Du den Mauerfall erlebt?
Eigentlich ganz langweilig. Ich saß an diesem Abend vor dem Fernseher und habe in den Nachrichten die Bilder von der Maueröffnung gesehen. Ich habe meine Freundin, die schon schlief, angestupst und gesagt: „Du Jackie, irgendwie kann man da jetzt rüber.“ Obwohl man das nicht denkt, bin ich ein recht bodenständiger und heimeliger Mensch. Ich habe erst mal darüber nachgedacht, was das jetzt für mich bedeutet.
Seit diesem Jahr lebst Du von der Mutter Deiner Kinder getrennt. Wann siehst Du die Kleinen?
Chani (3 Jahre alt) und Carlos (2) sehe ich an mindestens zwei Tagen in der Woche. Ich gehe dann mit meinen Kindern beispielsweise zum Reiten. Das macht totalen Spaß und vermittelt bestimmte Formen von sozialem Grundverhalten. Die Pferde müssen erst gestriegelt und alles fertig gemacht werden. Es ist cool, dass alles erst mal vorbereitet werden muss und es nicht gleich los geht.
Hast Du manchmal schlaflose Nächte, wenn die Kandidaten bei Popstars nach Deiner Kritik in Tränen ausbrechen?
Popstars ist die einzige Casting Show, die zeigt, wie hart dieses Business wirklich ist und wie hart die Vorbereitung für den Bühnenauftritt ist. Manche junge Erwachsene haben Flausen im Kopf oder denken: „Mensch, in ein paar Tagen bin ich Popstar.“ Aber man muss hart an sich arbeiten. Gerade in der heutigen Zeit muss man mehr tun, als ein bisschen Däumchen zu drehen.
Du hattest es ja auch nicht leicht in Deiner Jugend...
Viele schließen daraus, dass ich denke, dass es die anderen dann auch nicht leicht haben dürfen. Das stimmt nicht, ich hätte gerne eine Förderung wie bei den Popstars gehabt. Es muss einem immer bewusst sein, dass der Erfolg von heute nicht den Erfolg von morgen garantiert.
Das scheint ja Dein Motto zu sein: kein Stillstand, nicht auf den Lorbeeren ausruhen.
Ich bin immer in Action. Manche Leute sagen, der ist der ewig Getriebene. Andere sehen es positiv und denken: „Mann, der geht immer voran.“
Hast Du auch mal einen Durchhänger?
Heute Morgen bin ich aufgewacht und habe gedacht: Mann, was ist das für ein Tag! Vier Telefoninterviews, der Flug nach München, ein Workshop in Augsburg, abends noch unterrichten. Am Samstag und Sonntag Workshops in verschiedenen Städten und Sonntagabend noch ein Arbeitsessen. Die Wochenenden sehen meistens so aus. Mein Wochenende ist montags und dienstags, wenn ich mit meinen Kindern etwas unternehme.
Was sagst Du zu den Vorwürfen, dass die Jury bei Popstars gar nicht über das Weiterkommen der Kandidaten entscheidet, sondern eine Ampel, die im Hintergrund grünes oder rotes Licht gibt?
Das ist totaler Bullshit! Das basiert auf dem Bericht eines Ex-Jury-Mitglieds. Dazu gibt es Folgendes zu sagen: Wenn mich etwas nervt, sage ich es sofort. Das Ex-Jury-Mitglied Sido sagt ein Jahr später was und dann nicht zu mir, sondern lässt das gleich über die Zeitung verbreiten. Kurz darauf erscheint sein neues Album. Ich persönlich habe mit Sido überhaupt kein Problem. Was er getan hat, ist aus dem Erfolgsdruck heraus entstanden.
...und was ist mit der Ampel?
Es gibt keine Ampel. Die Juroren entscheiden.
Nächstes Jahr wirst Du 40 Jahre alt. Der Schwabe wird dann gescheit, wie ist das beim Berliner?
Lacht Ich glaube, ich war vorher schon gescheit. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja nochmal einen Schub.
Am Sonntag bist Du mit Deinem Team beim Workshop in der Halle im See in Kleinglattbach. Was habt Ihr vor?
Wir werden alles anbrennen, was geht!
