Vaihingen (aa). In verschiedenen Vaihinger Kindergärten müssen ab dem kommenden Kindergartenjahr Kleingruppen gebildet werden. Zum Beispiel in Gündelbach und Roßwag. In Ensingen wird die Reduzierung um eine Gruppe beziehungsweise die Schließung der Kleingruppe erwogen. Hier sind die Kinderzahlen deutlich rückläufig.
Einmal im Jahr wird in den Ortschaftsräten und im Gemeinderat das Thema „Tageseinrichtungen für Kinder“ behandelt. Hier stellt die Stadtverwaltung den Ist-Zustand bei Kindergarten, Ganztagesbetreuung, gemeindeübergreifenden Maßnahmen und im Bereich der Kindertagespflege vor. Auf der Basis der Geburtenzahlen wird der künftige Bedarf ermittelt. Dabei geht die Verwaltung von einer Aufnahmequote von 90 Prozent aus. „Die Angebote reichen derzeit aus“, ist das Fazit von Stadtkämmerer Jürgen Liegmann.
Aktuell ist in Gündelbach eine Reduzierung angesagt. Hier wird sich die Kinderzahl – sieht man mal von Zuzügen ab – bis 2011 von 41 auf 32 reduzieren. In Ensingen werden 2011 nur noch 66 Kinder im Kindergartenalter sein (derzeit 85), in Roßwag schrumpft die Zahl von 38 auf 29.
Vor dem Hintergrund des am 1. August 2013 in Kraft tretenden Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz für Ein- bis Dreijährige ist nicht davon auszugehen, dass es auf absehbare Zeit deutliche weniger Gruppen in der Stadt geben wird. „Wir müssen die kleinen Einrichtungen darauf umstellen“, sagt Birgit Scheurer, bei der in der Abteilung Bildung und Erziehung die Fäden zusammenlaufen.
Aurich (Träger evangelische Kirchengemeinde): Zwei Gruppen werden als ausreichend angesehen. Möglich wäre eine Umstellung einer Gruppe auf verlängerte Öffnungszeiten sowie die Aufnahme von unter dreijährigen Kindern.
Ensingen (evangelische Kirchengemeinde): Ab dem Kindergartenjahr 2010 ist die Reduzierung um eine Gruppe vorgesehen beziehungsweise die Schließung der Kleingruppe.
Enzweihingen (zwei Kindergärten der evangelischen Kirchengemeinde, einer der katholischen Kirchengemeinde): Im evangelischen Kindergarten Aile soll unter Beibehaltung einer Regelgruppe eine Ganztagesgruppe eingerichtet werden (ab April 2010). Eine Gruppe im katholischen Kindergarten soll ab September 2010 zur Kleinkindbetreuung umgewandelt werden.
Gündelbach (evangelische Kirchengemeinde): Reduzierung einer Gruppe zur Kleingruppe ab September 2010.
Horrheim (Stadt Vaihingen): Hier wird kein Handlungsbedarf gesehen. Es sind weiterhin vier Gruppe erforderlich und ausreichend, auch für die Betreuung U3 sowie verlängerte Öffnungszeiten.
Kleinglattbach (Stadt Vaihingen, Hofgut und Balzhalde, sowie evangelische Kirchengemeinde): Ab 2011 ist die Schließung einer Gruppe ins Auge gefasst. Umnutzung und Ausbau der Ganztagesbetreuung im Kindergarten Balzhalde ist möglich.
Riet (Stadt Vaihingen): Der Kindergarten ist hier weiter stark belegt; Handlungsbedarf ist nicht angesagt.
Roßwag (Stadt Vaihingen): Ab September soll eine Gruppe zur Kleingruppe werden. Aufnahme von Kindern U3 ist möglich.
Stark belegte Gruppen
in der Kernstadt
Vaihingen: Die Einrichtungen in der Kernstadt (Martha-Beitter- und Franck-Kindergarten durch die evangelische Kirchengemeinde, St. Maria durch die katholische Kirchengemeinde sowie Mina-Lenges-, Tannenweg- und Wolfsberg-Kindergärten durch die Stadt) werden nach den Erhebungen der Stadtverwaltung weiterhin stark belegt sein. Umnutzungen sind vorläufig nicht möglich, allenfalls Umstellungen oder eine Altersmischung (AM) durch Aufnahme von unter drei Jahre alten Kindern. Eine Ganztagesbetreuung ist hier nur in externen Gebäuden möglich.
Die Ganztagesbetreuung für unter (U) und über (Ü) Dreijährige gibt es derzeit in Kleinglattbach (18 Ü3-Plätze), bei der Familien-Bildung in Vaihingen (15 U3-Plätze), im Vaihinger Franck-Kindergarten (insgesamt 15 Plätze) sowie seit längerer Zeit im Kinderhaus „Sonnenkäfer“ (15 Plätze). Geplant sind Plätze in zwei Kindergärten von Enzweihingen (insgesamt 28 Plätze, davon 15 U-Plätze), am Kaltenstein (18 U3-Plätze). Angedacht ist eine Umwandlung beziehungsweise ein Anbau im Kindergarten Balzhalde von Kleinglattbach oder auch ein Neubau im Baresel-Bereich für insgesamt 20 Plätze.
Bei der ganztägigen Betreuung von Kleinkindern bis drei Jahre geht man für 2010 bei einer Kinderzahl von 739 von 40 Plätzen aus, für 2011 bei 708 Kindern von 50 Plätzen.
Auch der Waldorfkindergarten muss natürlich in die Planungen mit einfließen. Hier werden aktuell drei Gruppen (eine altersgemischt mit unter und über Dreijährigen) betrieben. 76 Kinder werden betreut (Zahl von 2008), davon 43 aus Vaihingen. 33 Kinder kommen aus insgesamt 13 Wohnorten. Geplant ist die Einrichtung einer Ganztagesbetreuung Ü3 sowie die Einrichtung einer Krippe für U3-Kinder.
Auch die Kindertagespflege spielt eine wichtige Rolle. Nach Aussagen des Tagesmüttervereins Ludwigsburg, der eine wöchentliche Sprechzeit in den Räumen der Familien-Bildung abhält, werden rund 50 Kinder ganz oder ergänzend durch eine Tagesmutter in der Wohnung betreut. In der Hans-Krieg-Straße gibt es eine Tagespflegeeinrichtung für neun Kinder.
Der Auftrag des Gemeinderates bei der Bedarfsplanung für die Tageseinrichtungen an die Stadtverwaltung: Bei grundsätzlichen Veränderungen entsprechend informieren und erforderliche Beschlüsse rechtzeitig herbeiführen.
