Donnerstag, 24. Mai 2012

Unterricht in Containern






An der FSR wird jetzt in Containern unterrichtet. Foto: Arning
An der FSR wird in den nächsten Monaten in Containersn unterrichtet. Foto: Arning

Vaihingen (aa). Der Unterricht in den Containern ist an der Vaihinger Ferdinand-Steinbeis-Realschule voll angelaufen. Insgesamt sind zwischen der Stadthalle und dem Schulgebäude 16 Klassenzimmer mit Containerelementen entstanden. Dafür mussten Bäume gefällt werden.
"Erste Formen von Alltag und Routine kehren wird ins Schulleben zurück“, schreibt Rektor Olaf Büscher, der eigentlich noch krank geschrieben ist, aber mit seiner Schule leidet, via Internet an die Eltern. Er bedankt sich ausdrücklich bei der Stadt Vaihingen für die rasche und umfassende Lösung. „Eine Umsiedlung und Auslagerung in zahlreiche freie Räume und Gebäude an den unterschiedlichsten Stellen hätte das schulische Leben in hohem Maße belastet“, verteidigt Büscher die Containerlösung. Wenn man jetzt die ausgefallenen Stunden summiere, zeige es sich ganz deutlich, dass es auch nicht schlimmer sei als an anderen Schulen mit ihrem Krankenstand oder zum Beispiel epidemischen Grippezeiten.
16 Klassenzimmer sind in den letzten Tagen in zwei Segmenten auf dem Schulhof entstanden. Immer vier Container-Elemente sind zu einem Raum zusammengefügt worden. Vier Räume pro Ebene, darüber nochmals vier. Und daneben steht das gleiche Ensemble noch einmal. Die beiden Sanitär-Container stehen auf der Seite zur Schlossbergschule hin – da sorgen Bauarbeiter noch für den Anschluss.
„Für drei Monate kosten die Container 75900 Euro“, informierte im Rahmen der jüngsten Gemeinderatssitzung Oberbürgermeister Gerd Maisch; jeder weitere Monat schlage mit 8800 Euro zu Buche. Es sei davon auszugehen, dass die jetzige Lösung ein halbes Jahr dauere, man unterm Strich also auf Kosten von rund 100 000 Euro komme. Der Auftrag für die Reinigung und den Rückbau hat laut Maisch einen Umfang von 190000 Euro.
Die Reinigung der vom Rauch aus der Mädchentoilette in Mitleidenschaft gezogenen Räume ist inzwischen so gut wie abgeschlossen. „Noch etwa eine Woche sind wir hier“, meint der Vorarbeiter. Mit bis zu zehn Kräften war die Firma in den letzten Wochen in Aktion. Die Deckenverkleidungen sind abgebaut, die Leitungen verschwunden. Von der Decke grüßt der nackte Beton.
Es fallen immer wieder auch Sonderaufgaben an. Was ist mit dem Flügel des Musikraumes? Er muss raus. Dafür ist ein Spezialunternehmen notwendig. Vier starke Männer von einer Firma für Klaviertransporte wuchteten den Flügel gestern in einen Raum, der vollgestopft ist mit Instrumenten und Stühlen. 420 Kilogramm waren zu bewegen.
Ist alles gut angelaufen? Konrektor Christoph Neumann verzieht das Gesicht: „Wenn man bei sechs kranken Lehrern von gut sprechen kann.“ An der Realschule ist derzeit an allen Ecken und enden Improvisation angesagt.
Wenn der Eindruck nicht täuscht, nehmen es zumindest die rund 600 Schüler sehr gelassen. Seit dem Brand vom 14. Oktober sind sie Überraschungen gewohnt. Für die nächsten Monate haben sie auf jeden Fall ihre Notklassenzimmer.
Was der Schulleitung bei der Übermittlung von Informationen helfen würde, sind weitere E-Mail-Adressen der Eltern, denn per Newsletter geht alles viel unkomplizierter, billiger und vor allem schneller. Im Moment umfasst der Datenbestand knapp 50 Prozent.


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