Sersheim (ub). 52 Aussteller belegen 125 Tische. Rund 1500 Besucher kommen in die Sport- und Kulturhalle in Sersheim. Gestern fand die 24. Modellbörse statt – die größte Veranstaltung ihrer Art in der Region.
Die fünf Stunden dauernde Börse ist ein Dorado für viele Sammler. Aber auch die Aussteller wissen um die Publikumsfrequenz in Sersheim: Aus dem ganzen Land und den angrenzenden Bundesländern kommen sie in die Sport- und Kulturhalle, um Eisenbahn- oder Autozubehör im Modellformat an die Kundschaft zu bringen. „Seit zwei Wochen sind wir dicht. Wir mussten sogar eine Warteliste anlegen“, sagt Peter Renno vom Modell-Club Sersheim. Für den zehnköpfigen Verein ist die jährliche Modellbörse die einzige Veranstaltung.
Ob H0, die beliebte Spurgröße im Maßstab 1:87, die Schmalspurvariante im Maßstab 1:140 oder die Spur1, die witterungsbeständig auch auf der Terrasse verlegt werden kann, für den Modelleisenbahnfan gibt es in Sersheim alles zu finden.
Auf der Suche ist gestern auch Stefan Wasserbäch, Ortsvorsteher von Horrheim. Als Sechsjähriger bekam er seine Märklin HO. „Das war eine schöne Zeit“, erinnert sich die Stadtrat. Lange Jahre war die Anlage verwaist, jetzt soll sie wieder aktiviert werden, damit die drei Buben von Wasserbäch auch ihren Spaß haben.
Andere geben dem Modellmarkt wenig Zukunftschancen. „Der Markt ist schwer am Abflauen“, so ein passionierter Sammler aus Kleinglattbach, der lange Jahre selbst seine Sammlerstücke in Sersheim anbot. „Von den Jungen interessiert sich doch heutzutage niemand mehr für das. Da gibt es nur noch Computerspiele.“ Der letztjährige Standnachbar gibt ihm recht: Rund 180 Euro habe er verdient. Abzüglich der Standgebühren und der Anfahrt sei dies ein Nullgeschäft. „Da können wir unsere Stücke gleich verschenken“, so der Kleinglattbacher.
Zwar drängen sich am Sonntag jede Menge Leute durch die Standgassen, doch offensichtlich ist, dass es von vielen Marken eine regelrechte Überproduktion gibt. Trotzdem lässt sich bei der Modellbörse das eine oder andere Schnäppchen machen, um die Anlage daheim aufzurüsten. Renno: „Wir haben bei den Ausstellern private Sammler ebenso wie professionelle Händler.“
Das Internet ist für die Modellfans keine Konkurrenz. Die Mitglieder des Modell-Clubs wissen: „Hier können die Leute die Produkte in die Hand nehmen und ausprobieren.“ Vor dem Regieraum sind deshalb auch Testgleise aufgebaut, um vor dem Kauf die Ware auf Funktionstüchtigkeit zu überprüfen.
Trotz der Wirtschaftskrise, die Sersheimer Modellbörse geht weiter. Für den 21. November 2010 ist die Halle bereits wieder reserviert – für die 25. Veranstaltung.
