Donnerstag, 24. Mai 2012

Bundessieger der Junghandwerker kommt aus Horrheim




Driemel und sein Chef Hayer haben Grund zur Freude. Foto: Rücker
Driemel und sein Chef Hayer haben Grund zur Freude. Foto: Rücker

Enzweihingen/Horrheim (sr) – Karosseriebauer Michael Driemel und sein Chef Gerd Hayer konnten sich am Samstag über eine gute Nachricht freuen: Der Jung-Geselle aus Horrheim wurde zu einem der Bundessieger beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks gekürt.
 Im Fall von Michael Driemel kam es offensichtlich so, wie es kommen musste. Der 20-Jährige aus Horrheim ist Bundessieger im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in der Sparte Karosserie- und Fahrzeugbau, Fachbereich Karosserieinstandhaltungstechnik.
 Zwei Gründe für den Erfolg des Karosseriebauers lassen sich sofort ausmachen. Zum einen wehte dem erfolgreichen Gesellen der Duft motorisierter Oldtimer schon in jungen Jahren um die Nase. Vater Harald hegt und pflegt in seinem „Anderen Museum der 50er und 60er Jahre“ in Horrheim unter anderem alte Kostbarkeiten auf Rädern. Vermutlich lässt sich auch eine genetische Anlage nicht leugnen. Zum anderen rutschte der Auszubildende aus Enzweihingen aufgrund seiner guten Leistung in den Wettbewerb hinein, sagt Lehrherr Gerd Hayer von Karosserie und Fahrzeugbau Hayer in Enzweihingen: „Der beste der Lehrlinge von der Handwerkskammer Stuttgart geht zum Landeswettbewerb.“
So kam es, dass sich Driemel beim Landeswettkampf in Ulm mit neun Kollegen messen durfte. Dort sahnte er nach Abgabe einer Arbeitsprobe den ersten Preis ab. Und auch auf Bundesebene überzeugte der Horrheimer mit seiner praktischen Leistung. Am 7. November musste dabei innerhalb von acht Stunden in der Fahrzeugakademie Schweinfurth ebenfalls eine Arbeitsprobe erstellt werden. Ein Heckblech war’s, das den Autoliebhaber zum Sieg katapultierte. „Ein beschädigtes Stück“, erklärt Driemel. Es galt, einen Defekt auszubeulen und an anderer Stelle abzutrennen, das fehlende Teil neu zu fertigen und wieder anzubringen. Mehr als zehn Gegner verbannte der Jung-Geselle vom Siegertreppchen.
Teilnahmeberechtigt beim Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks sind Junghandwerker, die ihre Abschlussprüfung aktuell abgelegt, das 25. Lebensjahr noch nicht überschritten und die Prüfung mindestens mit der Note „gut“ bestanden haben.
Bei Michael Driemel ist aufgrund guter Leistungen die Ausbildungsdauer von 3,5 auf drei Jahre reduziert worden. Beim Bundeswettkampf in Schweinfurt war der bescheidene Horrheimer ebenfalls schnell. Eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Abgabetermin legte er sein Werkzeug nieder. Driemel: „Ich bin dann heimgefahren.“
Seit August hat er den Gesellenbrief in der Tasche. Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, das sei sein Traumberuf und vielleicht sattelt er irgendwann den Meister drauf, sagt Driemel. Chef und Karosseriebaumeister Hayer: „Er kann bleiben so lange er will.“
Vielleicht hat er bis dahin auch ein Auto, mit dem er fahren könnte. Vier Ford Escort nennt Driemel sein Eigen, Baujahr zwischen 1980 und 1985. Driemel über diese Vorliebe: „Die gefallen mir halt.“ Eins der Autos wäre theoretisch fahrtüchtig. Das Problem: Es ist zu schade. Bei den drei anderen müsse er einfach verhindern, dass er beim Restaurieren übertreibt, nimmt sich Driemel vor. Bis jetzt pendelt er nach wie vor mit dem Bus von Horrheim nach Enzweihingen.




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