Vaihingen/Heilbronn (sr) – Vor 50 Jahren, als Freddy von der Gitarre und dem Meer sang, fand die erste Landesweinprämierung in Württemberg statt. Gestern, bei der 51. Auflage, wurden 4436 Weine dem strengen Prüfverfahren unterzogen. 83 Prozent davon waren eines Preises würdig, darunter auch etliche aus Vaihingen und Umland. Ehrenpreise wurden ebenfalls abgeräumt.
Jubel beim Weingut Martin Notz aus Hohenhaslach und bei der Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen: Sie durften sich gestern bei der Landeswein- und Sektprämierung, dessen Träger der Weinbauverband Württemberg ist, mit Ehrenpreisen schmücken. Mit im Reigen der Ehrenpreisträger war auch die Württembergische Weingärtner-Zentral-Genossenschaft Möglingen.
Im Heilbronner Kongresszentrum Harmonie zeigten gestern 214 Betriebe, dass die Qualität des Württemberger Weines im Durchschnitt deutlich gestiegen ist, wie die Prüfer bemerkten. Geruch, Geschmack und Harmonie der geistreichen Getränke werden beim Wettbewerb um Bronze, Silber oder Gold in einem strengen Prüfverfahren von vier fachkundigen Prüfern bewertet. Maximal fünf Punkte können pro Kategorie erzielt werden. Der Mittelwert der Einzelbeurteilungen gilt schließlich als Qualitätszahl. Für eine goldene Preismünze müssen mindestens 4,5, Silber vier und Bronze mindestens 3,5 Punkte erreicht werden. Der Kunde kann sich schließlich an dem europaweit anerkannten Qualitätsetikett auf der Flasche orientieren.
Zehn Ehrenpreise für besonders gute Gesamtleistungen wurden ausgelobt. Hierbei wird die entscheidende Wertzahl sogar anhand einer Formel ermittelt. Folgende Voraussetzungen müssen außerdem erfüllt sein: Der Betrieb muss in den vergangenen Jahren erfolgreich an den Prämierungen teilgenommen haben, hat aber keinen Ehrenpreis bekommen. Und innerhalb des Prämierungsjahres müssen mindestens drei Weine mit einer goldenen Preismünze ausgezeichnet worden sein. Die prämierte Weinmenge und die Bedeutung des Betriebes für die württembergische Weinwirtschaft fließen ebenfalls mit in die Bewertung ein.
Diesjährige Ehrenpreisträger aus demVerbreitungsgebiet der Vaihinger Kreiszeitung sind: Weingut Martin Notz aus Hohenhaslach, das 25 Weine angestellt hat von denen alle prämiert wurden. 16 Gold- und neun Silbermünzen konnten die Hohenhaslacher mit nach Hause nehmen. Die Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen freut sich ebenfalls über einen Ehrenpreis. Vorstandsvorsitzender Ulrich Allmendinger, der auf die Leistungen seiner Wengerter und seines Kellermeisters Jürgen Essig stolz ist: „Nachhaltiges Qualitätsmanagement in den Weinbergen und im Keller zahlen sich letztendlich aus.“ 90 Weine hatte die Genossenschaftskellerei angestellt, 79 wurden prämiert. Davon 14 mit Gold, 49 mit Silber und 16 mit Bronze.
Auch die Württembergische Weingärtner-Zentral-Genossenschaft (WZG) Möglingen erhielt einen Ehrenpreis. Der Ludwigsburger Landrat Dr. Rainer Haas überreichte der WZG den von ihm gestifteten Ehrenpreis und hob deren große Bedeutung für den Landkreis Ludwigsburg hervor: „In Weinausbau, Weinpflege und Vermarktung bündelt die WZG die Kompetenzen der zahlreichen hervorragenden Weinbaubetriebe im Landkreis und trägt dazu bei, dass deren Weine zunehmend in die internationale Spitzenklasse vorstoßen.“ Die Weine seien oftmals Produkte der Steillagen, mit deren Pflege die Wengerter auch einen unschätzbaren Beitrag zur Pflege und zum Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft leisteten. Nicht umsonst habe der Weinbauverband Württemberg daher kürzlich den Vorschlag präsentiert, einen Antrag auf Anerkennung der württembergischen Steillagen als Unesco-Weltkulturerbe zu stellen (mehr dazu in unserer morgigen Ausgabe in der Serie „Phänomene der Natur“).
Betriebe mit prämierten Weinen aus dem Verbreitungsgebiet der VKZ: Württembergische Weingärtner-Zentral-Genossenschaft Möglingen mit 21 Gold/36 Silber/21 Bronze, Möglingen; Weingut Sonnenhof mit 18/19/6, Gündelbach; Weingut Notz mit 16/9/0, Hohenhaslach; Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen mit 14/49/16, Roßwag; Weingut Baumgärtner mit 12/6/5, Hohenhaslach; Weingut Faigle mit 6/11/2, Horrheim; Weingut Zaiß mit 5/7/4, Schützingen; Weingärtnergenossenschaft Horrheim-Gündelbach mit 4/9/2, Horrheim; Weingut Stärk mit 2/3/2, Oberriexingen; Weinbau Weiberle mit 1/2/0, Hohenhaslach; Weinbau Kinzinger mit 1/0/0, Enzweihingen; Weinbau Kratzer mit 0/3/4, Hohenhaslach; Weingärtnergenossenschaft Ensingen mit 0/2/2, Ensingen. Bei Sekt erhielten das Weingut Baumgärtner Hohenhaslach einmal Silber und einmal Bronze; Weingut Zaiß, Schützingen eine Silbermünze; Weinbau Kinzinger aus Enzweihingen eine Bronzemünze. (sr/p
Heute und morgen stehen im Heilbronner Kongresszentrum 500 ausgezeichnete Weine und Sekte beim „Gipfeltreffen der besten Württemberger“ zur Verkostung bereit.

