Donnerstag, 24. Mai 2012

Lücken beim Altennachmittag






Seniorennachmittag der Stadt in Horrheim. Foto: Arning
Seniorennachmittag der Stadt in Horrheim. Foto: Arning

Horrheim (aa). Schwächeln die Vaihinger Senioren? Oder fühlen sie sich noch nicht alt? Sind die Angebote der Stadt nicht mehr zeitgemäß? Auf jeden Fall gab es am Samstag beim Seniorennachmittag in der Horrheimer Mettertalhalle viele freie Plätze. Die Antworten werden wohl in einer Mischung aus den Fragen liegen.
Ortsvorsteher Stefan Wasserbäch nahm kein Blatt vor den Mund, um seine Gemeinde zu preisen. Er sprach von der „guten Stube“ der Stadt. Der Ort mit Traditionen und Innovationen sei immerhin  acht Jahre älter als Vaihingen und biete mit 1249 Hektar die zweitgrößte Markungsfläche hinter Enzweihingen auf. Da konterte Oberbürgermeister Gerd Maisch, dass man bei so viel Superlativen ja eigentlich froh sein müsse, dass Vaihingen 1973 nicht nach Horrheim eingemeindet worden sei und schob noch nach, dass Wasserbäch vergessen habe, dass Horrheim mit 100 Hektar die größte Rebenfläche aufweise.
Es war in diesem Jahr bereits der dritte Seniorennachmittag unter der Regie der Stadtverwaltung (nach dem Maientag und dem Feuerwehrjubiläum). Vielleicht ist diese Fülle von Angeboten dann doch ein wenig zu viel. Die rund 200 Gäste bekamen mit der Bewirtung durch den Orchesterverein ein durchweg unterhaltsames Programm geboten, auch wenn das Mikrofon die Akteure ab und zu narrte  - mit der Einstimmung durch Ortsvorsteher und den OB, wobei Gerd Maisch natürlich auch auf die „Lage“ der Stadt einging und den Senioren für ihre Aufbauleistungen Anerkennung aussprach. Dass die Bläserklasse Ensingen-Horrheim beim Landeswettbewerb „Echt gut“ den ersten Preis geholt hat, war natürlich eine besondere Erwähnung wert.
Die Vaihinger Schulen würden derzeit von über 5000 Kindern besucht, berichtete Maisch. „Es sind so viele wie noch nie.“ Gleichzeitig habe man jedoch an den Grundschulen 130 Kinder weniger als noch vor fünf Jahren. Man schiebe den Schülerberg an den weiterführenden Schulen vor sich her. Erwähnt wurden die Maßnahmen aus dem Konjunkturprogramm II (Ertüchtigung der Schulen mit einem Aufwand von 2,5 Millionen Euro). Die Krise sei jedoch auch in der Stadt angekommen; die Steuereinnahmen würden sinken, die Umlagen steigen. Maisch konnte jedoch beruhigen: „Wir werden keine Steuern erhöhen, denn wir haben vorgesorgt und schauen mit Zuversicht in die kommenden Jahre.“
Mit von der Partie waren am Samstagnachmittag der Kindergarten, der Singkreis der evangelischen Kirchengemeinde und natürlich der Orchesterverein. Bruno Kadler von der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins machte mit der Geschichte des Ortes bekannt und lud zum fröhlichen Liedersingen mit Hits vergangener Tage ein: „In einem Polenstädtchen“ oder „Wenn die bunten Fahnen wehen“. Und das Lied von „Horrheim, der lieblichen Perle im schönen Mettertal“, durfte auch nicht fehlen.
Falls es den Gästen gefallen hat, steht einem weiteren Besuch nichts im Wege: Schon am Eingang zur Mettertalhalle bekamen sie einen Flyer mit dem historischen Ortsrundgang in die Hand gedrückt. Den kann man absolvieren, ohne eine Lautsprecheranlage benutzen zu müssen. Nach der in der Mettertalhalle sollte dringend mal geschaut werden. „Aber der Chef hat es ja selbst erlebt“, meinte am anderen Tag Ortsvorsteher Wasserbäch.


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