Donnerstag, 24. Mai 2012

Neues Schulungsgebäude für die Verkehrswacht




Das Gelände im Egelsee wird modelliert. Foto: Rücker
Das Gelände im Egelsee wird modelliert. Foto: Rücker

Vaihingen (sr) – Freude bei der Verkehrswacht in Vaihingen: Mit Beginn der Erschließungsmaßnahmen an der Walter-de-Pay-Straße rückt die Realisierung des neuen Schulungsgebäudes im Egelseegelände in greifbare Nähe.
 Der Vorsitzende der Verkehrswacht Vaihingen kommentiert das Anrücken der Bagger in der Walter-de-Pay-Straße folgendermaßen: „Ich bin glücklich, dass nach über acht Jahren nun Baubeginn ist.“
 Sehr viel mehr ist Armin Baumgärtner allerdings nicht zu entlocken. Immer wieder sehe sich der Verein mit Vorwürfen und Vermutungen konfrontiert. Beispielsweise, dass mit dem Bau des neuen Schulungsgebäudes auch der Übungsbetrieb zunehmen würde. Dass dies nicht zu erwarten ist, kann im Bebauungsplan nachgelesen werden: „Im Übrigen soll der Betrieb (Kurse, Kursteilnehmer) nicht ausgedehnt werden.“ Architekt Rainer Imle formuliert es so: „Wir brauchen ein zweckmäßiges, modernes Schulungsgebäude, das vielseitig nutzbar ist.“ Davon zeugt unter anderem der Mehrfunktionsraum, bei dem durch flexible Elemente aus einem bis zu vier Räume entstehen können. „Die Angst, dass mehr Betrieb kommt, ist nicht berechtigt“, meint Imle weiter, „seither waren auch schon zwei Gruppen parallel auf dem Verkehrsübungsplatz.“
Die rund 2000 Quadratmeter große Fläche an der Walter-de-Pay-Straße wurde von der Stadt Vaihingen an die Verkehrswacht veräußert. Zirka 400 Quadratmeter Bruttogrundrissfläche wird davon das neue Vereinsheim einnehmen, da das bestehende Gebäude den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht wird und dessen baulicher Zustand schlecht ist.
Bis zu vier Schulungsräume, drei Büroräume, ein großes, verglastes Foyer mit Infothek und ein Raum, in dem die Schulungsteilnehmer verköstigt werden können, bestimmen das Erdgeschoss des Neubaus. „Es ist eines meiner schönsten Gebäude, die ich geplant habe“, freut sich Imle über das Projekt.
Die Gebäudeform habe er frei wählen können, da sei ihm die Idee der V-förmig zueinander gestellten Gebäude mit Pultdächern gekommen, die durch ein Flachbaumittelteil miteinander verbunden sind. Imle: „V-förmig wie Verkehrswacht oder ein V-förmiger Motorblock.“ Die Fassaden werden vor allem durch das wärmetechnisch behandelte Isolierglas mit seinem grün-blauen Aussehen geprägt. Im Dachgeschoss wird Stauraum entstehen und die Registratur Platz finden. Mutmaßlicher Baubeginn für das Gebäude, bei dem die Baukosten mit 600000 Euro veranschlagt sind, ist im zeitigen Frühjahr 2010. Mit dem Einzug könne laut Imle im Oktober gerechnet werden. Momentan laufen die Erschließungsmaßnahmen.
Da das Gebäude auf Schwemmland stehen wird, sei zunächst das Abgraben und anschließend das Auffüllen und schichtweise Verdichten des Baugrundes nötig. Letztendlich wird das Gelände auf dem Höhenniveau des in süd-westlicher Richtung anschließenden Übungsgeländes sein, da von dem neuen Standort aus auch die Verkehrsanlage erschlossen werde, so Architekt Imle. Das Gelände wird zur Auricher Straße hin durch ein Privatgrundstück begrenzt.
Das Baugebiet liegt im Egelseegelände und somit in einem regionalen Grünzug, was zunächst in der Planungsphase zu grundsätzlichen Bedenken beim Regierungspräsidium Stuttgart und dem Verband Region Stuttgart führte (wir haben berichtet). Im Bebauungsplan heißt es hierzu, dass eine Vereinbarkeit des Vorhabens mit dem regionalen Grünzug gesehen wird, da „die ursprüngliche Intention eines regionalen Grünzugs darin liege, eine allgemeine Siedlungsentwicklung (Baugebiete) zu unterbinden“. Mit dem Bau des neuen Schulungsgebäudes werde jedoch lediglich ein Einzelvorhaben mit nicht besonderer Dimension ermöglicht. Eine Verlegung beispielsweise in das Gewerbegebiet Perfekter Standort sei für die Verkehrswacht finanziell nicht machbar und „vor allem ökologisch unsinnig, da unnötig Gewerbefläche verbraucht würde“. Außerdem sei eine Mitverlegung des Festplatzes emotional und funktional nicht vorstellbar.
Aufgrund der Lage im regionalen Grünzug sei die bauliche Nutzung auf das Notwendige zu beschränken. Imle: „Wir müssen relativ viel begrünen.“
Unter anderem sollen die Parkierungsflächen der 19 Parkplätze in wasserdurchlässiger Bauweise entstehen. Sammlung und Retention der unverschmutzten Dachwässer wird ebenso verlangt wie die Anlage einer Streuobstwiese im südlichen Geländebereich.
Das Schicksal des alten Gebäudes steht fest: Nach dem Neubau soll das alte Verkehrswachthaus abgebrochen und das Gelände dann als Übungsfläche genutzt werden.




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