Vaihingen (aa). Bei der Planung des neuen Vaihinger Feuerwache läuft alles auf die Variante 6 zu. Der Stadtteilausschuss gab ihr am Montagabend einstimmig seinen Segen. Am 19. November hat der Gemeinderat das letzte Wort.
Ein gestreckter Baukörper (einhüftige Halle) mit Gliederung der Bauteile in unterschiedlichen Höhen soll es werden. Darin sind sich die Feuerwehr, die Stadtverwaltung und jetzt auch der Stadtteilausschuss einig. Als Alternative unter ursprünglich acht Varianten stand noch eine Winkel-Lösung zur Auswahl (die VKZ hat am Samstag bereits berichtet).
Beide Vorschläge wurden am Montagabend von den „kplan“-Vertretern Simone Mettedi und Nico Wagner vorgestellt. Insgesamt habe man es mit einer schwierigen topographischen Situation zu tun (Mulde). Die erschwere die Erschließung. Die Zu- und Abfahrt werde auf jeden Fall über die Neue Bahnhofstraße erfolgen. Eine Einsatzzufahrt über die Kreisstraße ist nach Einsprüchen aus dem Landratsamt gestrichen worden.
In der Machbarkeitsstudie waren für den Neubau Kosten von rund 5,1 Millionen Euro geschätzt worden. Für die jetzt vorgeschlagene Variante 6 werden 5,913 Millionen ausgewiesen, die Variante 4 hätte 6,3 Millionen gekostet. In der Machbarkeitsstudie war jedoch von noch einem fiktiven Ideal-Grundstück ausgegangen worden. Besonderheiten wie die Topographie, der schwierige Untergrund und die Problematik der Erschließung waren damals nicht berücksichtigt worden. Auch flossen im Lauf der Zeit zusätzliche Anforderungen in die Planung ein. Alleine die Atemschutzübungsstrecke, die der Gemeinderat beschlossen hat, wird rund 360000 Euro kosten. „Wir sind gar nicht so weit weg von der ersten Zahl“, machte Oberbürgermeister Gerd Maisch deutlich.
Dass man in Sachen Kosten sicher noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen ist, dürfte jedem Beteiligten klar sein. Eine Begrünung der Dächer ist in der Summe von 5,9 Millionen Euro noch nicht eingerechnet (das wären weitere Mehrkosten von rund 210000 Euro).
Auch der Vorschlag einer Solarnutzung ist im Stadtteilausschuss gemacht worden, was jedoch bei Stadtplaner Ernst Loos nicht unbedingt Begeisterung auslöste. Am Ortseingang sei das nicht besonders attraktiv. Das brachte ihm den Hinweis ein, dass man viele Punkte habe, an denen das Ortsbild dringend aufgewertet werden müsse (zum Beispiel an der Bundesstraße 10 in Enzweihingen mit den „wunderschönen Gärten“). Und man könne sich bald den Luxus nicht mehr leisten, auf Solarnutzung zu verzichten.
„Wir sind im Stadium der Kostenschätzung“, betonten die „kplan“-Vertreter, „in der nächsten Runde haben wir bei der Kostenberechnung verlässliche Zahlen.“ Nach der Festlegung einer Ausführungsvariante durch den Gemeinderat folgen weitere Ausarbeitungen in Plänen und Beschreibungen auf dieser Grundlage. Es werden Vorschläge für allgemeine Ausführungsstandards, für Materialien, für die haustechnische Ausstattung usw. erarbeitet. Der Baubeschluss soll voraussichtlich im Februar gefasst werden.
Auf dem Gelände könnte auch die Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) untergebracht werden. „Das wäre für uns sehr interessant“, sagt Kreisgeschäftsführer Ralf Pohl, „wir sind derzeit mit der Stadt Vaihingen im Gespräch.“ Beim DRK kann man es sich vorstellen, die bisherige Rettungswache in der Friedrichstraße (ehemals Sitz des DRK-Kreisvereins Vaihingen) an die Stadt zu verkaufen und vom Erlös den Neubau bei der Feuerwache zu erstellen.
