Vaihingen (aa). Es wurde debattiert, doch eine Abstimmung gab es nicht, denn der Beschlussvorschlag lautete nur „Kenntnisnahme“. Da wunderten sich auch die beiden Zuhörer aus der Steinbeisstraße, die eigentlich zum Thema etwas sagen wollten, doch mit den Vorschriften bei Sitzungen im Rathaus nicht vertraut waren (keine Wortmeldungen zu einzelnen Tagesordnungspunkten) und deshalb ziemlich verärgert abzogen.
Es ging am Montagabend im Vaihinger Stadtteilausschuss um das Thema „Grüner Pfeil“. Seit einigen Jahren gibt es ihn zur Freude vieler Autofahrer an der Einmündung der Steinbeisstraße in die Franckstraße und auch gegenüber in der Straße „Im Taigtrog“. Dieser Grüne Pfeil, der das Rechtsabbiegen auch bei roter Ampel zulässt, hat offensichtlich in Vaihingen mehr Verwirrung als Freude gestiftet. So sehen es wenigstens die Hüter des städtischen Verkehrs. Man wolle unbedingt einen zügigen Durchgangsverkehr auf der Franckstraße erreichen, meinte im Ausschuss Bürgermeister Wilfried Nestle. Doch der Grüne Pfeil schieße da immer dazwischen. „Er ist ein Hindernis“, meinte Nestle, „und auch ein Risiko für die Fußgänger.“ Deshalb müsse er wieder verschwinden.
Aus der Verkehrsbehörde der Stadt wird das so dargestellt: Der Rechtsabbieger gibt mit dem Überfahren der Induktionssschleife eine Anforderung an die Signalanlage. Die Anlage verarbeitet den Wunsch eines Grünsignals aus der Nebenrichtung, doch der Nutzer des Grünpfeils ist schon längst abgebogen. Der Signalanlage gibt der Nebenrichtung ihr gewünschtes Grünsignal, doch keiner fährt aus und alle anderen Verkehrsströme stehen ebenfalls. Dies wirke sich vor allem in den Hauptverkehrszeiten negativ aus. Ein Verkehrsfluss sei nicht möglich. Eine „Grüne Welle“ könne nicht umgesetzt werden.
In der Tat ärgern sich viele Autofahrer, wenn sie auf der Franckstraße mehrere Ampelphasen brauchen, um in die Stadt zu kommen. Nicht wenige weichen in die Lessingstraße, Goethestraße und Bismarckstraße aus oder kommen erst gar nicht nach Vaihingen.
Durch das ständig freie Einbiegen von der Steinbeisstraße in die Franckstraße werde das freie Straßenstück bei der Tankstelle immer wieder aufgefüllt; bei Grün müsse erst dieser Abschnitt freigeräumt werden: „Das führt zu Zeit- und Mengenverlust.“ Und zudem seien am Überweg Steinbeisstraße die Fußgänger oft in Gefahr, „da ein Großteil der Grünpfeilfahrer nicht auf den Fußgängerverkehr achtet“. Klare Aussage der Verkehrsbehörde nach Absprache mit der Polizei und dem Landratsamt: „Die Entfernung der Grünpfeile wird angeordnet.“
Wie gesagt: Freundlicherweise durfte der Stadtteilausschuss darüber diskutieren und auch seine Kritik an der vorgesehenen Abschaffung äußern („Viele werden über die Znaimer Straße ausweichen“), doch seine Meinung war letztlich unerheblich. Man könne doch die Abläufe der Ampel ändern, war ein Vorschlag. Antwort: „Geht nicht, die Technik ist dazu nicht in der Lage und der Kreis baut halt nicht einfach eine neue Anlage ein.“ Man könne vom Gefühl her schon eine Zuneigung zum Grünpfeil haben, doch die „harten Fakten“ würden gegen ihn sprechen, meinte Oberbürgermeister Gerd Maisch. Er sei halt doch nur für Straßen mit wenig Verkehr geeignet und eine Erfindung aus der DDR, in der der Verkehr nun mal nicht so stark gewesen sei…
