- Erster Preis für die „Bläserklasse auf dem Dorf“: von links Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes, Gabi Günther, Vorsitzende des Fördervereins, Elke Klein, Jugendleiterin des Orchestervereins Horrheim, und Ministerpräsident Günther Oettinger.Foto: Bögel
Stuttgart/Vaihingen (ub). Die Delegation aus Ensingen und Horrheim wählte den Zug, um im Neuen Schloss in Stuttgart bei der Preisverleihung dabei zu sein. „Dann können wir wenigstens ein Gläschen Sekt trinken.“ Und am Abend gab es dann allen Grund zum Feiern: Das Projekt „Bläserklasse auf dem Dorf“ aus Ensingen und Horrheim holte beim Wettbewerb „Echt gut! – Ehrenamt in Baden-Württemberg“ einen der ersten Plätze..
Über 1000 Einzelpersonen, Gruppen, Vereine, Projekte und Initiativen nahmen an dem Wettbewerb, bei dem bereits zum sechsten Mal herausragendes ehrenamtliches und bürgerschaftliches Engagement ausgezeichnet wird, teil. Rund 26000 Bürger haben sich an der Aktion beteiligt und telefonisch und online abgestimmt, wer „echt gut“ ist.
Bei der festlichen Preisverleihung am Freitagabend im Neuen Schloss in Stuttgart (wir haben bereits am Samstag kurz berichtet) würdigte Ministerpräsident Günther Oettinger den „wertvollen Beitrag“ der Preisträger für die Gesellschaft. „Heute Abend hat das Ehrenamt Vorbildfunktion durch Anerkennung“, sagte Oettinger im Marmorsaal. 42 Prozent der Menschen in Baden-Württemberg seien ehrenamtlich tätig – „diese Zahl zu halten, ist die Hauptaufgabe“, so der Ministerpräsident. Der Ehrenamtsbeauftragte der Landesregierung, Kultusstaatssekretär Georg Wacker, unterstrich, dass die gesellschaftlichen Aufgaben ohne das Ehrenamt unbezahlbar seien. „Der Zusammenhalt der Gesellschaft braucht das Ehrenamt.“
Der erste Preis in der Kategorie „Lebendige Gesellschaft“, der von den 54 baden-württembergischen Sparkassen gestiftet und von Ministerpräsident Oettinger gemeinsam mit dem Präsidenten des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, Peter Schneider, überreicht wurde, ging an das Projekt „Bläserklasse auf dem Dorf“ aus Ensingen und Horrheim. Das Projekt gilt als einzigartig im Land: Zwei kleine Gemeinden, zwei kleine Grundschulen, zwei Musikvereine und zwei Posaunenchöre kooperieren, um Kinder mit der Blasmusik vertraut zu machen. Gabi Günther gründete den Förderverein „Bläserklasse auf dem Dorf“, um das Projekt fest zu verankern und in der Zukunft sicher zu etablieren. Die Ziele von Gabi Günther und den anderen Ehrenamtlichen: Sie wollen Kinder aller sozialen Schichten musikalisch fördern sowie das kulturelle Leben am Ort und das Ehrenamt stärken und aufrecht erhalten.
Gabi Günther konnte am Freitagabend zusammen mit Elke Klein, Jugendleiterin des Orchestervereins Horrheim, den Preis, der mit 2500 Euro dotiert ist, entgegen- nehmen. „Die Erziehung zur Musik ist von äußerster Wichtigkeit, da der Rhythmus und die Harmonie bis tief in die Seele dringen.“ Mit dem Preisgeld will der Förderverein Instrumente kaufen.
Erfolgreich bei dem Wettbewerb „Echt gut“ war auch das Theater unter der Dauseck aus Oberriexingen. In der Kategorie „Sport und Kultur“ holten die Theaterleute den zweiten Platz und können sich über 500 Euro Preisgeld freuen. Das Theater unter der Dauseck bietet seit mehr als 15 Jahren jährlich mindestens ein neues kulturelles Erlebnis. Der Anspruch des Teams lautet Authentizität und Heimatverbundenheit. Die rund 50 ehrenamtlich Engagierten suchen passend zum Thema außergewöhnliche Spielorte. Dabei ist ihnen wichtig, dass das Textbuch passgenau auf das Ensemble abgestimmt ist. Ihr Ziel: Die Ensemble- und Regieleistung soll einem professionellen Anspruch genügen. In der Laudatio heißt es: Das Theater-Team verbindet mit seiner Arbeit und dem sehenswerten Angebot Menschen aller Alters- und Berufsgruppen. Es ist überzeugt, dass die innovative Weiterentwicklung des Volkstheaters viele Stunden Geschichts- und Heimatunterricht ersetzen kann.
Bei der Preisverleihung waren auch die Bürgermeister Wilfried Nestle (Vaihingen) und Werner Somlai (Oberriexingen) dabei.