Donnerstag, 24. Mai 2012

Eberdingen kündigt Planer


Nicht zügig umgesetzt: die Seitenretention oberhalb der Eberdinger Sporthalle. Foto: Bögel
Nicht zügig umgesetzt: die Seitenretention oberhalb der Eberdinger Sporthalle. Foto: Bögel

Eberdingen (ub) – Im Sommer sollte bereits gebaut werden – doch passiert ist nichts. Im Gegenteil: „Die Sache hat sich gezogen, gezogen, gezogen“, so der Eberdinger Bürgermeister Peter Schäfer. Nun ist der Leidensdruck zu groß geworden: Der Gemeinderat hat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, sich vom Planer Dr. Andreas Hutarew zu trennen.
Anfang des Jahres hat der Gemeinderat beschlossen, die beiden Seitenretentionen „Lichtenberg“ und „Oberhalb der Sporthalle“ in Eberdingen an das Ingenieurbüro Dr. Hutarew (Pforzheim) zu vergeben, weil dort bereits im Zuge der Gesamtmaßnahmen für den Hochwasserschutz im Strudelbachtal Grundlagenermittlungen gemacht wurden. Vom Gewann „Lichtenberg“ gegenüber dem Bauhof am Ortsrand von Eberdingen soll bei Starkregen das Wasser geordnet in den Strudelbach geleitet werden. Das Wassereinzugsgebiet am Lichtenberg beträgt rund 0,6 Quadratkilometer mit einem Gesamtzufluss von rund 3000 Liter pro Sekunde. Die zweite Maßnahme, die die Gemeinde Eberdingen unabhängig vom Hochwasserschutz im Strudelbachtal in eigener Regie realisieren will, ist die Regulierung der Wassermengen oberhalb der neuen Sporthalle. Hier schießt das Wasser vom Baugebiet „Winterhaube“ und durch den Bereich Eberhardsgrund Richtung Ortsmitte.
Im Eberdinger Gemeinderat versprach man sich eine schnell Umsetzung der beiden Tiefbaumaßnahmen mit einem Kostenrahmen von rund 170000 Euro (Stand Juli). Bürgermeister Peter Schäfer gestern Nachmittag zur VKZ: „Und genau dieses rasche Umsetzen konnte, warum auch immer, nicht erreicht werden.“ Ohne gegenseitige Schuldzuweisungen habe man sich seitens der Gemeinde und des Ingenieurbüros einvernehmlich darauf verständigt, sich hinsichtlich der Umsetzung dieser beiden Seitenretentionen zu trennen. „Hierzu gab es eine vertrauensvolle Aussprache mit Dr. Hutarew im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung.“
Bereits bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Oktober (VKZ-Titel „Fragende Gesichter“) machte sich innerhalb des Gremiums Unmut breit. Hier wurden von Kosten im hohen fünfstelligen Bereich berichtet, von einer Größenordnung der Planung, die nur schwer zu beurteilen sei. Hutarew gab bei der Sitzung zu, dass es bei den beiden Seitenretentionen keine pragmatische Lösung, wie ursprünglich angedacht, gebe. Es wurde beschlossen, die Sache hinter verschlossenen Türen zu hinterfragen und zu reflektieren, damit eine sachgerechte Entscheidung getroffen werden könne. Und bei dieser nichtöffentlichen Sitzung fiel dann das Votum gegen Hutarew.
Der Eberdinger Verwaltungschef Schäfer legt dabei Wert auf drei Feststellungen: „Die beiden kleinen Tiefbaumaßnahmen der Seitenretentionen haben, was die Entscheidung des Gemeinderats Eberdingen anbelangt, nichts mit der Gesamtmaßnahme des Zweckverbands Strudelbachtal zu tun.“ Und: „Wir haben keinen Anlass, an der fachlichen Kompetenz des Büros Dr. Hutarew und Partner zu Hochwasserschutzplanungen und -fragen grundsätzlich zu zweifeln. Es gibt aber immer unterschiedliche Lösungsansätze, um ein Ziel, in diesem Falle einen angemessenen Hochwasserschutz, zu erreichen. Dies gilt für die Seitenretentionen wie auch für die Gesamtmaßnahme.“ Der Eberdinger Gemeinderat sage aber auch, wenn er mit einer Leistung unzufrieden sei und handle auch danach.
Aber auch innerhalb des Zweckverbandes strebt Schäfer „flexible Lösungen“ an. So sei der R4-Damm am Ortseingang von Eberdingen als reiner Stein-Kaskadendamm geplant gewesen. „Nun haben wir einen gefälligen, naturverträglichen Erddamm bekommen“


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