Donnerstag, 24. Mai 2012

Verkehrsgutachten für Illingen


Bürgermeister Eiberger und Ortsvorsteher Rohloff mit Planer und Verkehrsdezernent. Foto: Bögel
Bürgermeister Eiberger und Ortsvorsteher Rohloff mit Planer und Verkehrsdezernent. Foto: Bögel

Illingen (ub) – Die Zahlen sind erschreckend: In der Mühlackerstraße in Illingen sind täglich 13000 Fahrzeuge unterwegs. In der Bahnhofstraße sind es 12200, in der westlichen Vaihinger Straße werden 8200 Kraftfahrzeuge gezählt, in der Kleinglattbacher Straße außerorts 6500. Dabei liegt der Anteil des Durchgangsverkehrs bei rund 40 Prozent. Handlungsbedarf ist angesagt.
Am Montagabend stellten Günter Kölz und Andreas Weber von der Ludwigsburger Planungsgruppe Kölz in der Stromberghalle ein aktuelles Verkehrsgutachten für Illingen und Ensingen vor. Da sich Ensingen sowohl im verkehrlichen Verflechtungsbereich als auch im Wirkungsbereich potenzieller Netzergänzungen befindet, wurde die Stadt Vaihingen mit ins Boot geholt.
Zusammenfassend hat die umfangreiche Analyse der Verkehrsstrukturen verdeutlicht, dass die Bündelung der örtlichen Verkehre zu einer hohen Verkehrskonzentration im Zuge der Bahnhofstraße und der Mühlackerstraße führt. „Die dadurch auftretenden funktionalen und strukturellen Beeinträchtigungen im Bereich der zentralen Ortsmitte erschweren eine geordnete und qualitätsvolle städtebauliche Entwicklung“, stellen die Ludwigsburger Experten fest. Demgegenüber müsse man die städtebaulichen Beeinträchtigungen in Ensingen relativieren, da sich durch die bestehende Randlage der Landesstraße 1106/Herrenwiesen im Osten und die deutlich geringeren Verkehrsbelastungen „die Betroffenheiten im Zuge der Ortsdurchfahrten begrenzen und der historische Ortskern davon weitgehend unberührt bleibt“.
Ausgehend von einer Verkehrszunahme von maximal 23 Prozent hat das Büro Kölz verschiedene Planfälle erarbeitet. Der Planfall 0 geht vom Status quo aus, das heißt, dass es keine wesentlichen Änderungen im Verkehrsnetz bis 2025 gibt. Das bedeutet für die Planer 15400 Fahrzeuge in 24 Stunden auf der Mühlacker Straße, 13500 Fahrzeuge in der Bahnhofstraße, 8300 Fahrzeuge in der Ensinger Straße innerorts, 9600 Fahrzeuge in der Vaihinger Straße. Eine überdurchschnittliche Verkehrszunahme von über 30 Prozent wird zwischen Illingen und Ensingen erwartet (Gewerbegebiet Schweichling). Aber auch für Ensingen erwarten die Verkehrsgutachter überproportionale Zunahmen im Zuge der Kreisstraße 1699/Illinger Straße mit einem relativ hohen Schwerverkehranteil.
Mit einer östlichen Entlastungstangente von Illingen und zusätzlichen restriktiven Ansätzen in der Ortsdurchfahrt würden in der Mühlacker Straße durchschnittlich zehn Prozent weniger, in der Bahnhofstraße 23 Prozent weniger, in der westlichen Vaihinger Straße 35 Prozent weniger und in der Illinger und Kleinglattbacher Straße in Ensingen 46 Prozent weniger Autos gegenüber der Prognose fahren. Die Osttangente entlang der Bahntrasse könnte bei diesem Modell bis zu 4600 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden aufnehmen. Vor allem der örtliche Schwerlastverkehr aus dem Gebiet „Schweichling“ könnte diese Route wählen.
Gut ergänzen, so die Ludwigsburger Planer, würden sich die Osttangente Illingen und eine südöstliche Umfahrung von Ensingen. In der Bahnhofstraße in Illingen würden so 4300 Kraftfahrzeuge pro Tag weniger unterwegs sein, in der Illinger Straße in Ensingen 3600 und in der Kleinglattbacher Straße 3900. Es sei auch erkennbar, so Andreas Weber, dass die Teilumfahrung dazu beitrage, dass das bestehende Umfahrungssystem im Zuge der B10 – Landesstraße 1125 – Landesstraße 1106 an Attraktivität für überörtliche Verkehrsverflechtungen gewinne und dadurch die Illinger Straße in Ensingen und die Ensinger Straße in Illingen vom Durchgangsverkehr entlastet werde.
Im Planfall 3 wird eine Westtangente von Illingen untersucht. Eine Route zwischen der Schützinger Straße und der B35 würde insbesondere die Bahnhofstraße entlasten (-33 Prozent).
Als sinnvoll und wirksam wird von der Planungsgruppe Kölz die Kombination von südöstlicher Umfahrung (hier könnten 6000 Fahrzeuge pro Tag verkehren), Osttangente Illingen (mit 5100 Fahrzeugen) und Westtangente Illingen (4200 Fahrzeugen) gesehen. Weber: „Alle Elemente ergänzen sich.“
Bürgermeister Harald Eiberger: „Wir haben jetzt auf jeden Fall aktuelles Datenmaterial.“ Die politischen Gremien hätten die Zahlen auf dem Tisch und müssten nun entscheiden, ob man damit leben könne oder nicht.
Das Verkehrsgutachten kann im Internet unter www.illingen-online.de heruntergeladen werden.


Seitenanfang