Donnerstag, 24. Mai 2012

Jugendgemeinderäte treffen sich in Vaihingen


Wolfgang Berger im gespräch mit den Jugendlichen. Foto: Elsässer
Wolfgang Berger im Gespräch mit den Jugendlichen. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Politische Jugendbegegnung in Vaihingen: Die Landeszentrale für politische Bildung richtete am Freitag und Samstag in Vaihingen ihr jährliches Dachverbandstreffen der Jugendgemeinderäte aus. Vertreter junger Kommunalpolitiker aus ganz Baden-Württemberg kamen in die Stadt unterm Kaltenstein, um über Projekte und Aktionen im kommenden Wahljahr 2009 zu tagen.
Das Dachverbandstreffen der Jugendgemeinderäte des Landes findet zwei Mal im Jahr statt. Dass die Tagung am vergangenen Wochenende in Vaihingen ausgerichtet wurde, war der ausdrückliche Wunsch der Vaihinger Jugendgemeinderäte. Das 20-köpfige Gremium bekam den Wunsch erfüllt und legte sich in der Organisation mächtig ins Zeug. Sogar einen Bus-Shuttle haben sie bereitgestellt, der die Gäste aus ganz Baden-Württemberg vom Vaihinger Bahnhof abholte und zum Friedrich-Abel-Gymnasium brachte, wo die Tagung stattfand. Außerdem stellten die Vaihinger JGR-Vertreter ein umfangreiches Rahmenprogramm auf die Beine. Übernachtet haben die jungen Kommunalpolitiker aus 90 Städten und Kommunen des Landes in der Turnhalle der Schule.
Im Namen von Wolfgang Berger, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, waren von jedem Jugendgemeinderat drei Vertreter eingeladen. Den weitesten Weg hatten die jungen Leute aus Weil am Rhein. „Wir haben in allen großen Kreisstädten einen Jugendgemeinderat sowie in allen Großstädten mit Ausnahme von Mannheim“, sagte Wolfgang Berger im Gespräch mit unserer Zeitung.
Der Dachverband ist die Landesvertretung der Jugendgemeinderäte. Im Hinblick auf das Wahljahr 2009 standen beim aktuellen Treffen das Thema politisches Engagement sowie verschiedene direktdemokratische Beteiligungsformen im Mittelpunkt. In verschiedenen Arbeitsgemeinschaften wurden Themen zur Kommunalwahl und Europawahl erarbeitet. „Wie mache ich den Jugendgemeinderat publik?“, lautete beispielsweise eines der Themen. Hierbei stellten sich die Teilnehmer die Frage, wie sie die unter 14-Jährigen für den Jugendgemeinderat interessieren können.
„In den Schulen kommt das Thema Kommunalpolitik so gut wie nicht vor“, schilderte Wolfgang Berger eines der großen Probleme. Das Zeitunglesen sei darüber hinaus nicht gerade die Stärke dieser Altersgruppe. Also galt es, eine Strategie zu entwickeln, wie das junge Gremium zu einem höheren Bekanntheitsgrad bei den Jugendlichen gelangt. In der Findung von Vorschlägen waren die Jugendlichen sehr kreativ. So sollte es beispielsweise ein Kondom mit der Aufschrift „Mach’s mit!“ richten. Auch eine Quietschente mit dem Slogan „Mit uns gehst Du nicht unter“, war einer der kreativen Vorschläge. Auch über Kalender, ohne die heutzutage kein Jugendlicher auskomme – könne der Jugendgemeinderat auf sich aufmerksam machen.
Eine andere Arbeitsgruppe beschäftigte sich damit, wie sie ihre Wünsche und Vorstellungen auf allen politischen Ebenen (Kommune, Kreis, Land, Bund und Europa) kommunizieren können. Dabei gelte es zuerst, die Forderungen abzustimmen und später an die Europaabgeordneten heranzutragen, sagte Wolfgang Berger. „Wir wollen, dass die Jugend zur Europawahl kommt, auch wenn sie nicht wählen darf“, so Berger. Nach der Wahl im Juni werde er mit einer kleinen Gruppe junger Kommunalpolitiker nach Brüssel fahren, um dort mit den Europapolitikern ein Gespräch darüber zu führen, wie realistisch die gestellten Forderungen sind und wie schnell sie die Politik erfüllen kann. „Die Jugendlichen sollen sich um ihre eigene Meinung kümmern und wie diese an die Entscheidungsträger gelangen“, fordert der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung. Auf diese Weise würden sie lernen, dass Politik „kein dreckiges Geschäft“ sei. Aber: „Die jungen Leute müssen die Politiker ansprechen und ihre Forderungen formulieren“, so Berger.
Das vom Vaihinger Jugendgemeinderat ausgearbeitete Rahmenprogramm bescherte den Gästen ein Konzert im Jugendhaus Abseits und führte sie zur KZ-Gedenkstätte sowie zu einer Kellerführung im Vaihinger Untergrund.


Seitenanfang