Donnerstag, 24. Mai 2012

Etatrede von OB Maisch


OB Gerd Maisch und Kämmerer Jürgen Liegmann (rechts) brachten gestern Abend den Etat für 2009 ein. Foto: Bögel
OB Gerd Maisch und Kämmerer Jürgen Liegmann (rechts) brachten gestern Abend den Etat für 2009 ein. Foto: Bögel

Vaihingen (ub) – Vorschulische Betreuung in den Räumen der Vaihinger Hauptschule, mehr Platz für das Bürgerbüro in anderen Räumen, Kinosäle in den vorgesehen Museumsgebäuden in der Grabenstraße – in seiner Haushaltsrede vor dem Gemeinderat entwickelte gestern Abend der Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch politische Eckpfeiler und Visionen.
Mit den Investitionen für den Neubau von Feuerwehr, Bauhof und Technisches Rathaus (die VKZ berichtete) lege die Stadt ein kommunales Konjunkturprogramm auf, das nicht auf Pump finanziert sei. Ein Teil dazu trage auch der „Perfekte Standort“ bei: „Mit den aus diesem Gebiet zu erwartenden Steuereinnahmen und den Erlösen aus dem Verkauf der Grundstücke und der damit nachhaltigen Entlastung des Haushalts können Infrastruktureinrichtungen in der Stadt geschaffen, andere Angebote, zum Beispiel in der Kinderbetreuung, ausgebaut werden.“
Bei der Entwicklung der Betreuungsangebote bestätigte Maisch gestern Abend auch die Pläne zur Schließung der Vaihinger Hauptschule. Das Land strebe an, alle Hauptschulen zweizügig zu führen, damit ein entsprechendes Bildungsangebot gemacht und an allen Hauptschulen der mittlere Bildungsabschluss erworben werden könne. Alle zweizügigen Hauptschulen können so zu Ganztagesschulen werden. Maisch: „Das ist ein gutes Konzept, das wir mitgehen können und wollen – aber natürlich Folgen für unsere Schullandschaft hat. Heute haben wir drei bis vier Hauptschulzüge an drei Schulen, die Bildung von zweizügigen Hauptschulen hat die Schließung einer Schule zur Folge.“
Nach den Vorstellungen der Verwaltung sollen in Enzweihingen und Kleinglattbach die Hauptschulen bestehen bleiben – in Kleinglattbach in enger Kooperation mit der Realschule, in Enzweihingen mit umfassendem Ganztagesangebot. Die Hauptschulbezirke sollen aufgehoben werden, ein Wettbewerb der Schulen würde das Profil schärfen. Maisch in seiner Etatrede: „Die vorhandenen Räume in den beiden Schulen in Kleinglattbach und Enzweihingen könnten optimal ausgelastet, die frei werdenden Räume in Vaihingen für vorschulische Betreuung, für Hort an der Schule bestens genutzt werden. Damit könnten ohne größeren Bauaufwand zahlreiche Räume zur Verfügung gestellt werden, das Angebot könnte schnell und spürbar verbessert werden, in der Kernstadt für die Gesamtstadt.“
Eine Bewerbung für die Landesgartenschau will Maisch nicht vorschlagen. Sollte aber der Gemeinderat eine Bewerbung wollen, seien die notwendigen Planungsarbeiten im Haushalt finanziert. „Sollte keine Bewerbung um eine Landesgartenschau erfolgen, müssen wir uns dem Gebiet Köpfwiesen/Egelsee widmen. Bevor wir allerdings planen, müssen wir wissen, was wir wollen, zum Beispiel den Standort für die berühmte Kampfbahn Typ C.“
Sporthalle oder Museumskonzept? Beides sei wichtig und wünschenswert. Maisch: „Ein wichtige Weiterentwicklung des Angebots der Stadt hätte meiner Meinung nach auch die Umsetzung des Museumskonzepts. Mit Technischer Verwaltung in der Stadtmitte und Museumskonzept könnte eine weitere Belebung der Innenstadt realisiert werden, vor allem wenn man etwas wagen würde.“ Die Vorschläge des OB: „Das Bürgerbüro im neuen Verwaltungsgebäude unterzubringen. Wir sind heute dort sowieso sehr beengt, könnten mit mehr Platz die Dienstleistungen des Bürgerbüros ausbauen und die bisherigen Räume direkt am Marktplatz beispielsweise gastronomisch viel besser nutzen. In den vorgesehen Museumsgebäuden in der Grabenstraße einen oder zwei Kinosäle zu schaffen; das wäre eine tolle Ergänzung.“
Bei der B 10 will Maisch alles daran setzen, dass 2009 die Planfeststellung erreicht wird – „dann bin ich zuversichtlich, dass auch ein Bau realistisch wird“. Die große Mehrheit der Bevölkerung erwarte eine Realisierung, bei der Straßenführung werde es immer unterschiedliche Auffassungen geben.
Die Perspektiven für „Vaihingen 21“: Die B 10 sei gebaut, genauso wie Feuerwehr, Bauhof und Technische Verwaltung, lebenswerte Wohngebiete mit einem vorschulischen und schulischen Angebot in den Stadtteilen unter Erhaltung der Grundschulen vor Ort, eine gestiegene Wirtschaftskraft durch die ansässigen und neuen Gewerbebetriebe, eine attraktive Innenstadt zum Einkaufen, Bummeln und für Städtetouristen. Vielleicht habe man ein Museum mit Kino und/oder eine weitere Sporthalle, neugestaltete Flächen im Egelsee laden zum Spielen und Verweilen ein. Maisch: „Eine Perspektive, für die es sich lohnt, hart und beharrlich zu arbeiten.“


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