Heilbronn/Vaihingen (oh) – Mehr als vier von fünf Flaschen Württemberger Wein sind preiswürdig. Die Württemberger Weinwirtschaft setzt damit ihren qualitätsorientierten Weg nach oben konsequent fort. Bei der Landesprämierung für Wein und Sekt bekamen 29,76 Prozent der 4630 angestellten Weine Gold, 36,86 Prozent Silber und 13,76 Prozent Bronze. Das entspricht einer Erfolgsquote von 80,4 Prozent. Ohne Preis blieben 19,61 Prozent.
Die Prüfer konnten in den vergangenen Jahren feststellen, dass die durchschnittliche Weinqualität deutlich gestiegen ist. Im Prämierungsjahr 2008 wurden von 230 (im Vorjahr 219) teilnehmenden Betrieben – 49 (50) Weingärtnergenossenschaften und 181 (169) selbst vermarktende Betriebe, Weingüter und Weinhandlungen – 4630 Weine (im Vorjahr 4476) angestellt, die vorwiegend den Jahrgängen 2005, 2006 und 2007 angehörten. Davon wurden 3722 Weine mit 1378 Gold-, 1707 Silber- und 637 Bronze-Preisen ausgezeichnet. Insgesamt wurden 1519 Weißweine, 2724 Rotweine und 387 Weißherbst/Schillerweine angestellt; davon waren 1934 Weine (41,77 Prozent) „trocken“ ausgebaut.
„Das ist ein Freudentag für den Württemberger Weinbau“, stellte Weinbauverbandspräsident Hermann Hohl bei der Vorstellung der Preisträger fest. „Die Württemberger Wengerter dokumentieren damit erneut ihr Bekenntnis zur größten Weinprüfung unter allen Wettbewerben und zum eigenen Qualitätsstreben“, betonte Hohl. Die Betriebe in Württemberg beteiligten sich freiwillig an dieser neutralen und objektiven Qualitätsprüfung, die deshalb eine hohe Wertigkeit im Vergleich mit anderen Wettbewerben habe.
Die Landesprämierung für Wein und Sekt sei vielmehr eine wichtige Qualifizierung für andere Wettbewerbe und ein fairer Wettkampf der Qualitäten der Württemberger Weinwirtschaft mit ihrer Vielfalt an Genossenschaften, Privatweingütern, Prädikatsweingütern, Ökoweingütern, Weinkellereien und jungen Kooperationen verschiedenster Art. Hohl: „Ein derartiger Leistungswettbewerb ist eine selbstkritische Standortbestimmung für die Betriebe und ein Anreiz, hochwertige Weine für einen anspruchsvollen Markt zu erzeugen.“ Deshalb diene die Landesweinprämierung seit 1959 auch dem Verbraucher als wertvolle Orientierungshilfe bei der Kaufentscheidung. Die Preisplakette auf der Flasche garantierten objektiv geprüfte Qualität und hohe Wertigkeit. Ein Erfolg bei der Landesprämierung für Wein und Sekt liefere den Weingärtnern gute Argumente für eine erfolgreiche Vermarktung. Mit der Herausstellung der Spitzenleistungen seiner Weinwirtschaft schaffe Württemberg als viertgrößtes deutsches Anbaugebiet eine positive Grundstimmung für die Akzeptanz seiner Weine in Deutschland und darüber hinaus.
Die prämierten Betriebe aus dem Verbreitungsgebiet der VKZ: Strombergkellerei Bönnigheim (61 Gold, 30 Silber, 5 Bronze), Weingut Sonnenhof Bezner-Fischer in Gündelbach (18 Gold, 26 Silber, 3 Bronze), Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen in Vaihingen (17 Gold, 50 Silber, 16 Bronze), Württembergische Weingärtner-Zentral-Genossenschaft in Möglingen (17 Gold, 49 Silber, 22 Bronze), Weingut Martin Notz aus Hohenhaslach (9 Gold, 7 Silber, 3 Bronze), Weingut G. & E. Baumgärtner aus Hohenhaslach (7 Gold, 12 Silber, 6 Bronze), Weingärtner Horrheim-Gündelbach in Horrheim (3 Gold, 14 Silber, 1 Bronze), Weingut Faigle in Horrheim (3 Gold, 7 Silber, 1 Bronze, Weinbau Manfred Katzer in Hohenhaslach (3 Gold, 5 Silber, 4 Bronze), Weinbau Tobias Stärk in Oberriexingen (2 Gold, 2 Silber), Weingut Bastian Walz (1 Gold, 2 Silber, 1 Bronze), Weingärtnergenossenschaft Ensingen (3 Silber), Weingärtnergenossenschaft Ochsenbach-Spielberg-Häfnerhaslach (1 Silber).
Seit 20 Jahren findet im Anbaugebiet Württemberg eine Landesprämierung für Qualitätsschaumwein b.A. oder Sekte b.A statt. Bei der Prämierungsfeier am Freitag in Heilbronn wurden insgesamt 143 (im Vorjahr 128) der von 58 Betrieben (im Vorjahr 61) – 19 (20) Weingärtnergenossenschaften und 39 (41) selbstvermarktende Betriebe, Weingüter und Weinhandel – 181 (178) angestellten Sekte der Jahrgänge 2005 bis 2007 ausgezeichnet, davon 49 mit Gold, 65 mit Silber und 29 mit Bronze. Das entspricht einer Erfolgsquote von 79,0 Prozent. Insgesamt wurden 92 Weißsekte, 37 Rotsekte und 52 Rosésekte angestellt. Ein Sekt wurde extra brut, 35 Sekte brut, 15 Sekte extra trocken, 121 Sekte trocken und neun Sekte halbtrocken ausgebaut. Folgende Verteilung ergibt sich für das Herstellungsverfahren: Tankgärung 38 Sekte, Transversierverfahren 38 Sekte, Flaschengärung 105 Sekte.
Die Preisträger aus dem Verbreitungsgebiet der VKZ: Weinbau Manfred Katzer in Hohenhaslach (1 Gold, 1 Silber), Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen in Roßwag (1 Silber, 1 Bronze).
Erstmals in der Geschichte der Landesweinprämierung der Württemberger Weinwirtschaft wurden in diesem Jahr von der Landesregierung drei Staatsehrenpreise vergebe. Aus Anlass der 50. Landesweinprämierung, die gestern in der Heilbronner Kongresshalle Harmonie gefeiert wurde, überreichte Minister Peter Hauk die Preise an das Weingut Supp aus Weinsberg-Gellmersbach, die Privatkellerei Rolf Willy aus Nordheim und die Lauffener Weingärtnergenossenschaft e.G.. Damit sind die Lauffener Genossenschaftswengerter seit 50 Jahren an der Spitze. Schon bei der ersten Landesweinprämierung erhielten sie zusammen mit der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg einen Ehrenpreis. Die Wertigkeit des Staatsehrenpreises liegt in der Nachhaltigkeit des Erfolgs des Betriebes über drei Jahre und der prämierten Weinmenge im Verhältnis zur Ertragsrebfläche. Weitere zwölf Betriebe erhielten für kontinuierliche herausragende Leistungen einen Ehrenpreis. Ehrenpreisträger 2008 ist auch das Weingut Sonnenhof in Gündelbach.
Über die Prämierungen von Weinen berichtet die VKZ auch in ihrer Serie „Von der Rebe ins Glas“.
