Illingen macht drei Millionen Euro Schulden
Illingen (elf) – Der Gemeinde Illingen steht eine finanziell schwierige Zeit bevor: Zahlreiche anstehende Investitionen machen eine Kreditaufnahme von rund drei Millionen Euro notwendig. Damit steigt im Jahr 2009 der Schuldenstand auf 4,6 Millionen Euro an. Ein „Wermutstropfen“, wie Bürgermeister Harald Eiberger kommentierte. Dennoch: „Mit den Ausgaben schaffen wir auch erhebliche verwertbare Vermögenswerte.“
Trotz der erheblichen Neuverschuldung – die Pro-Kopf-Verschuldung steigt von 222 auf 638 Euro an – zeigt sich der Illinger Schultes optimistisch: „Wenn wir den eingeschlagenen Weg gemeinsam konstruktiv fortsetzen, haben wir die realistische Chance, in den kommenden Jahren die Früchte unserer Arbeit und Risikobereitschaft zu ernten.“
So sind es einige Großprojekte, die tiefe Griffe in das Gemeindesäckel notwendig machen: Allen voran das Luig-Areal, das die Gemeinde in diesem Jahr erworben hat und das einiges an Geld für Planung, Gebäudeabbruch und Entsorgung von Altlasten verschlingen wird. Bei dieser „Mammutaufgabe“ (Eiberger) drückt der Bürgermeister aufs Tempo. „Je schneller dort gearbeitet und gewohnt wird, desto weniger Zinsen für die Zwischenfinanzierung müssen wir bezahlen, desto eher fließen Steuereinnahmen in den Gemeindessäckel zurück.“ Auch der Neubau des Feuerwehrhauses ist ein Großprojekt, das die Gemeinde Illingen noch einige Monate beschäftigen wird. Weitere kostenintensive Investitionsposten sind die Erweiterung des Gewerbegebiets Illinger Eck und die energetische Sanierung der Schule.
Kämmerin Heidi Schmid präsentierte dem Gemeinderat bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs 2009 nackte Zahlen. Demnach beträgt das Gesamtvolumen des Haushalts rund 23,7 Millionen Euro. Diese teilen sich auf in den Verwaltungshaushalt (15,7 Millionen Euro) und den Vermögenshaushalt (8 Millionen Euro). Im Vergleich zum laufenden Jahr sollen die Einnahmen aus den Steuerzuweisungen in 2009 um 299500 Euro höher ausfallen. Die Schlüsselzuweisungen werden um rund 430000 Euro über dem für das laufende Jahr angenommenen Wert liegen.
„Ein wichtiger Einnahmefaktor für die Gemeinde Illingen ist das Gewerbesteueraufkommen“, sagte Heidi Schmid in ihrer Haushaltsrede. Der Ansatz für die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sei auf 2,7 Millionen Euro festgesetzt worden. Die „gute Einnahmesituation“ ermögliche es, an den Vermögenshaushalt rund 1,7 Millionen Euro zuzuführen. Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von rund acht Millionen Euro – 47 Prozent davon sind für Baumaßnahmen vorgesehen, weitere 47 Prozent sollen in Grunderwerb investiert werden.
„Durch die großen Investitionen in die Zukunft der Gemeinde wird die finanzielle Beweglichkeit der Gemeinde erheblich beeinflusst“, sagte Kämmerin Heidi Schmid. Die Entscheidungen darüber, was erfüllt werden kann, seien bewusst zu treffen. Schmid: „Für Wünsche bleibt eigentlich kein Spielraum.“ In seiner Haushaltsrede machte sich Bürgermeister Eiberger für die Gewerbetreibenden stark. Um zukunftsfähig bleiben zu können, müsse man den Gewerbebetrieben attraktives Bauland anbieten. Aus gewerblich genutzten Flächen entstehe wirtschaftlicher Nutzen, der sich bei den Gemeindefinanzen bemerkbar mache. Der Haushalt mache deutlich, dass die Gemeinde Illingen im Wesentlichen von den Einkommens- und Gewerbesteueranteilen lebt.
