Illingen (elf) – Sie verfügt über eine Wasserburg, eine Barockkirche, eine Pilgerstätte und einen König. Vorzeigegebäude wie das historische Rathaus und das frisch renovierte Hallenbad sind eine Augenweide. Die Rede ist von der Gemeinde Illingen im Saarland, die nun den lose bestehenden Kontakt zu der Stromberggemeinde Illingen wieder festigen möchte. „Da nimmt man die Steilvorlage auf“, sagt Bürgermeister Harald Eiberger und startete einen entsprechenden Aufruf im Mitteilungsblatt. Jetzt heißt es abwarten.
Es war der König von Illingen (Saar), der mit dem Wunsch nach engerer Bande auf Harald Eiberger zukam. Genauer gesagt handelt es sich bei dem „Monarchen“ um Armin König, seit 1996 Bürgermeister der saarländischen Gemeinde. In einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Eiberger habe sich König, der gestern telefonisch nicht erreichbar war, für intensivere Kontakte ausgesprochen.
Benjamin Kiehn vom Hauptamt Illingen (Saar) dazu: „Unsere Gemeinde pflegt einen intensiven Austausch mit Städten und Gemeinden.“ Dazu gehörten internationale Partnerschaften mit Tuchow (Polen), Bad Bük (Ungarn), Verzy, Civray, Walschbronn und Woustviller (Frankreich), eine Patenschaft mit Toviklin (Benin, Afrika) sowie offizielle Städte-Freundschaften mit Kerpen (Hillesheim/Eifel) und Schwerborn (Erfurt/Thüringen). Wenn Bürgermeister König den Kontakt mit dem hiesigen Illingen wieder aufleben lassen will, habe dies unter Umständen auch damit zu tun, dass König ein Befürworter von Netzwerken sei. Auch für die jeweiligen Illinger Bürger sei es „bestimmt schön, miteinander einen Austausch vorzunehmen“.
Ob es nun zu intensiveren Kontakten zwischen Illingen (Baden-Württemberg) und Illingen (Saar) kommen wird, hängt davon ab, ob dies auch von genügend Bürgern so gewünscht wird, sagt Schultes Harald Eiberger. Bei entsprechender Resonanz könnten gegenseitige Besuche in die Wege geleitet werden. Das württembergische Illingen pflegt derzeit intensive Kontakte zur Partnergemeinde Castelnovo ne’ Monti (Italien) und Janossomorja (Ungarn).
Das saarländische Illingen ist fast drei Mal so groß wie das baden-württembergische, hat sechs Ortsteile und rund 19000 Einwohner. Flächenmäßig ist die Gemeinde die zweitgrößte Kommune des Landkreises Neunkirchen mit einem Gemeindegebiet von rund 36,5 Quadratkilometern. Das Wahrzeichen von Illingen im Saarland ist die Wasserburg Kerpen, die 1359 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sehenswert ist auch die katholische Pfarrkirche St. Stephan, deren Turm mit einer für diese Region unüblichen Zwiebelkuppel ausgestattet ist und beachtliche 47 Meter Höhe aufweist. Das Rathaus bezeichnet die Verwaltung selbst als „Schmuckstück unter den saarländischen Kommunalbauwerken“. Es ist Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und verfügt über einen „Weinkeller, wo edle Tropfen aus dem Elsaß und der saarländischen Obermosel lagern. Er wird vor allem für schwierige Vertragsverhandlungen genutzt“, ist auf der Internetseite der Gemeinde zu erfahren. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region zählt die Illinger Bergkapelle „Zu den Sieben Schmerzen Mariens“. Jährlich pilgern tausende Menschen zu dieser Wallfahrtsstätte.
Und was ist vom hiesigen Illingen im Saarland bekannt? Benjamin Kiehn vom dortigen Hauptamt lacht: „Ich kenne das Illingen vor allem von fehlgeleiteten Anrufen und E-Mails.“
