Donnerstag, 24. Mai 2012

Sanierungsstau an der Illinger Schule


Ein energetisches Problem: die Glasbausteine an der Illinger Schule. Foto: Bögel
Ein energetisches Problem: die Glasbausteine an der Illinger Schule. Foto: Bögel

Illingen (ub) – Wofür die Gemeinde Illingen in den nächsten Jahren Geld ausgeben muss, liegt jetzt schwarz auf weiß vor. An der Grund-, Haupt- und Realschule stehen umfangreiche Renovierungsmaßnahmen an. „Wir haben hier einen regelrechten Sanierungsstau“, sagt der zuständige Architekt Martin Großmann (Gündelbach).
Der Sanierungsplan für die Zukunft beinhaltet auch die Stromberghalle und die Strombergsporthalle. „Die Schule als größter Hochbaukomplex ist hier unsere Pflichtaufgabe“, so Bürgermeister Harald Eiberger bei der Sitzung des Technischen Ausschusses am Mittwochabend. Allein für die Instandsetzung der Gebäudehülle nach neuen energetischen Gesichtspunkten müssen rund zwei Millionen Euro ausgegeben werden. Dazu kommen weitere Millionen für die Umrüstung der Technik. Für den Haushalt 2009 sollen erst einmal 200000 Euro eingestellt werden.
Auf einen Rutsch kann die Kommune die Sanierung der Schule nicht stemmen. Abschnittsweise sollen die Gebäude – der älteste Schulteil, die Karl-Wengert-Schule, stammt aus dem Jahr 1950, der sogenannte Altbau ging 1966 in Betrieb, der „neuere“ Teil Ende der 70er Jahre – auf Vordermann gebracht werden. Der Erweiterungsbau – eingeweiht 2003 – ist natürlich noch ohne Fehl und Tadel.
In den letzten Jahrzehnten gab es an der Illinger Schule kaum Sanierungsarbeiten. „Für diese Tatsache haben wir noch vernünftige Flachdächer, die relativ dicht sind“, beschreibt Architekt Großmann ein Novum. Das Problem: eine minimale Wärmedämmung. Und was in diesem Punkt für die Flachdächer gilt, hat auch für die Fenster und die Außenfassade Bestand. Großmann zur VKZ: „Bei einer Sanierung ist die Energieeinsparverordnung der Maßstab der Dinge.“
Und daran hapert es bei den Schulgebäuden. Die Glasbaufassade am alten Nordbau ist zwar charakteristisch für die Schule, aber für die Energiebilanz eine Katastrophe. Großmann bringt es auf den Punkt: „Auf großen Flächen heizen wir für den Herrgott mit.“
Der Fahrplan, der bei der Sitzung des Technischen Ausschusses (noch rechtzeitig vor den Haushaltsberatungen) vorgestellt wurde, ist klar: Zuerst müsse die Gebäudehülle in einen vernünftigen Zustand gebracht werden, erst dann könne man mit der Technik folgen.
Durch die großen Wärme- und Luftverluste gibt es aktuell keine Schimmelbildung, die Wände sind trocken. Bei dem hohen Anteil der Metallfenster im sogenannten Neubau tendiert die Wärmedämmung gegen null. Noch problematischer ist die Situation im Nordbau – hier sind teilweise noch Holzfenster installiert.
Nach dem Vorschlag des Gündelbacher Architekten sollen zuerst die Dächer der Schule saniert werden. 2900 Quadratmeter Dachfläche müssen in Ordnung gebracht werden – die Kosten hier: rund 550000 Euro. Begonnen werden soll mit dem Nordbau und dem Musiksaal. Da die Dachdichtung noch gut ist, will der Architekt mit dem Umkehrdachprinzip arbeiten (der Dämmstoff kommt auf das bestehende Dach, dann kommt eine neue Kiesschicht darüber).
Bei den weiteren Sanierungsschritten mahnt Großmann die Komplexität an. „Wir können nicht in einem Jahr die Fenster machen und dann im nächsten Jahr die Wände. Dann haben wir den Schimmelbefall sicher.“
Zu den vom Architekten eruierten Sanierungsbedarf gibt es noch eine Wunschliste der Schulleitung, die Anfang Oktober der Verwaltung vorgelegt wurde. Kämmerei-Chefin Heidi Schmid: „Das wollen wir Anfang nächsten Jahres in das Gesamtpaket einarbeiten.“


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