Aurich (ub) – Das Thema schmorte schon längere Zeit in der Pipeline. Vor einer Woche gab es neue Erkenntnisse – und diese münzte der Ortschaftsrat Aurich bei seiner Sitzung am Dienstagabend in einen Beschluss um: Das Bebauungsplanverfahren „Nördlich der Dieselstraße“ soll nicht eingeleitet werden.
Damit will das Gremium der prosperierenden Wohnbauentwicklung in dem Vaihinger Stadtteil einen Riegel vorschieben. Für die Industriebrache in der Dieselstraße 31 (die frühere Firma Aski-Schaum) hat der Gemeinderat bereits ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet, damit die 12000 Quadratmeter Fläche für Wohnbebauung genutzt werden können. Im anschließenden Gewerbegebiet deutet sich ebenfalls ein Umbruch an: Die ansässige Firma Uzin Utz trägt sich mit dem Gedanken einer Umsiedlung (eine Option ist der „Perfekte Standort“), weil der Betrieb über keine Erweiterungsflächen verfügt. Damit würden noch einmal 6000 Quadratmeter frei werden, dazu kommt noch ein 3500 Quadratmeter großes, unbebautes Grundstück in westlicher Richtung.
Das Stadtplanungsamt entwickelte deshalb im Anschluss an das Aski-Areal auch für diesen Bereich Pläne für eine Wohnbebauung. Je nach Erschließung könnten 22 Einzelhäuser und drei Mehrfamilienhäuser beziehungsweise zehn Einzelhäuser, sechs Reihenhäuser und sechs Doppelhäuser entstehen.
Der Knackpunkt: Neben Uzin Utz arbeiten in dem Gebiet mit einem Wartungsbetrieb für Kfz und Landmaschinen (Helmut Kaufmann) und ein Metallbau- und Kunstschmiedebetrieb (Andreas Eisele) zwei weitere Firmen. „Und diese möchten auch dort bleiben“, so Ortsvorsteherin Helga Eberle in der Sitzung des Ortschaftsrates.
Wie jetzt bekannt wurde, gibt es auch ein konkretes Erwerbsinteresse für das Gelände der Firma Uzin Utz. Die Interessenten möchten das Areal für gewerbliche Zwecke kaufen. Eberle: „Damit haben wir zurzeit keinen Bedarf, das eingeschränkte Gewerbegebiet in Wohnbebauung umzuwandeln.“ Bei der Sitzung des Ortschaftsrates wurde auch betont, dass es in Aurich nicht nötig sei, so schnell Wohnflächen (zusätzlich zu Aski) zu erschließen. Auch auf einem Areal im Gebiet Weiler gibt es Überlegungen für weiteren Wohnraum.
Einstimmig hat der Ortschaftsrat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „Nördlich der Dieselstraße“ abgelehnt. Die Stadtverwaltung will jetzt die Kaufabsicht überprüfen, bevor das Thema in die weiteren kommunalen Gremien kommt.
06/11 2008
Erweiterung im Eichwald
Sersheim/Sachsenheim (aa) – Zauneidechsen sind gesichtet worden und drei Steinkauzpaare. Die Feldlerche schwingt sich in den Himmel, zwei Neuntöter-Paare soll es geben und auch Grauammern. Diese Tiere lösen im Zusammenhang mit der Erweiterung des Porsche-Zentrallagers im Eichwald-Gewerbegebiet umfangreiche Ausgleichsmaßnahmen aus. Unter anderem wird in diesem Sinne der Radarhügel der ehemaligen Nike-Station umgestaltet. „Der Artenschutz bereitet uns sehr viel Kopfzerbrechen“, formulierte es Zweckverbandsgeschäftsführer Gerhard Müller bei der Vorstellungsrunde der Eichwaldplanungen im Sersheimer Gemeinderat.

