Donnerstag, 24. Mai 2012

Wer achtet in Illingen auf die Sicherheit?


Illingen soll in Kürze sowohl Polizeiposten als auch gemeindlichen Vollzugsbediensteten verlieren
Die Tage des Polizeipostens in Illingen sind gezählt.

Illingen (rkü) – Die Sicherheit der Illinger Bürger wurde bisher in doppelter Weise gewährleistet. Im Polizeiposten an der Bahnhofstraße gab es zwei Polizeibeamte als Ansprechpartner vor Ort. Außerdem sorgte Marcel Stöckel als gemeindlicher Vollzugsbediensteter für Sicherheit. Nach VKZ-Informationen wollen sowohl die Polizei als auch Stöckel ihr Engagement in Illingen noch dieses Jahr beenden.

Schon vor einigen Jahren zeichnete sich ab, dass die Stromberggemeinde wohl eines Tages auf ihren Polizeiposten verzichten muss. Landauf, landab wurden die Posten in den kleineren Orten aufgelöst und größeren Dienststellen zugeordnet. Illingen bildete eine der Ausnahmen – bisher. Dem Vernehmen nach blieben die Arbeitsplätze von Klaus Gräther und Michael Thomsen nur darum erhalten, weil sie in Mühlacker nicht untergebracht werden konnten. Nach der Pensionierung von Gräther sieht das anders aus: Warum sollte man für einen einzelnen Polizeibeamten einen eigenen Posten unterhalten? Gleichwohl wäre es vielen Bürgern recht, ihren Ansprechpartner bei der Polizei direkt vor Ort zu behalten. Michael Sengle, Sprecher der Polizeidirektion Pforzheim, sagte gestern über den Zeitpunkt der Postenauflösung: „Entschieden ist da noch gar nichts.“ Dennoch sind die Tage der Polizeipräsenz in Illingen wohl gezählt. Künftig soll die Gemeinde ganz vom Polizeirevier in Mühlacker aus versorgt werden, wie das schon bisher nachts und am Wochenende war. Auf dieses Thema angesprochen, reagierte der Illinger Bürgermeister Harald Eiberger gestern völlig überrascht und wunderte sich, dass die Schließung des Polizeipostens so kurz bevorstehen solle.

Laut der aktuellen Kriminalstatistik der Polizeidirektion Pforzheim gehört Illingen enzkreisweit zu den Gemeinden mit den meisten registrierten Straftaten pro Einwohner. 42 Straftaten auf je 1000 Einwohner werden im östlichen Enzkreis nur von Mühlacker (43) übertroffen, während die übrigen Gemeinden deutlich geringere Werte von 18 bis 25 Fällen aufweisen. Handlungsbedarf für polizeiliche Arbeit gibt es in Illingen offenbar an bestimmten Schwerpunkten wie der Talaue, dem Kriegerdenkmal bei der Schule und auf dem Lidl-Parkplatz.

Wie die VKZ aus zuverlässiger Quelle erfuhr, quittiert auch der gemeindliche Vollzugsbedienstete Marcel Stöckel seinen Dienst. Seine Kündigung zum Jahresende sei bei der Gemeindeverwaltung eingegangen, hieß es. Bürgermeister Harald Eiberger hielt sich gestern bedeckt. Auf Nachfrage erklärte er: „Zu Personalangelegenheiten sagen wir nichts.“ Über das Aufgabengebiet seines Vollzugsbediensteten sagte Eiberger: „Er war schon der dritte, den wir hatten. Sie hatten jeweils unterschiedliche Aufgaben und Kompetenzen. Herr Stöckel hatte zum Beispiel auch das Recht, Platzverweise auszusprechen.“ Ob es auch in Zukunft einen Vollzugsbediensteten in der Gemeinde geben solle und mit welchen Aufgaben dieser betraut werde, ließ Eiberger offen. „Der Gemeinderat legt den Standard fest. Es gibt viele Kreisgemeinden, die keinen haben.“ Arbeit gebe es auf diesem Gebiet freilich für mehrere Personen. „Er kann nur die Hälfte seiner 39 Stunden draußen sein, die andere Hälfte ist Papierkrieg.“

Zum Aufgabengebiet, das Stöckel bisher betreute, sagte Heidi Schmid vom Amt für öffentliche Ordnung: „Er vertritt die Ortspolizeibehörde nach außen hin. Er hat ein ganz breit gefächertes Gebiet, wozu er fähig ist und das er abgedeckt hat.“ Dazu gehörten unter anderem die Überwachung von Parkbeschränkungen und Durchfahrverboten für Lastwagen, die Verfolgung von nächtlichen Ruhestörungen, die Zusammenarbeit mit der Polizei und das Überprüfen oder Einfangen frei herumlaufender Hunde. Auch die Genehmigung von Festen und deren Überprüfung gehöre dazu.


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