Bauhof und Feuerwehr nicht unter einem Dach
Sersheim (ub) – Die Idee war gut, Synergieeffekte lagen auf der Hand. Doch mit dem Projekt Bauhof und Feuerwehrgerätehaus in Sersheim unter einem Dach wird es nichts. Gestern Abend musste der Gemeinderat in einem Grundsatzbeschluss die Entflechtung des Verfahrens beschließen.
Das Thema Feuerwehr ist ein kommunalpolitischer Dauerbrenner in Sersheim. Klar ist, dass die Unterbringung der Feuerwehr in dem derzeitigen Gerätehaus in der Schlossstraße nicht mehr lange funktionieren kann. In Teilen ist das Gebäude feucht, es gibt keinen funktionierenden Wärmeschutz, die Nutzfläche ist zu gering und das neue Gerätefahrzeug muss heruntergelassen werden, damit es wegen der Höhe überhaupt in das Feuerwehrhaus einfahren kann.
In einem Ausschuss aus Mitgliedern der Feuerwehr und des Gemeinderats lotete man in der Vergangenheit das Vorgehen aus: umfassende Sanierung oder Neubau. Bürgermeister Jürgen Scholz: „Eine Sanierung hätte rund zwei Millionen Euro gekostet; ein Neubau die ähnliche Summe, nur dass wir dann funktional einen besseren Standard haben.“
Nichtöffentlich entschied sich der Gemeinderat, deshalb langfristig in eine Neuplanung einzusteigen und den Bauhof und die Feuerwehr zusammenzulegen.
Doch diese Idee machte jetzt das Erweiterungsvorhaben der Firma AcelorMittal (früher RCC) zunichte. Der Konzern will, so wie ursprünglich vorgesehen, nicht nur im Westen erweitern, sondern auch im Osten, in der Daimlerstraße, expandieren. Verschiedene Grundstücke wurden von Acelor aufgekauft, darunter auch das Areal in der Porschestraße, in dem der Bauhof der Gemeinde untergebracht ist.
Scholz: „Wir hatten ein Handlungsproblem.“ Durch das Erweiterungsvorhaben von AcelorMittal war das „ressourcensparende“ Projekt Feuerwehr und Bauhof auf einem Gelände zeitlich nicht zu bewältigen. Deshalb gab der Gemeinderat in nichtöffentlicher Beratung die Marschroute für die Sitzung gestern Abend vor: die Entflechtung des Vorhabens Feuerwehrgerätehaus und Bauhof. Der Bauhof muss sofort verlegt werden, da die bisher angemietete Halle in der Porschestraße abgebrochen wird. „Auf der anderen Seite ist weder grundstücksrechtlich noch planungsrechtlich die Voraussetzung geschaffen, den Standort für ein Gerätehaus auszuweisen“, heißt es in der Sitzungsvorlage.
Deshalb soll der Bauhof auf das Gelände der ehemaligen Kläranlage in Richtung Sachsenheim verlegt werden (für eine zusätzliche Feuerwehrunterkunft ist der Platz zu klein). Als Provisorium soll erst einmal ein Schneelastzelt und ein Container für 34000 Euro für ein Jahr angemietet werden. Dann soll für 550000 Euro eine Leichtbauhalle auf dem Kläranlagenareal erstellt werden.
Parallel dazu soll die Kplan Siegen (dieses Büro hat auch das Konzept für das neue Feuerwehrgerätehaus in Illingen vorgelegt) sich auf die Standortsuche für ein neues Feuerwehrgerätehaus machen. Bis März müsste der Suchlauf beendet sein. Wenn es die Finanzmittel zulassen, soll der Neubau des Feuerwehrmagazins 2010/2011 starten.
Bei der Gemeinderatssitzung gestern Abend gab Bürgermeister Scholz bekannt, dass bei der Unteren Baurechtsbehörde im Landratsamt Ludwigsburg das Bauvorhaben von Porsche für den zweiten Bauabschnitt des zentralen Ersatzteillagers auf dem Tisch liegt.
