Donnerstag, 24. Mai 2012

Spätlingsmarkt mit 18 neuen Ständen


Neu dabei: die Kräuterpädagogen. Foto: Rücker
Neu dabei: die Kräuterpädagogen. Foto: Rücker

Ludwigsburg (sr) – Im Kreishaus (Landratsamt) in Ludwigsburg weht wieder einmal ein besonderer Wind. Die staubige Atmosphäre im Verwaltungsbau ist gestern dem Hauch von Lavendel, frischem Brot und erzgebirgischen Knackern gewichen. Beim zwölften Spätlingsmarkt kann der Besucher in Kunsthandwerk und Köstlichkeiten schwelgen. Immerhin ist der Markt in diesem Jahr um 18 Stände erweitert worden.
Zwischen dem Eingang zu „Führerschein-Angelegenheiten“ und der Türe zu „Ausländer-Angelegenheiten“ hat sich der Deutsche Alpenverein mit seinen Schautafeln eingenistet. Im Foyer der Konferenzzone präsentieren sich heimische Weine vor ernster Kulisse und im Atrium des Erweiterungsbaus haben zwölf Stände ihre Spätlingsmarkt-Premiere. Mit 52 Ständen auf den Ebenen zwei bis neun im Kreishaus locken beispielsweise Bäcker, Handwerker, Müller und Metzger.
„Regionale Erzeuger aus dem Landkreis und unserer ausländischen Partner bieten beim Spätlingsmarkt ihre Produkte an“, sagt Dr. Andreas Fritz, Pressesprecher im Landratsamt. Diese Präsentation und der Verkauf sei ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der jeweiligen Landschaft. „Eine wunderbare Veranstaltung“, schwärmt Fritz auf dem Weg zwischen Ebene drei und vier. „Ganz sicher“ , so der Pressesprecher, werde er „noch italienische Salami probieren und französischen Wein kosten“. Fritz: „Man braucht jetzt länger, um von einem Büro zum anderen zu kommen.“
Ein bekanntes Gesicht beim zwölften Spätlingsmarkt im Kreishaus ist Birgit Bass, die ihre eigene Welt aus Filz zwischen den Amtstüren aufgebaut hat. Nadelkissen, Zwerge in Tropfenform, Äpfel mit Mäusen und Blüten fürs Handgelenk formt die Autodidaktin aus Sachsenheim aus bunter Wolle. Einen Abstecher ins benachbarte Gebäude darf der Besucher allerdings trotz all der Verlockungen nicht vergessen. Dort, im Atrium des Erweiterungsbaus, haben sich unter der futuristischen Kulisse aus Lampen, Licht und Glas zum ersten Mal moderne Kräuterhexen eingefunden. Nach einer 15 Monate dauernden Ausbildung dürfen sich die drei Damen aus dem Landkreis Ludwigsburg Kräuterpädagogen nennen. Delikatessen vom Wegesrand, darunter „Duft-Blüten Kernlestee“, „Quitten-Genuss“, „Drei-Musketiere-Essigsirup“ und ihr Wissen bieten sie an. „Durch unsere Arbeit unterstützen wir die nachhaltige Entwicklung unserer heimischen Natur- und Kulturlandschaft“, schreiben sich die Drei auf ihre Fahnen. Den Menschen wieder die Verwendung und das Vorkommen heimischer „Un-Kräuter“ nahebringen, ist dabei eines der Anliegen der Kräuterfrauen. Ein Bauernhofcafé verführt derweil gleich nebenan zu einem Päuschen.
Wieder zurück im Hauptgebäude, einige Stufen weiter oben auf der Ebene vier, führt der Weg vorbei an der Amtsstube „Wohnungsbauförderung“ in Richtung Konferenzzone. Hier wachen ehemalige Landräte mit strengem Blick vom Bild herab über sechs Weinstände samt Köstlichkeiten. Diese „Spätlingsmarkt-Weinstraße“ ist – ebenso wie die Stände im Erweiterungsbau – ein Novum im bunten Treiben der kommenden Tage.
Im geräumigen Treppenhaus des Kreishauses bleibt der Blick immer wieder an den Waren der Stände kleben. Die traditionelle Töpferware von Klara Kiss aus dem Komitat Pest, Ungarn, ist ein solcher Anziehungspunkt. Kiss ist zwar zum ersten Mal in Ludwigsburg, hat ihre Werke aber schon rund um den Globus ausgestellt.
Nur wenige Meter weiter mühen sich die Damen vom Landkreis Zwickau mit erzgebirgischen Knackern ab. Die Würste sollen den Besuchern schließlich den Mund wässrig machen. Vorbei an kulinarischen Genüssen und Handwerkskunst bahnt sich der Besucher seinen Weg in Richtung Ausgang. Kurz vor dem Ausgang kann einen beim Stand von Ilse Giek die Qual der Wahl überfallen. An die 55 Sorten Konfitüre und Gelee hat sie in den letzten Monaten zubereitet. „Das macht Spaß“, so die Seniorchefin des gleichnamigen landwirtschaftlichen Betriebes aus Möglingen. Liköre und Suppengrün ziehen die Hand des potenziellen Käufers an. „Ich überlege das ganze Jahr, was ich machen kann“, sprüht die Markt-Veteranin vor Elan. Immerhin sei sie jedes Jahr dabei gewesen. Dieses Mal, verrät Giek, habe sie sich beim Likör „verkünstelt“. Das Ergebnis, ein Walnusslikör, findet vielleicht seinen Weg auf den einen oder anderen Gabentisch.
Öffnungszeiten des Spätlingsmarkts: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 18 Uhr, Donnerstag von 9 bis 20 Uhr und am Samstag von 9 bis 14 Uhr. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rundet den Markt ab. Details hierzu beispielsweise im Internet unter www.landkreis-ludwigsburg.de.


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