Donnerstag, 24. Mai 2012

Modellbörse in Sersheim


2000 Besucher bei der Modellauto- und Eisenbahnbörse in Sersheim. Foto: Bögel
2000 Besucher bei der Modellauto- und Eisenbahnbörse in Sersheim. Foto: Bögel

Sersheim (ub) – Der Sersheimer Bürgermeister Jürgen Scholz ist zufrieden. Die Tüte ist gut gefüllt, der Einkauf gelungen. „Hier kann man auch hervorragend handeln, zehn oder 15 Prozent gehen immer.“ Der Schultes geht mit kleinen Plastikbäumen nach Hause – Zubehör für die Modelleisenbahn. „Die Anlage muss nur noch richtig aufgebaut werden“, gibt sich Scholz die Aufgabe für die nächste Zeit.
Für Fans von Modellautos und Eisenbahnen war gestern die Sersheimer Sport- und Kulturhalle ein Dorado. Rund 2000 Besucher kamen, um bei den 60 Ausstellern etwas zu ergattern: Modellautos von Wiking, Herpa oder Matchbox, Rennbahnen von Carrera und Faller, Eisenbahnen von Märklin, Fleischmann oder Rocco, Zubehör aller Art. Die Sersheimer Modellauto- und Eisenbahnbörse ist die Drehscheibe für viele Sammler aus der Region – hier gibt es für jeden Geldbeutel etwas: die Weiche für 35 Cent oder die Lokomotive für 350 Euro.
„Das Fieber nach Eisenbahnen und Autos ist nach wie vor da“, stellt Philipp Scheyhing vom veranstaltenden Modellauto- und Eisenbahnclub Sersheim fest. Und die Leute stehen geduldig Schlange, um in die Halle zu kommen. „Es sind schon viele Verrückte – natürlich im positiven Sinne –, die hierher kommen“, wissen die Organisatoren. Die Sammler freuen sich auf ein Schnäppchen, Kontakte können geknüpft werden.
Und natürlich gibt es bei so einer Börse auch Trends: Die Zeit der Westentascheneisenbahnen mit den Spuren Z und M scheint vorbei zu sein, gefragt sind wieder „habhaftere“ Sachen. „Großer Beliebtheit erfreut sich derzeit die TT-Spur, ein ehemaliges Ostprodukt“, weiß Scheyhing. Es sind nicht die jungen Fans, die nach Sersheim kommen, das Alter der Besucher pendelt zwischen 40 und 60 Jahren. Die Sammler wachsen mit ihren Produkten.
95 Prozent der Artikel, die bei der Sersheimer Börse angeboten werden, sind gebraucht. Scheyhing: „Trotzdem haben wir hier eine hohe Käufersicherheit, denn die Objekte der Begierde können beispielsweise auf einem Testgleis ausprobiert werden.“ Und besser als der Kauf im Internet ist die Veranstaltung in Sersheim allemal. „Im Internet kann man nichts anlangen, hier fühlen die Käufer das Produkt, können es direkt unter die Lupe nehmen.“
Für zwei Euro Eintritt öffnet sich das Sammlerparadies in der Sport- und Kulturhalle. Deutlich weniger als bei den professionellen Events. Auch die Gebühr für die Aussteller pro Tisch ist in Sersheim ein Fünftel preiswerter als beispielsweise auf dem Killesberg. „Normalerweise veranstaltet eine Börse in der Dimension von Sersheim kein Verein mehr, sondern da kommen die Profis“, sagt Philipp Scheyhing. Die knapp 30 Mitglieder des Modellauto- und Eisenbahnclubs Sersheim stellen seit mehr als 20 Jahren die Börse in Eigeninitiative auf die Beine. Der karge Lohn: ein Vereinsessen für die Mitglieder.
Ob es die Modellauto- und Eisenbahnbörse auch im nächsten Jahr geben wird, ist noch offen. Scheyhing: „Wir haben uns über die Zukunft erst am Samstag unterhalten.“ Mit der Zeit reduziere sich die Freude, solch eine Veranstaltung jedes Jahr zu bewerkstelligen. „Wir werden nach dieser Veranstaltung genau überlegen, ob wir weitermachen und wenn, wie lange noch.“


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