Donnerstag, 24. Mai 2012

Klärschlamm nach Enzweihingen


Die Stadt will die Klärschlammbehandlung von Vaihingen nach Enzweihingen verlegen. Foto: Elsässer
Die Stadt will die Klärschlammbehandlung von Vaihingen nach Enzweihingen verlegen. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Die Stadt Vaihingen möchte die Behandlung des Klärschlamms von Vaihingen nach Enzweihingen verlegen. Gleichzeitig soll ein neues Gesamtkonzept für die beiden Kläranlagen und die Mischwasserbehandlung erstellt werden, das bis zum Jahr 2022 zur Umsetzung kommen soll. Am kommenden Donnerstag (22. November, 18 Uhr) wird Vaihinger Gemeinderat in öffentlicher Sitzung darüber beraten.
In einer Studie von 1992, auf deren Basis die Kläranlage Strudelbach II in Enzweihingen gebaut wurde, ist für den Zeitraum ab 2010 die Aufgabe der Vaihinger Kläranlage vorgesehen. Aber: Da hierfür eine zweite Druckleitung notwendig wäre und die Enzweihinger Anlage umfangreiche Erweiterungen benötigen würde, kämen auf die Stadt Kosten in Höhe von 11,8 Millionen Euro zu. Nun besteht allerdings im Bereich der Schlammfaulung in der Vaihinger Kläranlage ein hoher Sanierungsbedarf. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung als Zwischenschritt zwei Alternativen zur Stilllegung der Vaihinger Anlage gegenüber gestellt:
Variante 1: Sanierung der Schlammbehandlung. Diese wäre mit einem Kostenaufwand von rund 1,44 Millionen Euro verbunden.
Variante 2: Aufgabe der Schlammbehandlung. Hierfür wäre in der Enzweihinger Kläranlage Strudelbach eine Erweiterung der Kapazitäten notwendig. Gesamtkosten dieser Umkonzipierung der Kläranlagen: 1,628 Millionen Euro. Vorteil dieser Variante: Durch den Umbau der Kläranlagen werden Einsparungen beim Personal von rund 50000 Euro pro Jahr und bei den jährlichen Betriebskosten von rund 10000 Euro erwartet. Die Mehrkosten durch die Realisierung von Variante 2 in Höhe von 188000 Euro wären durch die Einsparungen in rund drei Jahren amortisiert. „Da mit diesem Umbau der Kläranlagen für mindestens zehn Jahre eine Entsorgungssicherheit geschaffen wird, stellt der Umbau die kostengünstigste Lösung dar“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Gemeinderat.
Eine Realisierung dieser Baumaßnahme hätte eine Gebührenerhöhung von acht Cent pro Kubikmeter Abwasser zur Folge, was bei einer vierköpfigen Familie zu Mehrkosten von etwa 14 Euro pro Jahr führen würde. Der Bauablauf ist so geplant, dass zuerst die größeren Kapazitäten wie die Schlammbehandlung und die Optimierung der Biologie auf der Kläranlage Strudelbach geschaffen werden, bevor auf der Kläranlage Vaihingen einzelne Verfahrensschritte abgebaut werden. Der Beginn der Arbeiten ist für Anfang 2008 anvisiert, mit der Fertigstellung wäre 2009 zu rechnen. Sollte der Gemeinderat dieser Variante zustimmen, würden sich dies auf die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen der Stadt Vaihingen und der Gemeinde Eberdingen auswirken, da sich damit auch die Betriebskostenanteile ändern. Die Beteiligungsverhältnisse der Stadt Vaihingen würden sich von 82,42 auf 84,82 Prozent erhöhen und gleichzeitig diejenigen der Gemeinde Eberdingen von 17,58 auf 15,18 Prozent verringern.
„Als Ergebnis erhält man eine ‚kleine‘ Kläranlage Vaihingen ohne Schlammfaulung, ohne Schlammpresse, mit minimalem Laborbetrieb und verkleinertem Personalbetrieb“, fasst das Tiefbauamt zusammen. Auf der anderen Seite entstehe eine „große“ Kläranlage Strudelbach mit zentralisierter Schlammbehandlung, zentralisiertem Laborbetrieb und erhöhtem Personalbedarf. Grundsätzlich erhöhe sich auf beiden Anlagen der Automatisierungsgrad. Durch den Umbau seien die Voraussetzungen geschaffen, den Klärschlamm zukünftig über die Verbrennung zu entsorgen. Außerdem erfolge eine Optimierung des Betriebes und eine Erhöhung der Betriebssicherheit.
Neben der Umkonzipierung der Kläranlagen schlägt die Stadtverwaltung dem Gemeinderat auch die Erstellung eines neuen Gesamtkonzepts für die Kläranlagen und die Mischwasserbehandlung vor.


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