Finanzen und Hochwasser als Hauptthemen
Eberdingen (phs) - Rund 110 Besucher sind am Donnerstagabend zur finalen Kandidatenrunde vor der Bürgermeisterwahl in die Eberdinger Gemeindehalle gekommen. Jetzt müssen die Bürger von Eberdingen, Hochdorf und Nussdorf entscheiden: Die Wahl in der Dreiergemeinde findet am 2. Dezember statt.
Zur letzten Vorstellungsrunde im Wettbewerb um den Eberdinger Bürgermeistersessel war die Gemeindehalle in Eberdingen beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt. Das Prozedere war wie an den Tagen zuvor in Hochdorf und Nussdorf.
Die Ausführungen der beiden Kandidaten entsprachen inhaltlich denen, die sie bereits bei den beiden vorhergegangenen Veranstaltungen gemacht hatten. Nur der Vaihinger Stadt- und Kreisrat Armin Zeeb fügte seiner Rede in Sachen Hochwasserschutz einen Teil hinzu: „Mit meinen Ausführungen zum Hochwasserschutz in Hochdorf habe ich vielleicht zu sehr an den Emotionen Einzelner gekitzelt“, stellte der 51-jährige Familienvater von drei Söhnen fest. Die Leserbriefe, die zu diesem Thema in der Vaihinger Kreiszeitung erschienen seien, hätten diese Tatsache verdeutlicht. Eine weitere Diskussion zum Thema Hochwasserschutz lehnte Zeeb zunächst ab. „Ich bin nicht bereit, mit Rieter Bürgern über das Thema zu diskutieren“, sagte Armin Zeeb.
Auf die Frage, was er vom vorliegenden Gutachten und Lösungsansatz zur Hochwasserproblematik halte, rang sich Zeeb dann aber doch noch eine Antwort ab. „Ich weiß nur in groben Zügen, was in dem Gutachten steht“, gab der Bürgermeisterkandidat am Donnerstag in Eberdingen zu. Wenn man an der vorgeschlagenen Lösung jedoch Änderungen vornehme, müsse man sich dessen bewusst sein, dass man daraus resultierende Konsequenzen tragen müsse. „Ich verlasse mich auf die wissenschaftlich erarbeiteten Fakten“, sagte Armin Zeeb. Der amtierende Bürgermeister Peter Schäfer unterstellt dem Gutachten indes Mängel: „Wir haben festgestellt, dass die Wassermengen einen anderen Ursprung als den im Gutachten genannten haben“, sagte der 50-Jährige. An einer finanziell vertretbaren Lösung es Problems werde bereits gearbeitet.
Wie entwickelt sich die Gewerbesteuer?
Die Verwaltungsgemeinschaft Eberdingen wird zum neuen Jahr schuldenfrei sein. Dazu richtete Dr. Egbert Müller eine Frage an Bürgermeister Peter Schäfer: „Es ist erfreulich, dass das hohe Gewerbesteueraufkommen uns das ermöglicht hat. Aber woher kommt die Erhöhung und wird sie in den folgenden Jahren bestehen bleiben?“ Die Antwort von Schäfer kam prompt. Natürlich sei es schön, dass die Gewerbesteuereinnahmen in diesem Jahr so hoch gewesen seien. Halten könne man diesen Stand aber nicht. In den folgenden Jahren sei mit einem Gewerbesteueraufkommen wie in den Vorjahren zu rechnen. „Woher die vielen Gewerbesteuern kommen, darf ich Ihnen aber leider nicht sagen, das verbietet mir das Gesetz“, erklärte Schäfer. Aber auch ohne die erhöhten Steuereinnahmen gehe es der Gemeinde mehr als gut. „Die Schuldenfreiheit hätte auch durch Auflösung von Rücklagen erreicht werden können.“
Zum Thema Finanzen wurde Armin Zeeb, der auch als Schuldnerberater arbeitet, gelöchert. In einer der vorhergegangenen Vorstellungsrunden habe er gesagt, dass die Gemeinde aufgrund der Schuldenfreiheit nun aus dem Vollen schöpfen könne. „Ist das eine Aussage, die ein erfahrener Schuldnerberater auch gegenüber einem Mandanten tätigen würde?“, wollte ein Bürger wissen.
Zeeb entgegnete, dass er sich vielleicht etwas flapsig ausgedrückt hätte. „Aber das bringt ja Stimmung in die Runde.“ Selbstverständlich wolle er nicht um jeden Preis neue Schulden machen. Für das betreute Wohnen, welches Zeeb – ebenso wie Schäfer – in allen drei Gemeinden anbieten möchte, würde er zum Beispiel aber neue Schulden in Kauf nehmen. „Zinsen und Tilgung müssen aber immer mit dem normalen Haushalt bewältigt werden können.“
Zum Schluss der Veranstaltung musste Gemeinderat Andreas Beck, der als Moderator durch den Abend führte, noch eine Kleinigkeit los werden. „Bitte machen Sie am 2. Dezember alle Gebrauch von Ihrem Wahlrecht und informieren Sie auch Nachbarn und Bekannte über die heutige Veranstaltung“, appellierte Beck an das Publikum.
