Heilbronn/Vaihingen (ub) – Mehr als vier von fünf Flaschen Württemberger Wein sind preiswürdig. Die Württemberger Weinwirtschaft setzt damit ihren qualitätsorientierten Weg nach oben konsequent fort.
Bei der Landesprämierung für Wein und Sekt bekamen gestern im Konzert- und Kongresszentrum „Harmonie“ in Heilbronn 27,93 Prozent der 4476 angestellten Weine Gold, 36,33 Prozent Silber und 17,45 Prozent Bronze. 18,3 Prozent (2006: 16,74; 2005: 18,34 Prozent) der Weine blieben ohne Preis. Der Anteil prämierter Weine liegt mit 81,7 Prozent erneut über dem Durchschnitt der letzten sieben Jahre (78,7 Prozent). 1250 Gold-, 1626 Silber- und 781 Bronze-Auszeichnungen wurden vergeben. Dreizehn Betriebe erhielten für kontinuierliche herausragende Leistungen einen Ehrenpreis.
Im Prämierungsjahr 2006 wurden von 219 teilnehmenden Betrieben – 50 Weingärtnergenossenschaften und 169 selbstvermarktende Betrieben, Weingüter und Weinhandlungen – 4476 Weine angestellt, die vorwiegend den Jahrgängen 2004, 2005 und 2006 angehören. Es waren 1358 Weißweine, 2754 Rotweine und 364 Weißherbst/Schillerweine. Die Zahl der Anstellungen ist jahrgangsbedingt.
„Das ist ein Freudentag für den Württemberger Weinbau“, stellte Weinbauverbandspräsident Hermann Hohl bei der Vorstellung der Preisträger fest. „Die Württemberger Wengerter dokumentieren damit erneut ihr Bekenntnis zur größten Weinprüfung unter allen Wettbewerben und zum eigenen Qualitätsstreben“, betonte Hohl. Die Betriebe in Württemberg beteiligten sich freiwillig an dieser neutralen und objektiven Qualitätsprüfung, die deshalb eine hohe Wertigkeit im Vergleich mit anderen Wettbewerben habe.
Die Landesprämierung für Wein und Sekt sei vielmehr eine wichtige Qualifizierung für andere Wettbewerbe und ein fairer Wettkampf der Qualitäten der Württemberger Weinwirtschaft mit ihrer Vielfalt an Genossenschaften, Privatweingütern, Prädikatsweingütern, Ökoweingütern, Weinkellereien und jungen Kooperationen verschiedenster Art. Hohl: „Ein derartiger Leistungswettbewerb ist eine selbstkritische Standortbestimmung für die Betriebe und ein Anreiz, hochwertige Weine für einen anspruchsvollen Markt zu erzeugen.“ Deshalb diene die Landesweinprämierung seit 1959 auch dem Verbraucher als wertvolle Orientierungshilfe bei der Kaufentscheidung. Die Preisplakette auf der Flasche garantiere objektiv geprüfte Qualität und hohe Wertigkeit.
Ein Erfolg bei der Landesprämierung für Wein und Sekt liefere den Weingärtnern gute Argumente für eine erfolgreiche Vermarktung. Mit der Herausstellung der Spitzenleistungen seiner Weinwirtschaft schaffe Württemberg als viertgrößtes deutsches Anbaugebiet eine positive Grundstimmung für die Akzeptanz seiner Weine in Deutschland und darüber hinaus.
In einem strengen Prüfverfahren werden Geruch, Geschmack und Harmonie jeweils mit maximal fünf Punkten bewertet. Daraus errechnet sich die Qualitätszahl als Mittelwert der Einzelbeurteilungen. Für Gold müssen die Weine mindestens 4,5, für Silber mindestens 4 und für Bronze mindestens 3,5 erreichen. Dann dürfen sie das europaweit anerkannte Qualitätsetikett tragen.
40 goldene Preismünzen, 33 silberne und 11 bronzene heimste die Strombergkellerei Bönnigheim ein. Dabei waren auch einige Tropfen vom Hohenhaslacher Kirchberg.
Zwei silberne Preismünzen konnte die Weingärtnergenossenschaft Ochsenbach-Spielberg-Häfnerhaslach verbuchen. Eine goldene (Trollinger mit Lemberger) und eine bronzene Preismünze gab es für die Weingärtnergenossenschaft Ensingen. Zwei goldene (Rotwein Qualitätswein und Samtrot Spätlese), zehn silberne und sechs bronzene Preismünzen können die Weingärtner Horrheim-Gündelbach auf ihrem Konto verbuchen.
Weinbau Tobias Stärk aus Oberriexingen erhielt gestern eine silberne Preismünze. Erfolgreich auch drei Weingüter aus Hohenhaslach: Das Weingut Reinhard und Friedrich Baumgärtner gewann acht goldene, zehn silberne und sechs bronzene Preismünzen; Weinbau Manfred Katzer bekam zwei silberne und zwei bronzene Preismünzen; das Weingut Martin Notz sechs goldene, neun silberne und drei bronzene Preismünzen.
Weinbau Allmendinger aus Horrheim ist mit einer silbernen Preismünze bei der Prämierung vertreten. Das Weingut Sonnenhof in Gündelbach kann seine Produkte mit acht goldenen Preismünzen schmücken, darunter eine Chardonnay Spätlese trocken oder ein Muskat-Trollinger. Dazu gab es für den Betrieb Bezner-Fischer noch 23 silberne und drei bronzene Preismünzen.
Das Weingut Dieter Faigle in Horrheim erzielte in Heilbronn drei goldene Preismünzen (für Trollinger und Lemberger), elf silberne und vier bronzene. Das Weingut Emil und Ursula Jaillet aus Ensingen war mit einer goldenen (Traminer mit Riesling Spätlese) und zwei silbernen Preismünzen vertreten.
Zu den „Abräumern“ gehörte auch 2007 wieder die Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen. 25 goldene Preismünzen gab es bei der Landesprämierung; ausgezeichnet wurden beispielsweise Lemberger, Trollinger, Acolon, Samtrot, Muskat-Trollinger, Helfensteiner, Riesling, Traminer und Silvaner. Dazu gab es für die Roßwager noch 32 silberne Preismünzen sowie 18 bronzene.
Das Weingut Bastian Walz in Ensingen holte ein goldene (Lemberger Qualitätswein) und eine bronzene Preismünze.
Bei der Landesprämierung für Sekt gab es aus dem Verbreitungsgebiet der VKZ noch eine bronzene Preismünze für die Genossenschaftskellerei Roßwag-Mühlhausen.
