Donnerstag, 24. Mai 2012

Schäfer und Zeeb stellten sich den Hochdorfer Bürgern


Otto Elser (Mitte) moderierte die Veranstaltung. Daneben sitzen Armin Zeeb (links) und Peter Schäfer. Foto: Elsässer
Otto Elser (Mitte) moderierte die Veranstaltung. Daneben sitzen Armin Zeeb (links) und Peter Schäfer. Foto: Elsässer

Hochdorf (elf) – Lag’s am Schneetreiben? Haben sich die Hochdorfer innerlich schon auf einen Kandidaten festgelegt? Oder ist das Interesse an der Eberdinger Bürgermeisterwahl am 2. Dezember einfach so gering? Tatsache ist, dass die Hochdorfer Gemeindehalle bei der ersten von drei Vorstellungsrunden der Kandidaten am Dienstagabend lediglich zur Hälfte gefüllt war. Dennoch hatten Peter Schäfer und Armin Zeeb in der Fragerunde einigen Bürgern Rede und Antwort zu stehen.
Während der Hausherr mit Gattin und zwei seiner Söhne die Hände der Besucher schüttelte, trocknete sich ein paar Schritte weiter der Herausforderer ab. Der Schneefall hatte seine Spuren auf dessen Frisur und Anzug hinterlassen. Otto Elser, Vorsitzender des Gemeinde-Wahlausschusses, freute sich derweil über die starke Medienpräsenz und begrüßte den Vaihinger Oberbürgermeister Gerd Maisch, der nicht nur beobachten wollte, wie sich sein Amtskollege aus Eberdingen Peter Schäfer schlägt. Auch auf das Auftreten des Vaihinger Gemeinderats Armin Zeeb war er gespannt. Otto Elser ließ die Veranstaltung schließlich zehn Minuten später beginnen. Damit wollte er denjenigen, die sich aufgrund des Schneefalls verspätet hatten, die Gelegenheit geben, alles von vorne mitzubekommen.
Wortreich und knitz moderierte Elser die zweistündige Kandidatenkür, die mit einer Neuheit aufwartete. So konnten sich die Bewerber um das höchste Amt im Eberdinger Rathaus neuer Medien bedienen und die Aussagen mit einer an die Wand geworfenen Projektion untermalen. Während dies der eine (Schäfer) nüchtern und sachlich tat und seine Aussagen mit knappen und prägnanten Stichworten untermauerte, setzte der andere (Zeeb) darauf, Bilder von sich selbst aus dem privaten und dem politischen Leben zu zeigen.
Die Würze der Veranstaltung waren freilich die Fragen aus der Bürgerschaft an die Kandidaten. „Es kommt mir märchenhaft vor, wie der Schuldenstand der Gemeinde jetzt gegen Null gerutscht ist“, wunderte sich ein Bürger. Peter Schäfer hatte die Antwort parat: „Bereits seit 2000 haben wir kontinuierlich Schulden abgebaut, was durch stark gestiegene Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen möglich war.“ Ein weiterer Hochdorfer forderte eine Überquerungshilfe in der Rieter Straße im Bereich des Pfaffenwäldles. Hier gebe es ein Problem mit der Durchsetzung, meinte Schäfer und betonte, dass das Verkehrsrecht für diese Straße in Vaihingen liege. Voraussetzungen für einen Überweg sei ein entsprechendes Verkehrsaufkommen.
Von Armin Zeeb wollte ein Bürger wissen, wie viele Arbeitsstunden angesichts seiner Ehrenämter übrig bleiben würden. Er habe lediglich aufgezählt, was er in etwa 30 Jahren alles gemacht habe. Das Bürgermeisteramt sei ein Vollzeitjob, den er selbstverständlich ausfüllen werde. Auf die Frage, ob er parteilos antreten würde oder Mitglied einer Partei wäre, antwortete Zeeb: „Ich trete parteilos an, bin aber Stadtrat und Kreisrat für die Grünen.“ Dr. Simone Stork, Leiterin des Keltenmuseums, wollte wissen, ob ihm das Museum auch schon aufgefallen sei. Er kenne das Museum gut und sei schon mehrfach – auch mit der Belegschaft der Sozialberatung – dort gewesen. Ein weiterer Fragesteller entpuppte sich als Gast aus Riet. Er sprach Zeeb auf dessen Vortrag an, in dem dieser die Rieter als „ein paar Quertreiber talabwärts“ bezeichnete. „Können Sie das konkretisieren, da Sie auch mich damit meinen?“, wollte der Mann wissen. Zeeb antwortete, dass der Planer die Notwendigkeit der Hochwasserschutz-Maßnahme aufgezeigt habe. Eberdingen warte darauf „dass die Dinge endlich weitergehen“.
Weitere Fragen beschäftigten sich beispielsweise mit dem Ausbau der Hemminger Straße. Dabei handele es sich um eine Landesstraße, sagte Peter Schäfer. Die Gemeinde hätte vom Grundstückserwerb bis zur Bereitstellung der Mittel ihre Hausaufgaben gemacht. Durch die Verwaltungsorganisation beim Land seien die Behörden allerdings „viele Jahre mit sich selbst beschäftigt“ gewesen. Er werde nicht locker lassen, bis das Straßenprogramm abgeschlossen sei.
Starkes Interesse äußerten die Bürger in Sachen Jugendarbeit im Ort. „Dieses Thema genießt bei mir höchste Priorität“, sagte Peter Schäfer. Das Problem sei, dass die Jugendlichen nicht mobil seien und Probleme damit hätten, von A nach B, beziehungsweise nach Nussdorf zu kommen. Als geeigneter Standort für ein Jugendhaus käme eine Fläche an der Maybachstraße infrage. Aber: „So ein Projekt geht nur mit der Hand am Arm gemeinsam mit den Jugendlichen.“ Auch Armin Zeeb erkannte bei diesem Thema höchste Priorität. In Hochdorf sei professionelle Hilfe notwendig, wenn es um die Jugendlichen geht. Er halte es ebenso für wichtig, dass die Jugendlichen an einem Jugendhaus mitarbeiten, damit sie sich auch damit identifizieren können.
Zum Thema Spiel- und Bolzplätze: „An einem Bolzplatz soll’s nicht fehlen“, sagte Peter Schäfer. „Alles, was wir im Bereich Kinder und Jugendliche investieren, ist bestangelegtes Geld.“ Armin Zeeb gab zu: „Ich kenne Ihre Plätze nicht.“ Ordentliche Spiel- und Bolzplätze seien sehr wichtig und müssten gut erreichbar sein.
Auch das Thema Mobilfunkmasten trieb die Bürger um. Schäfer: „Es gibt gesetzliche Vorgaben, die eine Gemeinde nicht torpedieren kann.“ Masten bis zehn Metern Höhe seien genehmigungsfrei. Außerdem habe er bereits mit allen Anbietern geredet, da er auf eine Bündelung setzte. Doch dies sei erfolglos gewesen. Armin Zeeb kündigte seinerseits an, auch mit allen Anbietern zwecks Bündelung reden zu wollen. Und: „Wir müssen es den Anbietern erschweren, die Sender aufzustellen.“
Nach insgesamt zwei Stunden beendete Moderator Otto Elser die Runde und forderte die Bürger dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Heute Abend findet die Vorstellung in Eberdingen statt, über die Veranstaltung in Nussdorf gestern Abend berichten wir in unserer morgigen Ausgabe.


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