Fassade des Gündelbacher Rathauses wird saniert
Gündelbach (elf) – Nicht immer sind die modernsten Handwerkermethoden auch die richtigen. Dies erfuhr nun die Stadt Vaihingen, die erst im Jahr 1993 die Fassade des Gündelbacher Rathauses renovieren ließ und bereits 14 Jahre später erhebliche Mängel an den Fachwerkhölzern und den Gefachen feststellte.
„Bedingt durch eindringendes Regenwasser sind statisch notwendige Teile wie Schwellen und Pfosten in einem Umfang zerstört, dass sich durch Setzungen bereits einige Gefache abgelöst haben und abzustürzen drohen“, sagt Hochbauamtsleiter Waldemar Mann. „Es besteht dringender Handlungsbedarf.“ Geschätzte Kosten für die Gesamtmaßnahme: Rund 150000 Euro, wobei 21000 Euro für die Sanierung des ehemaligen Postraums anfallen.
Die Schäden an der Fassade des Gündelbacher Rathauses hat Ortsvorsteher Thomas Fritzlar bereits im Frühjahr entdeckt: Teile der Masse, die für die Auffüllung der Risse im Fachwerk verwendet wurde, haben sich gelöst und sind vor den Rathauseingang gefallen. Eine eingehende Untersuchung durch einen Gutachter ergab, dass das Fachwerk bei der Fassadensanierung im Jahr 1993 mit Acryl-Dichtungsspachtel aufgefüllt und mit Acrylfarbe gestrichen wurde. Dadurch sollte das Eindringen von Wasser verhindert werden. Eine seinerzeit moderne und vielfach angewandte Methode. Doch an den Stößen und an feinen Rissen hat sich das Wasser dennoch seinen Weg ins Holz gebahnt. Das Problem: Durch die Acrylfarbe fand das Wasser nicht mehr hinaus. Jetzt passierte genau das, was ursprünglich verhindert werden sollte: Das Holz faulte. „Die Schäden am Fachwerk sind so gravierend, dass sogar schon ein Vogelnest darin zu finden ist“, berichtete Hochbauamtsleiter Mann.
Betroffen ist in der Hauptsache die Wetterseite des Rathauses. Über sämtliche Etagen hinweg sind deutlich große und kleine Risse zu sehen. Die Gefache stehen teilweise zwei bis drei Zentimeter ab und drohen abzustürzen, wenn nicht zügig ausgebessert wird. Dies soll nun nachhaltig geschehen. Nach Auskunft von Waldemar Mann sollen die Fachwerkbalken ausgewechselt werden, wenn sie bereits zu morsch sind. Wo sich Ausbesserungsarbeiten anbieten, werden die Balken mit Holzleisten ausgespant. Dies soll gleich an allen Seiten des Hauses geschehen und nicht nur an der akut betroffenen Nordseite. Mann: „Sonst stehen wir in zwei Jahren an anderer Stelle vor dem gleichen Problem.“ Es sei damit zu rechnen, dass bereits jetzt auch andere Gebäudeteile befallen sind. Mit den Arbeiten soll nach dem Willen der Stadtverwaltung noch in diesem Jahr begonnen werden – vorbehaltlich der denkmalschutzrechtlichen Genehmigung, die im Moment noch aussteht.
Wenn die Bauarbeiter schon am Werk sind, nehmen sie sich auch gleich des alten Postraums im Rathaus an, der zur neuen Verwaltungsstelle ausgebaut werden soll. Die für diese Maßnahme anfallenden 21000 Euro beinhalten lediglich die Sanierung und nicht den technischen Ausbau des Raumes.
