Donnerstag, 24. Mai 2012

Schulsozialarbeiterinnen in Vaihingen


Sie setzen sich für die Schulsozialarbeit in Vaihingen ein. Foto: Elsässer
Sie setzen sich für die Schulsozialarbeit in Vaihingen ein. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf) – Steffi Höfer (26) und Corona Farrenkopf (27) heißen die beiden Schulsozialarbeiterinnen, die seit 1. September ihren Dienst in Vaihingen verrichten. An vier Schulen in der Stadt helfen die beiden Sozialpädagoginnen den Schülern bei Problemen, führen Gespräche, organisieren Projekte und arbeiten präventiv.
Wilhelm-Feil-Schule, Grund- und Hauptschule, Ferdinand-Steinbeis-Realschule und Friedrich-Abel-Gymnasium - diese vier Vaihinger Bildungseinrichtungen kommen in den Genuss der Arbeit der beiden jungen Frauen. Zwar haben alle Schulen die Notwendigkeit einer Schulsozialarbeit angemeldet, doch im Rahmen der Schulleiterbesprechung einigte man sich schließlich auf die erwähnten vier Schulen. Somit war die räumliche Nähe untereinander gegeben. Ein wichtiges Kriterium, schließlich ist jede Schulsozialarbeiterin für zwei Schulen zuständig: Steffi Höfer arbeitet an der Wilhelm-Feil-Schule und der Grund- und Hauptschule, Corona Farrenkopf kümmert sich um die Belange der Schüler in der Ferdinand-Steinbeis-Realschule und im Friedrich-Abel-Gymnasium.
Gewalt, Drogen, Mobbing – haben es die beiden jungen Damen in Vaihingen mit der gesamten Bandbreite jugendlichen Einfallsreichtums zu tun? „Wir sind im Moment dabei zu erfahren, wo der Bedarf bei Schülern und Lehrern gegeben ist“, beschreibt Corona Farrenkopf, was ihre Kollegin Steffi Höfer ein „gegenseitiges Abtasten“ nennt. Es sei wichtig, präsent zu sein. So haben die beiden in „ihren“ Schulen ein Büro mit Sprechzeiten. Doch suchen sie auch den Kontakt in den Klassenzimmern, in den Pausen auf dem Schulhof, in der Cafeteria und im Lehrerzimmer. „Wichtig ist es, dass die betroffenen Schüler von sich aus auf uns zukommen“, sagt Corona Farrenkopf. Es gehöre oft ziemlich viel Mut dazu, sich zu öffnen.
So sind es in den fünften und sechsten Klassen in erster Linie Streitigkeiten der Schüler untereinander, die ein Einschreiten verlangen. Gemeinsam mit der Schulsozialarbeiterin und den Streithähnen wird dann nach einer Lösung gesucht. Doch auch mit Mobbing haben es die beiden Frauen zu tun. Da werden Schüler über einen längeren Zeitraum von anderen verbal und auch körperlich angegangen – vorwiegend außerhalb des Unterrichts. Hat sich ein Opfer der Schulsozialarbeiterin geöffnet, kann diese beispielsweise zur Lösung des Problems eine Unterstützungsgruppe aus sechs bis acht Schülern bilden, die dem drangsalierten Schüler wieder ein positives Gefühl vermitteln sollen. Auch der Täter soll mit einbezogen und dazu gebracht werden, freiwillig zum Beispiel einen Schuldienst für das Opfer zu übernehmen. Wird der Täter von der Schulsozialarbeiterin angesprochen, sei der erstmal verdutzt und von der Sorge getragen, Repressalien zu erfahren. Doch statt Bestrafung geht es darum, den Schüler an dem Prozess zu beteiligen, der dazu dient, dem Opfer wieder ein normales Schulleben zu ermöglichen. Schüler, bei denen dieser kooperative Weg nicht funktioniert, werden ins Einzelgespräch genommen und bekommen auch die drohenden Konsequenzen ihres Verhaltens unter die Nase gehalten.
Doch nicht nur Problembewältigung, sondern auch Präventionsarbeit steht auf der Tagesordnung von Steffi Höfer und Corona Farrenkopf. So werden Klassenräte gebildet, in denen die Schüler ohne die Lehrer ihre Anliegen besprechen. Streitschlichter werden ausgebildet sowie (Kennenlern-)Spiele gemacht, die die soziale Kompetenz der Schüler fördern sollen und ihnen dabei helfen, Teamfähigkeit zu lernen.
Dabei setzen die beiden Frauen, die in Vollzeit arbeiten, nicht nur auf die Zusammenarbeit mit der Schule, sondern auch mit der Polizei, dem Jugendamt oder der Diakonie. „Wir bekommen überall viel Unterstützung und werden mit offenen Armen empfangen“, sagt Steffi Höfer. Hilfe gibt es für die beiden Berufsanfängerinnen auch von den Schulsozialarbeitern an anderen Schulen im Landkreis, die den beiden von ihren Erfahrungen berichten. Übrigens: An etwas mehr als 40 Schulen im Landkreis findet Schulsozialarbeit statt – nur nicht überall im gleichen Maß wie in Vaihingen. Mit dem FAG gibt im Landkreis darüber hinaus das erste Gymnasium, an dem es Schulsozialarbeit gibt.


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