Donnerstag, 24. Mai 2012

Stadtbahnhof wird noch nicht verkauft


Der Vaihinger Stadtbahnhof. Foto: Arning
Der Vaihinger Stadtbahnhof. Foto: Arning

Vaihingen (aa) – Das ging dem Stadtteilausschuss dann doch etwas zu schnell: Der Verkauf des Vaihinger Stadtbahnhofs ist vorerst auf Eis gelegt worden. Erst soll die Zukunft der ehemaligen WEG-Trasse geklärt werden. Dazu gibt es einen Antrag der Grünen-Fraktion.
Die Stadtverwaltung Vaihingen hatte den Vorschlag unterbreitet, das Gebäude in der Hans-Krieg-Straße und die dazugehörende Fläche (insgesamt 1300 Quadratmeter) vorrangig für gastronomische Zwecke zu verkaufen. Bewerber sollten ein Konzept für die Nutzung einreichen.
Der Bahnhof war bisher wichtiger Bestandteil des Museumsbahnkonzeptes. Da der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. September jedoch die Vorstellungen der Gesellschaft zur Erhaltung von Schienenfahrzeugen (GES) nicht akzeptiert hat, sollte nun der Verkauf in die Wege geleitet werden, „denn der Leerstand wirkt sich insgesamt nicht positiv aus“, meinte für die Verwaltung der Leiter der Liegenschaftsabteilung, Detlef Fischer. Interessenten würden schon „Gewehr bei Fuß stehen“, sagte er. Die können nun allerdings die Gewehre wieder in den Schrank stellen.
Angezettelt von Ulrike Schmidt-Hitschler bildete sich am Montagabend im Ausschuss eine einheitliche Stimmung gegen den schnellen Verkauf des Bahnhofs. Das sei doch jetzt der falsche Zeitpunkt, meinte die Stadträtin. Sie wolle sich nicht den Vorwurf einer Salamitaktik einfangen. Man habe im Gemeinderat doch lediglich die derzeitigen Bedingungen der GES nicht akzeptiert. Wenn die Stadt jetzt nicht am Hungertuch nage, bestehe keine Eile für den Verkauf. Da half es auch nichts, dass Oberbürgermeister Gerd Maisch versicherte, dass die GES, „die wir mündlich und schriftlich informiert haben“, auch nicht andeutungsweise eine Nachbesserung ihrer Vorstellungen angedeutet habe und „man für einen Bahnbetrieb keinen Bahnhof braucht“. Auch sei eine andere Nutzung so „g'schwend“ nicht möglich. Da müsse man richtig Geld in die Hand nehmen.
Die Front gegen den Verkauf war schnell aufgebaut. Lars Keller: „Wir dürfen uns nichts verbauen.“ Walter Sämann: „Im Sommer könnte es zu Staub-Problemen bei der Getreide-Anlieferung im benachbarten Lagerhaus kommen. Und was passiert mit den Gleisflächen?“ Jürgen Rapp: „Der alte Beschluss ist gerade mal sechs Wochen alt. Wir wollen erst über die Trasse diskutieren und dann entscheiden.“ Peter Schimke: „Für einen Verkauf ist es zu früh. Der Punkt muss abgesetzt werden.“ Friedrich Wahl: „Ich will ja nur einen Punkt andenken: Auch ein Jugendhaus wäre hier nicht schlecht.“ Dem Antrag von Uwe Schwarz („Vertagung“) folgte schließlich der gesamte Ausschuss.


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