Randalierer in Vaihingen unterwegs
Vaihingen (elf) – Eingeschlagene Scheiben an Schulen, demolierte Buswartehäuschen, zerstörte Bodenlampen und zahllose Wandschmierereien: Seit ein paar Wochen sind in Vaihingen offenbar die Vandalen unterwegs. Während der städtische Bauhof ausrückt, um die Schäden wieder zu beheben, kann die Polizei schon erste Erfolge vorweisen.
Die Liste der Zerstörungen ist lang: Eingeschlagene Scheiben an Buswartehäuschen beim Stromberg-Gymnasium, am neuen Bahnhof und beim Wartehäuschen an der Grundschule in Kleinglattbach, ein eingeschlagenes Fenster bei der Waldorfschule, zerstörte Wandscheinwerfer an der Turnhalle des Stromberg-Gymnasiums, demolierte Bodenscheinwerfer an der Rückseite des Schulgebäudes, drei eingeworfene Fensterscheiben bei der Ferdinand-Steinbeis-Realschule, Farbschmierereien in Enzweihingen und eingeschlagene Bodenscheinwerfer vor der Vaihinger Stadthalle.
Hartmut Helber, Tiefbauamtsleiter bei der Stadt Vaihingen ist ratlos: „Eine solche Welle der Zerstörung habe ich noch nie erlebt.“ Auch Gerd Esenwein, Leiter des Polizeireviers in Vaihingen, räumt ein: „Da wird mit brachialer Gewalt vorgegangen.“ So reiche es bei den acht bis zehn Millimeter dicken Sicherheitsglasscheiben der Buswartehäuschen nicht aus, mit den Füßen dagegen zu treten. „Es sei denn, man hat Schuhe mit Stahlkappen an“, so Helber. Für die Bodenleuchten vor der Stadthalle sei sogar ein spitzer Hammer oder ein ähnliches Werkzeug vonnöten. Schließlich seien die Lampen sehr stabil und begehbar. Der städtische Bauhof sei nun damit beauftragt, die Schäden zu reparieren, Anzeige bei der Polizei wurde erstattet.
Die kann bereits mit einem ersten Erfolg aufwarten. So haben die Beamten zwei 14- und 15-jährige Täter ermittelt, die am Wochenende 20./21. Oktober Farbschmierereien in Enzweihingen begangen haben sollen. Und in Sachen Vandalismus in Kleinglattbach bei der Halle im See hätte die Polizei nun endlich erste Hinweise auf Täter bekommen. Bezüglich der eingeschlagenen Scheiben und Bodenlampen muss die Polizei allerdings (noch) passen. Das Problem: Der Vandalismus wird nicht punktuell sondern im gesamten Reviergebiet begangen. Somit haben es die Polizeibeamten vermutlich nicht nur mit einer bestimmten Gruppe, sondern mit verschiedenen Tätern zu tun, „denen das Eigentum anderer nichts mehr Wert ist“, wie Gerd Esenwein sagt.
Die Polizei ist bei der Aufklärung dieser Delikte stark auf die Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. „Wer Beobachtungen macht, soll umgehend die Polizei anrufen“, sagt der Vaihinger Polizeichef. Auch auf die Gefahr hin, dass die Täter bei Eintreffen der Polizei bereits über alle Berge sind. Lediglich vor einem warnt Esenwein deutlich: „Die Leute sollen die Dinge vor Ort nicht selbst regeln.“
