Sachsenheim (ub9. Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich ist künftig auch im Gewerbepark Eichwald vertreten. Das Vertriebszentrum wird von Bietigheim in das interkommunale Gewerbegebiet verlegt. „Die Firma tut dem Eichwald gut“, freut sich Gerhard Müller, Geschäftsführer des Zweckverbandes.
Das gesamte erworbene Grundstück ist 11 500 Quadratmeter groß und befindet sich an der angedeuteten Verlängerung der Gerhard-Rummler-Straße in Richtung Sachsenheim. Am neuen Standort wird es zwei Gebäude geben: einen Bürotrakt und eine eingeschossige Lagerhalle samt Reparatur-Werkstatt. Konkret vorgesehen sind hier der Vertrieb von Neu-, Gebraucht- und Miet-Geräten, eine Werkstatt und der weitere Servicebereich. Außerdem wird auch die bereits in Bietigheim bestehende Schule für Gabelstaplerfahrer hier eingerichtet.
Das Jungheinrich-Vertriebszentrum in der Rötestraße in Bietigheim wird aufgegeben. Die 110 Mitarbeiter werden künftig im Eichwald arbeiten. Vom Vertriebszentrum werden auch über 50 Außendienstler gesteuert. Zu dem Vertriebszentrum Baden-Württemberg gehört auch die Niederlassung in Karlsruhe mit 80 Mitarbeitern.
Die Entscheidung für den Gewerbepark, an dem Bietigheim, Sachsenheim, Oberriexingen und Sersheim beteiligt sind, fiel erst nach mehreren Jahren. „Beide Seiten hat es nicht pressiert“, so Zweckverbands-Geschäftsführer Müller. Auch hat die Wirtschaftskrise beim Hamburger Konzern Jungheinrich Spuren hinterlassen (siehe Info-Kasten). Im Jahr 2010 schreibt das Unternehmen aber wieder schwarze Zahlen und der Grundstückskauf im Eichwald wurde im April notariell festgezurrt. Innerhalb der nächsten drei Jahre will das Vertriebszentrum von Bietigheim in den Eichwald umziehen. Müller: „Das ist eine positive Nachricht, immerhin geht es um Arbeitsplätze, Grundstückserlöse und Steuereinnahmen.“
Auch verspricht sich Müller für die bereits im Eichwald angesiedelten Firmen Porsche und Winkels Synergieeffekte: Schließlich kurven bei den beiden Firmen jede Menge Gabelstapler durch die Hallen.
Mit dem Jungheinrich-Deal sind rund 80 Prozent des ersten Bauabschnitts des Gewerbeparks aufgesiedelt. „Wir haben einen relativ zügigen Abverkauf, nachdem wir 2006 an den Markt gegangen sind“, freut sich Müller, Zweckbands-Geschäftsführer und Hauptamtsleiter im Sachsenheimer Rathaus. Von den 52 Hektar sind noch eine zehn Hektar große Fläche nördlich von Winkels und einige Plätze im kleinteiligen Bereich (eine Fläche mit 5000 Quadratmetern und zwei Bauplätze mit jeweils 3000 Quadratmetern) übrig.
In einem möglichen zweiten Bauabschnitt südlich der Umgehungsstraße hat der Verband ein weiteres Geländepotenzial von mehr als 30 Hektar – vorwiegend auf Sachsenheimer Markung. „Das haben wir natürlich nach wie vor auf der Agenda“, unterstreicht Gerhard Müller. „Wir fühlen uns aber nicht getrieben.“ Das hat ganz einfache Gründe: Im August 2012 endet die Nachzahlungsverpflichtung für das Areal, das vom Zweckverband 1994 vom Bund gekauft wurde. Wenn die Flächen, so die Vereinbarung, höherwertiger als ausgemacht vermakelt werden, so muss diese Differenz nachbezahlt werden. Und dieser Passus erlischt 2012. Im Regionalplan ist der Abschnitt südlich der Umgehungsstraße in Richtung Enz als Gewerbegebiet vorgesehen.
