Donnerstag, 24. Mai 2012

Verkehrsleitung oder Straßenblockade




Kreuzung Stuttgarter Straße/Hans-Krieg-Straße in Vaihingen: Vor allem im Feierabendverkehr kann es hier zu längeren Wartezeiten kommen. 	Foto: Elsässer
Kreuzung Stuttgarter Straße/Hans-Krieg-Straße in Vaihingen: Vor allem im Feierabendverkehr kann es hier zu längeren Wartezeiten kommen. Foto: Elsässer

Vaihingen (elf). Lange Rückstaus  und Wartezeiten von bis zu vier Ampelphasen. Der Vaihinger Jürgen Meisel sowie SPD-Stadtrat Reinhardt Bolter beklagen die Ampelschaltung an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Hans-Krieg-Straße in Vaihingen. Stadteinwärts sei hier Geduld angesagt. Die Behörden halten derweil an der Taktung fest.
„Ich finde es unmöglich, als 13. oder 14. in der Schlange zu stehen und vier Grünphasen zu benötigen, bis ich die Kreuzung verlassen und in die Salzäckerstraße einbiegen kann“, ärgert sich Jürgen Meisel. Stehe man direkt hinter einem Bus, könne man von Glück reden, „wenn man noch bei Dunkelgelb durchkommt“. Meisel wohnt in der Salzäckerstraße und fühlt sich selbst und das gesamte Wohngebiet Wolfsberg verkehrlich abgeschnitten. Die Siedlung sei sehr groß und bringe den entsprechenden Anliegerverkehr mit sich. Außer der Verkehrsproblematik ziehe diese Ampelschaltung auch eine Belastung der Umwelt nach sich und stelle gleichzeitig eine Lärmbelästigung für die Bewohner des Pflegeheims Kursana Domizil dar. „Immer öfter fällt mir übrigens auf, dass die gleichzeitigen Rotphasen an allen Ampeln alle Straßen auf einmal sperren. Kurz nach dem Umbau der Kreuzung sei die Ampelregelung „richtig gut“ gewesen. „Heute kann man sie als abschreckendes Beispiel für sinnlose Straßenblockade nehmen“, so Jürgen Meisel.
Auch SPD-Stadtrat Reinhard Bolter ist die Situation unlieb aufgestoßen. Er hat sich auch schon mit einer entsprechenden Anfrage an die Verwaltungsspitze gewandt. „Mir ist aufgefallen, dass es dort von Stuttgart kommend vor allem abends zu langen Rückstaus kommt“, sagt Bolter. 18 wartende Autos habe er an der Ampel schon gezählt. Je nachdem, wie schnell die Autos anfahren, kämen gerade mal drei bis sechs Pkw durch. Die Grünphase sei schlichtweg zu kurz. Dabei handele es sich hier „um die einzige sinnvolle Zufahrt zum Wolfsberg“, findet Bolter. Er plädiere daher für eine Verlängerung der Grünphase, damit der Verkehr in die Salzäckerstraße besser fließen kann.
Die für den Takt der Ampelschaltung zuständige Behörde ist das Landratsamt Ludwigsburg. Im Interesse der Stadt Vaihingen sei nicht angedacht, die Vertaktung zu ändern, teilt Dr. Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts Ludwigsburg, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Der Durchgangsverkehr – so das Argument – solle in Richtung Innenstadt derart unattraktiv gemacht werden, dass die Autofahrer lieber den Weg über die Hans-Krieg-Straße nehmen und somit an der City vorbeigeleitet werden.
So begründet dies auch Eugen Weiß, Leiter der Unteren Verkehrsbehörde der Stadt Vaihingen. In einer E-Mail teilte er Jürgen Meisel diese Woche mit, dass der stadteinwärts fahrende Verkehr deshalb über die Hans-Krieg-Straße gelenkt werden soll, weil der Geradeausverkehr vor allem zur Weiterfahrt in Richtung Krankenhaus „nicht unerheblich zugenommen“ habe. „Dies wollen wir durch die jetzt bestehende Ampelschaltung auf das unbedingt Notwendige zurückführen“, schreibt Weiß. Außerdem sei dem Fußgängerverkehr über die Hans-Krieg-Straße mehr Zeit eingeräumt worden, was sich ebenfalls auf die Ampelschaltung auswirke.
Übrigens: In der nächsten Woche, so teilt das Landratsamt Ludwigsburg mit, wird die Lichtsignalanlage an der Kreuzung Stuttgarter Straße/Hans-Krieg-Straße auf 24-Stunden-Betrieb umgestellt. Diese Maßnahme wird mit den zahlreichen Unfällen begründet, die dort bislang vor allem dann passiert sind, wenn die Ampel in der Nachtzeit (ab 20 Uhr) nicht in Betrieb war.




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