Donnerstag, 24. Mai 2012

FNP: Entwurf akzeptiert






Ernst Loos und thomas Schmitt (r.) mit dem FNP.
Ernst Loos und Thomas Schmitt (r) mit dem FNP.

Vaihingen (aa). Bei nur einer Gegenstimme hat der Vaihinger Gemeinderat am Mittwochabend den überarbeiteten Entwurf zur Fortschreibung des Flächennutzungsplanes (FNP) akzeptiert. Das Werk war in den letzten Wochen ausführlich vorberaten worden (die VKZ hat wiederholt berichtet). Aufgenommen werden sollen 45,1 Hektar Bauland. Im Entwurf von 2008 waren es noch 59,5 Hektar gewesen. Der Diskussionsbedarf war nicht mehr groß. „Wir sehen uns bestätigt“, musste Susanne Schwarz-Zeeb (Grüne, Vaihingen) jedoch anmerken. Schon bei der ersten Runde im Jahre 2008 habe man die Ausweisung von weniger Bauflächen gefordert. Eberhard Berg (SPD, Kleinglattbach) meinte, seine Fraktion finde sich in dem Entwurf sehr gut wieder. Prof. Gustl Lachenmann (FDP, Vaihingen) wertete die Reduzierung ebenfalls als richtiges Signal. Man komm so näher an den wirklichen Bedarf heran. Er erinnerte an das im Baugesetzbuch festgeschriebene Baugebot, „auch wenn es schwierig umzusetzen ist“. Lachenmann brach eine Lanze für die Landwirte: „Die Aussiedlerhöfe in der Au werden ja regelrecht umzingelt.“ Die Fortschreibung des Planes baut eng auf den bestehenden FNP des Jahres 1980 auf. Die letzte Änderung (mit Teilfortschreibung für Wohn- und Gewerbeflächen) wurde 1998 abgeschlossen. Änderungsverfahren gab es 2000 und 2001. Zentrales Anliegen der Fortschreibung ist die Neuausweisung von weiteren Siedlungsflächen. In einem ersten Schritt wurde der Inhalt des bestehenden FNP auf seine Aktualität überprüft. Auf der Grundlage der Bevölkerungsprognose wurde eine Bedarfsermittlung gestartet. Die Auswahl erfolgte zweistufig, wobei zunächst realistische Alternativen ermittelt wurden. Diese überstiegen flächenmäßig den ermittelten Bedarf. Das Bauflächenpotenzial wurde einer städtebaulichen Bewertung unterzogen. Für alle Flächen gab es eine Umweltprüfung. Zielsetzung ist die Innenentwicklung vor der Außenentwicklung. Die Schwerpunkte der Wohnbauentwicklung (Realisierung von Wanderungsgewinnen) im Außenbereich liegt in Kleinglattbach und in der Kernstadt Vaihingen (Stichwort Stärkung des Mittelzentrums). In anderen Teilorten ist grundsätzlich die Eigenentwicklung und gegebenenfalls die erforderliche Neuausweisung von Bauland zuzugestehen. Lediglich Enzweihingen wird im Regionalplan noch ein Anteil an Wanderungsgewinnen zugestanden (was noch vom Bahnanschluss herrührt).. Die gewerbliche Entwicklung soll auf das regionale Gewerbegebiet Ensingen-Süd („Perfekter Standort“) konzentriert werden. Nur in begründeten Fällen sollGewerbe auch an anderen Stellen möglich sein. Wichtige Grundlage für die Fortschreibung des Planes ist die Bevölkerungsprognose, basierend auf den Zahlen der kommunalen Einwohnerstatistik. Für Vaihingen werden für das Zieljahr 2020 rund 30 100 Einwohner vorhergesagt. Für den Bedarf an weiteren Wohnflächen ist zudem die Veränderung der Belegungsdichte von Bedeutung. Gerade in diesen Fragen driften die Ansichten im Vaihinger Planungsamt und bei den Trägern öffentlicher Belange (TöB) stark auseinander. Der Verband der Region Stuttgart will Vaihingen zum Beispiel nur eine neue Siedlungsfläche von 17,9 Hektar zugestehen. Mit dieser Quote müssten keine neuen Baubereiche ausgewiesen werden, denn alleine Kleinglattbach-Süd hat noch 20 Hektar in Reserve. Stadtplaner Ernst Loos: „Da konnten wir uns nicht annähern. Und vom Verband der Region konnten die Widersprüche nicht ausgeräumt werden.“ Der im Entwurf von 2008 genannte Flächenbedarf von 59,5 Hektar ist nun jedoch auf 45,1 Hektar heruntergezoomt worden (Loos: „Jeder musste was abgeben, obwohl er es noch gar nicht hat“), wobei man sich der Empfehlung des Regierungspräsidiums annähert. Darin enthalten sind zum Beispiel auch die bereits ausgewiesenen Bauflächen Kleinglattbach-Süd und drei Hektar am Vaihinger Wolfsberg. Der Belegungsfaktor für Wohnungen wird jetzt mit 2,09 genannt (vorher 2,05). Gestrichen wurde unter anderem das Gebiet in der Verlängerung der Gerokstraße zur Kehlstraße. Vom Landratsamt war angeregt worden, sich stärker um die Ausgleichsproblematik zu kümmern. Diese Empfehlung wird jedoch zurückgewiesen. Ernst Loos: „Im jetzigen Stadium halten wir das für nicht sinnvoll. Und es ist auch zu aufwendig. Wenn ein Baugebiet wirklich erschlossen wird, reicht es dann noch, denn es können sich bis dahin durchaus Änderungen ergeben.“ Der Entwurf des Planes wird am 17. Juni im Gemeinsamen Ausschuss des Verwaltungsgemeinschaft Vaihingen festgestellt und dann einen Monat lang öffentlich ausgelegt.


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